Nachrichten

08.07.2014

Gnome: Neue Nachrichten-Vorschau

Der Designer Allan Day hat in seinem Blog vorgestellt, wie zukünftig Gnome-Benutzer neue Nachrichten zu Gesicht bekommen sollen. Demnach erscheinen sie übereinandergestapelt in einer Art Schublade.

Derzeit präsentiert Gnome 3 am unteren Bildschirmrand eine waagerechte Leiste, die neue Benachrichtigungen als Symbole präsentiert. Nach den aktuellen Plänen soll sich das bereits mit dem kommenden Gnome 3.14 ändern: Statt der Leiste gibt es künftig ein "Message Tray". Diese virtuelle Schublade können Anwender mit einem Mausklick zur Bildschirmmitte hin aufziehen. Gnome 3 zeigt darin dann alle Meldungen übereinandergestapelt an. Zudem bietet die Schublade zu jeder Meldung passende Aktionen an, der Wecker lässt sich z. B. anhalten. Die Nachrichten sortiert die Schublade in ihrer zeitlichen Reihenfolge.

Standardmäßig ist die Schublade nicht zu sehen. Erst wenn der Anwender mit der Maus den unteren Rand berührt, erscheint eine Lasche, die gleichzeitig die Anzahl der Nachrichten anzeigt. Diese Lasche ist zudem in der Aktivitätenansicht immer sichtbar. Außerdem sollen die Nachrichten auch auf dem Sperrbildschirm erscheinen.

Die Gnome-Entwickler testen derzeit das neue Design. Bis zur Veröffentlichung von Gnome 3.14 könnte es sich noch einmal ändern. Den aktuellen bzw. geplanten Stand zeigt ein Video auf YouTube [1], weitere Bilder gibt es im Blog von Allan Day [2]. (Tim Schürmann/hge)

Abbyy Finereader für Linux

Abbyy hat Version 11 seiner Texterkennungssoftware (OCR) für Linux veröffentlicht [3]. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine Kommandozeilenvariante und nicht die unter Windows beliebte Anwendung. Das "Abbyy FineReader Engine 11 CLI für Linux" getaufte Programm sollen Nutzer in ihre Shell-Skripte integrieren (das Kürzel CLI steht für Command Line Interface), dort wandelt dann das Programm eingescannte und als Bilddatei vorliegende Dokumente in Textdateien um.

Die neue Version 11 liegt als 64-Bit-Programm vor und soll vor allem bessere Ergebnisse als ihre Vorgängerinnen liefern. Dazu spannt sie jetzt alle vorhandenen Prozessorkerne ein. Des Weiteren verarbeitet sie erstmals auch arabische Texte. Auf Wunsch erzeugt das Tool jetzt auch Dokumente im LibreOffice-Format (*.odt) sowie ePub, FB2 und Alto XML.

Im Gegensatz zur Windows-Version ist FineReader 11 CLI für Linux nur online erhältlich. Die günstigste Standardversion kostet 149 Euro und wandelt 12 000 Seiten pro Jahr – anschließend stellt sie bis zum 1. Januar den Dienst ein. Wer mehr Seiten verarbeiten muss oder möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Wer arabische, chinesische, japanische und koreanische Texte umwandeln lassen möchte, muss zur Extended Language Version greifen, die ebenfalls teurer ist. Auf Anfrage bietet Abbyy auch Lizenzen ohne Seitenzählung und für den Einsatz auf Servern an. Das Programm muss in jedem Fall aktiviert werden, funkt aber laut Hersteller anschließend nicht mehr nach Hause. (Tim Schürmann/hge)

Gratis-Schrift "Fira Sans" von Mozilla

Mozilla hat eine neue Version seiner kostenlosen Schriftart Fira Sans unter der SIL Open Font License veröffentlicht. Die vom bekannten Schriftendesigner Erik Spiekermann entworfene Schrift liegt jetzt in insgesamt 32 Schriftschnitten vor.

Die Schriften gibt es u. a. in den Formaten TTF (TrueType) und OTF (OpenType). Das komplette Paket lässt sich von dev.carrois.com herunterladen [4]. Dort erhält man auch eine Vorschau in verschiedenen Punktgrößen. Downloads einzelner Schnitte sind bei GitHub möglich [5]. (Tim Schürmann/hge)

Unreal Tournament 4 geplant: gratis

Epic hat einen neuen Teil seiner beliebten Unreal-Tournament-Reihe angekündigt [6] und überraschte dabei gleich dreifach: Das Actionspiel soll ausschließlich für PCs erscheinen, auch für Linux erhältlich und komplett kostenlos sein. Darüber hinaus möchte Epic den Ego-Shooter zusammen mit den Fans entwickeln. Geld verdienen will der Hersteller irgendwann mit einem Marktplatz. In ihm können Entwickler, Modder, Grafiker und Fans eigene Spielinhalte verkaufen. Von den Einnahmen geht die Hälfte an den Verkäufer, den Rest streicht Epic ein. Die Entwickler betonen, dass UT4 kein Free-to-play-Spiel wird, bei dem nur Teile des Spiels gratis verfügbar wären. (Free-to-play ist vor allem bei Smartphone-Spielen populär.)

Spieler müssen sich jedoch noch etwas in Geduld üben: Die Entwicklung an UT4 hat gerade erst begonnen – darum gibt es auch noch keine Screenshots. Laut Epic soll es noch "mehrere Monate" dauern, bis eine erste spielbare Fassung erscheint. Die soll zudem nur den Spielmodus Deathmatch enthalten, danach möchte man dann das Spiel schrittweise erweitern. An der Programmierung beteiligt sei ein "kleines Team aus Unreal-Tournament-Veteranen".

Den Entwicklungsfortschritt sollen Interessenten in einem extra dafür eingerichteten Wiki verfolgen können. Verbesserungsvorschläge dürfen diese in einem Forum hinterlassen und mit diskutieren. Zudem wollen die Entwickler regelmäßig bei Twitch [7] in einem Live-Stream ihre Arbeit vorstellen.

Weitere Informationen über das Projekt liefern die offizielle Ankündigung und ein Video auf YouTube mit den Entwicklern [8]. (Tim Schürmann/hge)

RemoteBox startet VirtualBox-VMs

RemoteBox, eine freie GUI-Anwendung zum Verwalten von VirtualBox-Gastsystemen auf einem entfernten Server, ist in Version 1.8 mit neuen Features verfügbar [9].

Mit einer neuen Option kann der Anwender Gastsysteme automatisch starten, wenn das Hostsystem bootet. Dabei kann er auch Verzögerungen konfigurieren, um die Gäste in einer bestimmten Reihenfolge zu starten. Vorher sind allerdings ein paar Handgriffe auf dem Server erforderlich. Daneben lässt sich auch einstellen, auf welche Weise die Gast-VMs beendet werden, wenn der Host herunterfährt. Weitere neue Features finden sich in der Release-Mitteilung des Projekts [10].

RemoteBox läuft clientseitig unter Linux, OS X, Solaris und einigen BSD-Varianten. Fertige Pakete für einzelne Linux-Distributionen, darunter auch OpenSuse und Ubuntu, gibt es auf der Projektseite. (Mathias Huber/hge)

Linux-Arbeitsmarkt im Aufwind

Gute Nachrichten für alle, die Linux nicht nur privat verwenden, sondern als Administratoren oder Entwickler auch beruflich damit vorankommen möchten: Anfang Juni haben die Linux Foundation und die Firma Dice Holdings den "Linux Jobs Report 2014" [11] veröffentlicht, der erstmals separate Zahlen für den europäischen Markt ausweist. Aus der Studie ergibt sich, dass 87 % der befragten europäischen Personalverantwortlichen 2014 mit hoher Priorität nach Linux-Experten suchen. 93 % berichten zudem, dass es schwierig sei, Experten zu finden, deren Linux-Know-how ihren Erwartungen entspricht.

Von der Situation profitieren Linux-Experten, die neben höheren Gehältern auch bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen können. Laut Jim Zemlin von der Linux Foundation gehören dazu etwa regelmäßige (arbeitgeberfinanzierte) Weiterbildungen und Heimarbeit.

Shawn Powers vom amerikanischen Linux Journal erklärt die besondere Nachfrage nach Linux-Profis wie folgt: Fast alle Linux-Administratoren sind es gewohnt, in heterogenen Umgebungen (Netzwerken mit Linux, Windows und anderen Betriebssystemen) zu arbeiten, weil Unternehmen, in denen nur Linux eingesetzt wird, selten sind. Darum sind sie gezwungen, die Arbeit mit verschiedenen Systemen zu beherrschen, und dadurch besonders qualifiziert. Das gilt nicht im gleichen Maße für Windows-Administratoren, die oft in reinen Windows-Umgebungen tätig sind und entsprechend keine Kenntnisse außerhalb der Windows-Welt erwerben [12].

Damit bestätigt die Studie, dass es sich (für Programmierer und Administratoren) auch beruflich lohnt, den Umgang mit Linux zu erlernen und sich damit von der Masse der Windows-Administratoren abzuheben. Selbst wer keinen Stellenwechsel plant, freut sich zu hören, dass seine Kenntnisse gefragt sind. (Hans-Georg Eßer/hge)

PGP für Google Mail

Google hat mit End-to-End [13] die Codebasis für eine Chrome-Erweiterung veröffentlicht, die in Zukunft das Erzeugen von PGP-Schlüsseln sowie das Verschlüsseln und Entschlüsseln von E-Mails über Google Mail erlauben soll. Noch aber gibt es einige Hürden zu nehmen – bis die Erweiterung im Play-Store auftaucht, wird es noch etwas dauern. Der Code wird zunächst der Community für Tests überlassen. Auf diese Weise will man sicherstellen, dass Journalisten, Vertreter von Menschenrechtsorganisationen und weitere Nutzer, für die sichere Verschlüsselung besonders wichtig ist, beim Einsatz der Software keine Risiken eingehen. Für den produktiven Gebrauch ist End-to-End also noch nicht geeignet.

Eine interessante Frage ist, wie denn andere Nutzer an den öffentlichen Schlüssel der Schlüsselinhaber kommen. Laut den FAQ auf der Projektseite müssen Anwender den Key selbst exportieren. Zudem funktioniert die Verschlüsselung nur für den Text der E-Mail, nicht aber für angehängte Dateien, und beim Signieren von Mails ist eine umständliche Prozedur nötig. Das lässt die Kombination von Thunderbird und Enigmail [14] nicht allzu schlecht dastehen. (Kristian Kißling/hge)

EasyLinux am Google-Play-Kiosk

Wer den Kiosk von Google Play verwendet, findet dort ab sofort auch digitale Ausgaben von EasyLinux [15]. Der Preis einer Ausgabe entspricht mit 9,80 Euro dem Preis, der auch in unserem Webshop anfällt. Damit kostet die digitale Fassung so viel wie das gedruckte Heft, was an der höheren Mehrwertsteuer (19 % statt 7 %) für digitale Zeitschriften liegt.

Auch einige unserer Schwesterzeitschriften sind nun über Google Play erhältlich, darunter LinuxUser [16] und Linux-Magazin [16]. (Hans-Georg Eßer/hge)

KDE 4.13 mit Chakra OS testen

Wer sich das neue KDE 4.13 ansehen möchte, ist bei Chakra OS [18], das den Codenamen Descartes trägt und auf Arch Linux basiert, an der richtigen Adresse. Interessierte können laut der Release-Ankündigung [19] z. B. Baloo ausprobieren, das Nepomuk ersetzen soll und das die Macher standardmäßig aktiviert haben. Wer das nicht möchte, kann Baloo jedoch deaktivieren. Ansonsten sieht das aktuelle Chakra OS etwas anders aus als die Vorgänger, weil ein neues Theme namens Sirius zum Einsatz kommt, das sich auf den Boot- und den Loginmanager, den Splash-Screen und die ausklappbare Shell Yakuake erstreckt.

Die aktuelle Version bringt auch einige neue Anwendungen mit: Kup erstellt Backups auf rsync-Basis, Octopi ist ein GUI für den Paketmanager Pacman, der zudem mit kcm-pacman-repoeditor eine Repository-Verwaltung in den System Settings erhält. Mit KCalc ist auch ein Taschenrechner verfügbar. Um die wichtigsten GTK-basierten Anwendungen aus dem Extra-Repository zu installieren, muss man dieses über Octopi zunächst aktivieren, denn es ist standardmäßig inaktiv.

Herunterladen können Chakra-Anwender die Distribution über den Downloadbereich. (Kristian Kißling/hge)

95-Dollar-PC mit Linux-Support

In der EBOX 3100 [20] steckt ein x86-kompatibler Vortex86EX-Prozessor. Das komplette System kommt ohne Lüfter aus und verbraucht im Betrieb nur 2,3 Watt. Allerdings verzichtet der Hersteller DMP auf einen VGA-Anschluss und sieht seinen Mini-PC damit vor allem als Embedded-System für die Industrie.

Der Minirechner kostet 95 Dollar und unterstützt offiziell Linux als Betriebssystem. Der Prozessor arbeitet mit 400 MHz und greift auf 512 MByte DDR3-Hauptspeicher zu. Aus dem Gehäuse führen zwei USB-2.0-Ports, Fast-Ethernet, eine serielle Schnittstelle (RS232), ein SD-Karten-Slot sowie ein Mikrofon- und Kopfhöreranschluss. Das Gehäuse misst 78 mal 78 mal 28 Millimeter. Bestellen lässt sich die EBOX 3100 bei WDL Systems [21] unter der Eigenmarke ICOP. (Tim Schürmann/hge)

Linus Torvalds erhält Computer Pioneer Award

Die renommierte IEEE Computer Society hat Linus Torvalds mit dem 2014er Computer Pioneer Award ausgezeichnet. Seit 1981 verleiht die Gesellschaft den Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Informatik, unter den Preisträgern finden sich Informatik-Größen wie Dennis Ritchie, Ken Thompson (die Unix-Entwickler), Donald E. Knuth (der TeX-Erfinder) und Computerpionier Konrad Zuse [22].

Jetzt darf sich der Finne für seine "herausragende Funktion hinter der Open-Source-Entwicklung des Linux-Kernels und des Linux-Betriebssystems" in die lange Liste einreihen, meldet die IEEE Computer Society [23]. (Markus Feilner/hge)

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