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© Deardone, Fotolia

Podcasts mit Audacity aufnehmen und schneiden

Achtung, Aufnahme!

Das Web 2.0 ist ein "Mitmachnetz", und neben klassischen Blogs sind auch Podcasts eine beliebte Methode, um sich mitzuteilen. Mit Audacity erstellen und schneiden Sie Ihre eigenen Podcasts und andere Audiodateien.

Audiobearbeitung war unter Linux lange eine komplizierte Angelegenheit; ein kleines Werkzeug namens Audacity hat das Problem vor einigen Jahren behoben und ist seitdem ein beliebtes Tool, das mittlerweile neben Linux sogar unter Windows und OS X läuft. Dabei hat Audacity durchaus den Anspruch, mehr als ein simples Schnittwerkzeug zu sein; das Programm beherrscht den Mehrkanalschnitt genauso wie Import und Export verschiedener Audioformate und ist überdies in den letzten Jahren sehr stabil geworden. Als Sahnehäubchen kommt hinzu, dass die Benutzeroberfläche von Audacity nicht unnötig kompliziert gestaltet ist – eine gewisse Komplexität haben Profitools zwar immer, aber Audacity schlägt sich an dieser Stelle sehr wacker und ist auch dann gut erlernbar, wenn Sie kein Toningenieur sind.

Audioschnitt ist für viele Anwender interessant. Ein gutes Beispiel sind Podcasts: Wer statt eines schriftlichen Blogs sein Publikum lieber mit gesprochenen Episoden aus dem eigenen Leben unterhalten möchte, muss dafür mehrere Arbeitsschritte kombinieren.

  • Schritt 1 umfasst das Aufnehmen der Sprachinhalte,
  • Schritt 2 den passenden Schnitt,
  • und Schritt 3 kann zusätzliche Schmankerl wie das Unterlegen mit Musik oder fließende Übergänge einschließen.

Für all diese Aufgaben eignet sich Audacity. Wir erläutern im Folgenden, wie Sie mit Audacity zu Ihrem ersten eigenen Podcast kommen. Praktisch: Weil Audacity auch aufzeichnen kann, benötigen Sie keine zusätzliche Software.

Audacity installieren

Vor der Arbeit mit Audacity steht die Programminstallation. Audacity liegt allen von EasyLinux unterstützten Distributionen (OpenSuse 12.3/13.1 und Kubuntu 14.04) bei, das zu installierende Paket heißt jeweils audacity.

Unter Kubuntu können Sie direkt loslegen und audacity wie gewohnt über die Paketverwaltung einspielen.

OpenSuse-Anwender sollten erst prüfen, ob das Packman-Repository als Paketquelle eingerichtet ist, denn die mit OpenSuse ausgelieferte Version kann keine MP3-Dateien lesen oder schreiben. Fügen Sie über die Paketverwaltung von YaST das Packman-Verzeichnis als Paketquelle hinzu. In den deutschen Fragen und Antworten des Packman-Projekts [1] findet sich hierzu eine detaillierte Anleitung. Installieren Sie danach das Paket audacity; es landet automatisch die Packman-Version mit MP3-Support auf der Platte.

Nach der Installation findet sich im KDE-Menü ein neuer Eintrag, über den Sie das Programm starten. Lassen Sie sich vom Erscheinungsbild beim ersten Start nicht irritieren (Abbildung 1); wie erklären gleich, was die einzelnen Bildschirmelemente von Audacity bedeuten.

Abbildung 1: Audacity präsentiert sich zunächst mit einer großen Graufläche – es ist bereits ein Projekt geöffnet, das aber noch keine Tonspuren hat.

Der erste Eindruck

Das Audacity-Fenster gliedert sich in vier Bereiche. Abgesehen von der normalen Dateileiste am oberen Fensterrand finden Sie direkt unter dieser die Leiste für den Schnellzugriff auf die wichtigsten Funktionen von Audacity. In ihrem linken Teil befindet sich ein vollständiges Panel für die Steuerung von Aufnahme und Wiedergabe. Die Icons hier sind den Piktogrammen klassischer Audiogeräte nachempfunden, so dass diese intuitiv zu bedienen sind.

Rechts daneben befinden sich sechs Icons, mit denen Sie schnellen Zugriff auf die wichtigsten Werkzeuge beim Arbeiten mit der Zeitleiste erhalten. Ein Monitor für Ein- und Ausgabe, Regler für die Signalstärke und schließlich eine klassische Leiste mit Icons zum Auswählen, Kopieren und Einfügen runden die Leiste ab. Wichtig sind auch die Drop-down-Menüs, die Ihnen die Auswahl der Audiokanäle für Ein- und Ausgabe ermöglichen.

Den weitaus größten Teil des Audacity-Fensters füllt der Bereich, in dem Sie später die Zeitleisten finden – nach dem ersten Programmstart ist der Teil leer. Ganz unten finden Sie schließlich eine Informationsleiste, die Details über die gerade aktuelle Position der digitalen Nadel auf der Projektzeitleiste verrät. Dort finden Sie erst dann Werte, wenn Sie Material bearbeiten: Damit geht es nun weiter, doch vorher bietet sich eine gute Gelegenheit für ein kurzes Nachdenken über geeignete Hardware.

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