Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit Gimp

Unsere Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie Wasserspiegelungen erstellen und Einstellungen zu Gimp-Werkzeugen speichern. Außerdem verraten wir, mit welchem Gimp-Techniken Sie Infrarotfotos nachbearbeiten können.

Tipp: Spiegelungen auf dem Wasser erzeugen

Das Element Wasser übt seit jeher eine große Anziehungskraft auf den Menschen aus, und auch viele Maler und Fotografen arbeiten gern mit diesem Motiv. Dieser Tipp zeigt, wie Sie eine Wasserspiegelung erzeugen. Dazu verwenden wir als Ausgangsbild die Skyline einer Stadt, die sich bereits ein wenig im Wasser spiegelt (Abbildung 1). Da diese aber kaum sichtbar ist, tricksen wir mit Gimp und erstellen kurzerhand einen neuen Widerschein. Das Ergebnis sehen Sie in Abbildung 2.

  1. Öffnen Sie das Bild; als Motive eignen sich Landschaftsaufnahmen oder eine Skyline, die ein Gewässer zeigt. Das Original hat im unteren Bereich zu wenig Platz für die Spiegelung. Passen Sie daher das Format über Bild / Leinwandgröße an.
  2. Im folgenden Dialog wählen Sie aus dem Drop-down-Menü neben Leinwandgröße den Eintrag percent anstelle von Pixel aus. Trennen Sie die Höhen- und Breiteneinstellungen mit einem Mausklick auf das Kettensymbol und setzen Sie die Höhe auf 150,00. Schieben Sie das Bild in der Vorschau an den oberen Rand und bestätigen Sie alles über Größe ändern.
  3. Erzeugen Sie über das gleichnamige Menü eine neue Ebene und wählen Sie als Füllart die Farbe Weiß aus. Im Ebenenstapel (falls ausgeblendet, holen Sie den Dialog über Fenster / Andockbare Dialoge / Ebenen zurück) ziehen Sie die neue Ebene mit gedrückt gehaltener linker Maustaste an eine Stelle unterhalb vom Originalbild.
  4. Aktivieren Sie die weiße Ebene und wählen Sie Filter / Rauschen / RGB-Rauschen aus. Stellen Sie im nächsten Dialog alle Werte für die RGB-Kanäle auf 0,85 und aktivieren Sie die Option Korreliertes Rauschen, um die dunklen Bildbereiche zu verstärken.
  5. Rufen Sie erneut Filter auf und wählen Sie Weichzeichnen / Bewegungsunschärfe aus. Die Weichzeichnungsart setzen Sie auf Linear. Im Bereich Weichzeichnen-Parameter stellen Sie den Regler für Länge auf einen Wert zwischen 30 und 40. Den Regler Winkel ziehen Sie ganz nach links auf 0 Grad.
  6. Diese Ebene stellt später die Wasseroberfläche dar. Deswegen verstärken wir den Filtereffekt noch etwas und dunkeln ihn mit Hilfe der Farbkurve (Farben / Kurven) ab. Fassen Sie die Linie mit der Maus in der Mitte an und ziehen Sie sie nach unten rechts, so dass eine leichte Kurve entsteht. Aktivieren Sie die Vorschau, um zu sehen, wie der Bildbereich dunkler wird. Sobald das Ergebnis Ihrer Vorstellung entspricht, beenden Sie den Vorgang über OK.
  7. Aktivieren Sie im Ebenenstapel jetzt das Originalbild. Überprüfen Sie, ob das Foto einen Alphakanal für die Transparenz besitzt. Ist das nicht der Fall, z. B. bei JPG-Dateien, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Ebene und wählen aus dem Kontextmenü den Eintrag Alphakanal hinzufügen.
  8. Bereiche, die keine Spiegelung erhalten, sollten Sie nun entfernen. In unserem Beispiel ist das die bereits vorhandene Wasserfläche. Aktiveren Sie das Werkzeug Pfade (Taste [B]), markieren Sie den Teil, den Sie später nicht spiegeln möchten, wählen Sie aus dem Bildmenü Auswahl / Vom Pfad und drücken Sie [Entf].
  9. Die entstandene scharfe Kante schwächen Sie jetzt mit dem Werkzeug Weichzeichnen ([Umschalt]+[U]) ab. In den Werkzeugeinstellungen wählen Sie einen Pinsel in der passenden Größe. Unten im Dialog aktivieren Sie Weichzeichnen als Verknüpfungsart. Zeichnen Sie danach die untere Schnittkante nach.
  10. Erzeugen Sie nun eine Kopie der Ebene (Ebene / Ebene duplizieren). Aktivieren Sie das Transformationswerkzeug Spiegeln ([Umschalt]+[F]). Die Richtung stellen Sie auf Vertikal. Klicken Sie mit der Maus ins Bild und ziehen Sie das Motiv mit dem Verschieben-Werkzeug ([M]) an die gewünschte Position.
  11. Wählen Sie im Ebenen-Dialog aus dem Drop-down-Menü Modus den Eintrag Multiplikation und stellen Sie darunter die Deckkraft auf einen Wert zwischen 60 und 70.
  12. Da Spiegelungen im Wasser nie so scharf sind wie das Original, arbeiten wir wieder mit dem Filter Bewegungsunschärfe (siehe Schritt 5). Setzen Sie ein Häkchen bei Linear und stellen Sie den Winkel auf 90 Grad. Der Wert für Länge kann zwischen 30 und 60 liegen.
  13. Perfektionieren Sie jetzt die Wasserbewegung über Filter / Verzerren / Verschieben. Je stärker sich das Wasser kräuseln soll, desto höher stellen Sie den Wert ein. In unserem Beispiel haben wir für die horizontale Verschiebung den Wert 5 gewählt.

Das war's, und Sie sollten jetzt eine Spiegelung wie in Abbildung 2 sehen. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, können Sie die Datei im Gimp-eigenen Format XCF speichern. Dadurch bleiben die einzelnen Ebenen erhalten, falls Sie das Foto später noch einmal nachbearbeiten möchten. Alternativ exportieren Sie das Ganze in ein Bildformat Ihrer Wahl.

Abbildung 1: Im Originalbild spiegelt sich die Skyline nur wenig in der Wasseroberfläche.
Abbildung 2: Mit den Filtereffekten von Gimp erzeugen Sie echt aussehende Wasserspiegelungen.

Tipp: Mit Werkzeug-Voreinstellungen arbeiten

Wer oft ähnliche oder gleiche Schritte durchführt, der sollte überlegen, oft verwendete Werkzeugeinstellungen zu speichern, denn das macht das Arbeiten mit Gimp deutlich effizienter. Das Feature selbst gibt es seit Gimp 2.6, aber erst seit Version 2.8 ist es richtig komfortabel, mit den Werkzeugvoreinstellungen zu arbeiten. Sie erreichen den Dialog über Fenster / Andockbare Dialoge / Werkzeug-Voreinstellungen. Fassen Sie ihn am obersten Icon mit der Maus an und ziehen Sie ihn dann nach rechts, um ihn im Bereich anzudocken, in dem sich auch die Ebenen, Kanäle und Pfade befinden.

Der Dialog enthält eine Liste von Voreinstellungen, die Gimp für viele Tools aus dem Werkzeugkasten anbietet. Am kleinen Symbol erkennen Sie, zu welchem Werkzeug die Konfiguration gehört. Klicken Sie einen Eintrag an, aktiviert Gimp das zugehörige Werkzeug mit den entsprechenden Einstellungen (Abbildung 3). Die mit Gimp ausgelieferten Werkzeugeinstellungen können Sie weder bearbeiten noch löschen.

Abbildung 3: Dieser Dialog zeigt alle Werkzeugvoreinstellungen, die Gimp von Haus aus mitliefert. An den Icons erkennen Sie die zugehörigen Tools.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Effizienter arbeiten mit Gimp
    Unsere Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie den Werkzeugkasten organisieren und abgerundete Kanten erzeugen. Außerdem lernen Sie den David-Hamilton-Effekt kennen und erfahren, wie Sie Bildhintergründe transparent machen.
  • Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp
    In den Gimp-Tipps stellen wir nützliche Funktionen und Arbeitstechniken vor. Diesmal geht es um Belichtungskorrekturen mit Ebenenmodi, einen Infraroteffekt, das Anpassen des Werkzeugkastens und das neue Käfig-Transformationswerkzeug.
  • Von Null auf Hundert mit Gimp
    Wer Fotos bearbeiten möchte, kommt unter Linux an Gimp nicht vorbei – das Programm ist aber komplex, weil es zahlreiche Profifunktionen unterstützt. Mit diesem Workshop gelingt der Einstieg in die Bildbearbeitung.
  • Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp
    Unsere Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie Dialoge anordnen, Fenster neu positionieren, verankern und im Notfall die Grundeinstellungen wiederherstellen. Außerdem stellen wir das Journal und Zoomfunktionen vor.
  • Effizienter arbeiten mit Gimp
    Unsere Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie das Verschmieren-Werkzeug einsetzen, Schlagschatten und einen pfiffigen Color-Key-Effekt erzeugen. Außerdem stellen wir die Vordergrundauswahl und die Kontrastspreizung vor.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...