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© WalC1, photocase

Ogg Vorbis komprimiert Audiodateien

Die MP3-Alternative

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KDE-Anwender können Musik-CDs mit Bordmitteln in komprimierte Audiodateien auf der Festplatte umwandeln – zum Beispiel ins freie Ogg-Vorbis-Format.

Über die Jahre kommt bei Musikfreunden eine beachtliche CD-Sammlung zustande, wenn sie denn noch auf die gepressten Scheiben setzen und im Onlineshop nicht direkt zum MP3-Download greifen. Damit Sie die gekaufte Musik auch am Computer bequem abspielen können, bietet es sich an, alle CDs zu "rippen", also auszulesen und als Audiodateien auf dem PC zu speichern.

Rippen mit KDE

Das gelingt unter Linux problemlos und ohne, dass separate Software nötig wäre. Nach dem Einlegen der CD erscheint eine Benachrichtigung zum neuen Datenträger (Abbildung 1), in der Sie auf Mit Dateimanager öffnen klicken können; nach kurzer Wartezeit zeigt der KDE-Dateimanager Dolphin den Inhalt der CD an (Abbildung 2). Zuoberst sehen Sie einige virtuelle Verzeichnisse, unten die einzelnen Songs als Dateien im WAV-Format. Möchten Sie einen Track auf den PC kopieren, ziehen Sie einfach die WAV-Datei per Drag & Drop auf Ihren Rechner. Im Ordner Informationen finden Sie die Textdatei CDDB-Informationen.txt, die Details zur eingelegten CD liefert. Diese Datei lädt Dolphin automatisch aus dem Internet herunter, falls eine aktive Verbindung besteht. Der Dateimanager zeigt dann auch die einzelnen Stücke nicht als Titel 01.wav und so weiter an, sondern mit dem richtigen Namen des Stücks.

Abbildung 1: Legen Sie eine Audio-CD ein, reagiert KDE darauf mit einer Benachrichtigung.
Abbildung 2: Unter der Adresse "audiocd:/" zeigt Dolphin in virtuellen Ordnern die Titel auf der CD an.

Klappen Sie den Ordner Ogg Vorbis auf, finden Sie dort erneut alle Titel der CD – diesmal aber im Ogg-Vorbis-Format. Eine kurze Erklärung zu den übrigen Formaten finden Sie in der Tabelle Audioformate. Welche virtuellen Verzeichnisse Konqueror anzeigt, hängt von der benutzten Distribution und den installierten Paketen ab. Bei OpenSuse (ohne nachgerüsteten MP3-Support) gibt es zum Beispiel keinen Ordner MP3.

Audioformate

Format Eigenschaften
AAC Advanced Audio Codec: Ein vom MPEG-Konsortium entwickeltes, verlustbehaftetes Verfahren zur Audio-Komprimierung mit Mehrkanalton- und Kopierschutz-Unterstützung. Vor allem bei Apple sehr beliebt.
FLAC Free Lossless Audio Codec: Freies Format zum Speichern von verlustfrei komprimierten Tondaten. Sehr gute Qualität bei rund 30 Prozent geringerem Platzverbrauch.
OGG Containerformat zum Speichern komprimierter Ton- und Videodaten. Obwohl eine Ogg-Datei verschiedene Codecs beinhalten kann, sind die Tondaten in der Regel mit dem verlustbehafteten Vorbis-Codec kodiert, weshalb man von Ogg-Vorbis-Dateien spricht. Videodateien benutzen den Codec Theora.
MP3 Verlustbehaftet komprimiertes Audioformat. MP3 ist zurzeit der De-facto-Standard unter den komprimierten Audiodateien. Das Format ist allerdings nicht frei von Patenten (zumindest ist die Rechtslage umstritten), weshalb die meisten aktuellen Linux-Distributionen es nicht mehr unterstützen.
WAV Containerformat zum Speichern digitaler Tondaten. In der Regel beinhaltet eine WAV-Datei die Tondaten in unkomprimierter Form, in der Windows-Welt sind jedoch manchmal auch komprimierte WAV-Dateien anzutreffen. Typische Beispiele für WAV-Dateien sind die Systemklänge in Windows. Die meisten Linux-Distributionen benutzen dafür seit mehr als zwei Jahren das platzsparende Ogg-Format.
WMA Von Microsoft entwickelter Audio-Codec (Windows Media Audio), der ähnlich wie MP3 funktioniert, damit jedoch nicht kompatibel ist. Es gibt sowohl eine verlustbehaftete Variante als auch eine verlustfreie. WMA-Daten sind oft im Containerformat ASF eingebettet.

Verlustfrei oder mit Verlust

Eine ganze CD belegt rund 650 MByte. Noch vor zehn Jahren hätten damit höchstens zwei bis drei Alben auf eine Festplatte gepasst. Clevere Entwickler haben deshalb nach einem Format gesucht, mit dem sich Tondateien komprimieren lassen. Dazu existieren zwei Verfahren: Bei der verlustfreien Komprimierung (engl. lossless) verkleinert ein Programm Tondateien so, dass daraus jederzeit wieder die Ursprungsdatei hergestellt werden kann. Das ist vergleichbar mit einer ZIP-Datei, aus der Sie wieder das Original herstellen können.

Beim zweiten Verfahren ist die Verkleinerung mit Verlust behaftet (engl. lossy). Das ist vergleichbar mit einem Foto, das Sie verkleinern. Möchten Sie es nachher wieder vergrößern, sieht es pixelig aus. Die Größenunterschiede zwischen verlustfrei und verlustbehaftet komprimierten Tondaten sind ziemlich groß: Während z. B. der FLAC-Code die Originaldatei lediglich auf 2/3 der ursprünglichen Größe verkleinert, erreichen MP3 und Ogg Vorbis Faktoren von einem Zehntel und weniger.

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