Software

Neue Software (Teil 2/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 2/2).

LMMS 1.0.2 – Loop-orientierter Sequencer

Das Musikprogramm Linux Multimedia Studio (LMMS) besticht vor allem als Komplettpaket aus Sequencer, Drum-Computer und Software-Synthesizern. Im EasyLinux-Test war auch von der früher oft beklagten Instabilität nichts mehr zu spüren.

Es gibt zwei Haupttypen von Audioprogrammen: Wave-Editoren, die digitalisierte Schallwellen weiterverarbeiten, und Sequencer, die Klänge auf der Basis von Musiknoten erzeugen. Als Mischform sind die Loop-basierten Sequencer zu nennen. Diese Programme wiederholen kurze Audioaufnahmen ("Loops") immer wieder und in unterschiedlicher Tonhöhe, während "reine" Sequencer sich auf den Notensatz konzentrieren und das Abspielen der Noten oft externen Synthesizern (Hardware oder Software) überlassen.

Bekannte proprietäre Vertreter dieses Mischtyps sind Sound Forge [1], Cakewalk Sonar [2] oder FL Studio (früher Fruity Loops genannt) [3]. Mit LMMS (Abbildung 1) [4] gibt es auch eine freie Anwendung unter den sonst einige Hundert Euro teuren Programmen.

Abbildung 1: LMMS startet mit vier Unterfenstern: Der "Song Editor" (1) ist für die Melodie zuständig, der "Beat+Bassline Editor" (2) für kürzere, sich wiederholende Bass- und Drum-Patterns, der "FX-Mixer" (3) regelt die Lautstärke und fügt Effekte hinzu, und die "Controller-Einheit" (4) erzeugt Schwingungen, z. B. für ein Vibrato.

Notenpult

Das wichtigste Werkzeug in LMMS ist der Song Editor (Nummer 1 in Abbildung 1). Abbildung 2 zeigt ihn in Aktion. Die Zeilen im Song-Editor entsprechen den Tracks eines Mehrspurtonbandgeräts. Neue Spuren entstehen durch Ziehen eines Instrument Plugin (1) in den Editor. Ein Klick auf den Instrumentennamen (2) öffnet seine Klangeinstellungen, ein Doppelklick in eines der die Takte des Musikstücks symbolisierenden Rechtecks (4) dagegen die Piano-Roll. Dort fügen Sie die Noten ein, die das der Spur zugeordnete Instrument spielen soll.

Abbildung 2: LMMS zeichnet sich durch die 15 eingebauten Software-Synthesizer (1) aus, die Sie auf eine Notenspur (4) ziehen, um deren Noten abzuspielen. Wie bei Hardware-Synthesizern lässt sich ihr Klang mit Drehreglern (3) einstellen.

Diese Noten zeigt LMMS als blaue Kästchen im Bereich (5) an. Ihre vertikale Position steht für die Tonhöhe, die sich an der kleinen Tastatur am linken Rand der Piano Roll ablesen lässt. Die vertikale Lage symbolisiert den Zeitraum, über den der Ton erklingt.

Im Vergleich zu den bereits angesprochenen kostenpflichtigen Programmen fällt die Auswahl an Synthesizer-Plug-ins eher mager aus: Ein einziger Hauptentwickler kann eben nicht so leicht mit den bezahlten Sounddesignern aus der Profibranche konkurrieren. Dennoch ist genug Potential vorhanden, mit dem auch Vollblutmusiker ihren Spaß haben: Das älteste und simpelste Plug-in ist der AudioFileProcessor, der schlicht eine zum Beispiel mit dem Mikrofon aufgenommene Klangdatei in wechselnder Tonhöhe abspielt. Dabei verändert sich mit der Tonhöhe auch die Abspielgeschwindigkeit. Naturinstrumente verlieren ihren Klangcharakter, wenn man die Tonhöhe um mehr als ein paar Ganztöne verschiebt.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 11 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Fernsehen aus der Tüte
    Wem die Installation von MythTV zu kompliziert erscheint, der weicht auf Knoppmyth oder Mythbuntu aus und setzt mit wenigen Mausklicks einen Videoserver auf.
  • Super Grub2 Disk

    Das Live-System Super Grub Disk, das sich zur Wiederherstellung kaputter Bootloader eignet, verwendet in der aktuellen Betaversion die neueste Grub-Release.
  • Großes Kino
    Mit flexiblen Suchregeln pickt der Software-Videorekorder MythTV die Rosinen aus dem oft drögen Fernsehprogramm. Eine Streamingfunktion kommt dank der Backend-/Frontend-Architektur der Anwendung frei Haus dazu.
  • Heimstudio
    Das Linux Multimedia Studio kann sich durchaus mit kommerziellen Alternativen messen, auch wenn davon nur wenig auf den ersten Blick zu erkennen ist. Wir schauen genauer hin.
  • MythTV installieren und verwenden
    MythTV bietet weitaus mehr als nur einen digitaler Videorekorder: Mit cleveren Plugins mausert es sich zur kompletten Medienzentrale für das Wohnzimmer.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 02/17-04-17: E-Mail sicher und komfortabel

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...