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Videos mit Shell-Befehlen schneiden und konvertieren

Schneller Shell-Schnitt

Um ein Video in ein anderes Format zu konvertieren oder einfache Schnittarbeiten zu erledigen, müssen Sie keine grafische Anwendung bemühen: Mit "ffmpeg" und "mencoder" gelingt das auch auf der Konsole.

Die Fernsehaufzeichnung startete genau 45 Sekunden zu früh – das haben Sie beim Abspielen im Video-Player gesehen. Diese Extrasekunden würden Sie gern loswerden, aber ohne Import, Schneiden und Export in einer grafischen Anwendung. Das müsste doch schneller gehen?

Es geht schneller, wenn Sie eines der Konsolen-Tools mencoder [1] und ffmpeg [2] verwenden. Aufgaben wie das Entfernen überflüssiger Teile aus einer Aufnahme und auch das Konvertieren in andere Video- oder Audioformate erledigen Sie mit diesen Programmen über einen einzeiligen Shell-Befehl. Nebeneffekt: Sie können diese Korrekturen auch automatisiert für mehrere Videodateien erledigen. Am Ende des Artikels stellen wir außerdem noch den Audiokonverter sox [3] vor.

Zur Motivation vorab

Um die Eleganz der Shell-Tools zu demonstrieren, gibt es gleich am Anfang eine Lösung für das 45-Sekunden-Problem. Wenn die oben erwähnte Fernsehaufnahme den Dateinamen fernseh.avi trägt und in Ihrem Home-Verzeichnis liegt, werden Sie die ersten 45 Sekunden mit folgendem Kommando los:

ffmpeg -i fernseh.avi -ss 45 -acodec copy -vcodec copy fernseh2.avi

Das erzeugt aus fernseh.avi eine neue Videodatei fernseh2.avi, in der die ersten 45 Sekunden fehlen. Die Optionen -acodec copy und -vcodec copy fordern ffmpeg nur auf, die ursprünglichen Kodierungen (im Audio- und Video-Stream der Datei) nicht zu verändern, und der 45-Sekunden-Schnitt ergibt sich aus -ss 45.

Installation

Die Werkzeuge, die wir Ihnen vorstellen, sind in der Regel nicht vorinstalliert. Darum starten wir mit kurzen Hinweisen zur Einrichtung der benötigten Pakete.

Als OpenSuse-Anwender richten Sie zunächst das Packman-Repository ein, falls Sie dies nicht bereits früher erledigt haben: Bei Packman gibt es zahlreiche Multimedia-Anwendungen – teilweise finden sich hier auch Pakete, die durchaus zur regulären Ausstattung von OpenSuse zählen, deren Packman-Varianten aber besser sind, weil sie z. B. mehr Audio- und Videoformate (Codecs) unterstützen.

  1. Starten Sie YaST (was die Eingabe des Root-Passworts erfordert), wählen Sie das Modul Software-Repositories und klicken Sie auf Hinzufügen.
  2. Aktivieren Sie die Checkbox Community/Gemeinschafts-Repositories und klicken Sie auf Weiter.
  3. Setzen Sie ein Häkchen beim Eintrag Packman Repository und klicken Sie rechts unten auf OK. Die Frage, ob Sie einen nicht verbürgten GnuPG-Schlüssel importieren wollen, beantworten Sie mit einem Klick auf Vertrauen.

Über die Paketverwaltung können Sie nun eines oder beide der Pakete ffmpeg und MPlayer einspielen – ob Sie beide benötigen, entscheiden Sie vielleicht erst, nachdem Sie den Artikel zu Ende gelesen haben. Es gibt mit HandBrake [4] noch ein drittes interessantes Tool, auf das wir im Rahmen dieses Artikels aber nicht eingehen.

Unter Ubuntu und Kubuntu spielen Sie die Programme am schnellsten im Terminalfenster ein; für ffmpeg ist dazu ein Personal Package Archive (PPA) zu ergänzen.

Um ffmpeg einzurichten, verwenden Sie die folgenden drei Kommandos:

sudo add-apt-repository ppa:jon-severinsson/ffmpeg
sudo apt-get update
sudo apt-get install ffmpeg

Das Programm mencoder kommt mit

sudo apt-get install mencoder

auf die Platte. Hinweise zur Einrichtung von sox folgen separat am Schluss des Artikels.

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