Effizienter arbeiten mit Gimp

Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

08.07.2014
Unsere Tipps machen Sie zum Gimp-Profi: Diesmal zeigen wir, wie Sie Mehrfachbelichtungen simulieren und der "chromatischen Aberration" zu Leibe rücken. Außerdem verraten wir, wie Sie richtig schärfen und effizient mit dem Zauberstab arbeiten.

Tipp: Mehrfachbelichtungen in Fotos vortäuschen

Die Begriffe Doppel- oder Mehrfachbelichtung stammen ursprünglich aus der analogen Fotografie. Es handelt sich um Motivüberlagerungen durch mehrfache Belichtung eines Films. Bei Doppelbelichtungen mischen sich zwei Motive, bei Mehrfachbelichtungen mehrere. Der Einsatzzweck ist vielfältig: So können Sie beispielsweise kreative Portraitfotos basteln oder auch Bewegungsabläufe in einem Bild darstellen.

Die gleiche Technik nutzen Sie in der Bildbearbeitung und simulieren eine Mehrfachbelichtung mit Ebenen. Dabei spielt es keine Rolle, welche Fotos Sie dafür einsetzen. In diesem Tipp zeigen wir, wie Sie mit Gimp eine Mehrfachbelichtung aus mehreren Aufnahmen erzeugen, die einen Bewegungsablauf einer Euromünze vortäuscht (Abbildung 1):

Abbildung 1: Ist bei Ihnen der Groschen oder der Euro gefallen? Mit einer Mehrfachbelichtung wirkt die Münze, als sei sie in Bewegung.
  1. Wählen Sie über das Menü Datei / Als Ebenen öffnen ([Strg]+[Alt]+[O]) alle Fotos aus, die Sie montieren möchten. Für mehrere Dateien halten Sie [Strg] gedrückt und klicken die Bilder nacheinander an.
  2. Im andockbaren Ebenendialog (Fenster / Andockbare Dialoge / Ebenen) sehen Sie im Ebenenstapel alle eben ausgewählten Bilder. Hier verschieben Sie bei Bedarf einzelne Elemente per Drag & Drop. An unterster Stelle sollte in jedem Fall das Foto sein, auf dem der Fokus beim Betrachten liegt.
  3. Für alle darüber liegenden Bildebenen stellen Sie den Modus auf Überlagern: Dadurch wird dass das Bild nicht so stark verdunkelt wie bei der Multiplikation. Abhängig von Motiv und Hintergrund können Sie mit anderen Varianten experimentieren, z. B. mit Weiche Kanten (weichere Kanten und nicht ganz so helle Farben) oder mit Harte Kanten (hellere Farben und schärfere Kanten).
  4. Bei Bedarf reduzieren Sie die Deckkraft der oberen Ebenen mit dem Regler auf bis zu 50 %. Achten Sie darauf, dass Sie das unterste Bild nicht verändern.
  5. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, klicken Sie im Menü Bild auf den Eintrag Bild zusammenfügen.

Optional können Sie noch die Helligkeit anpassen (Farben / Helligkeit/Kontrast) oder den Bildausschnitt zurechtrücken (Bild / Leinwandgröße). Im Dialog Leinwandgröße festlegen (Abbildung 2) tragen Sie neue Werte für die Breite und/oder die Höhe ein. Positionieren Sie den neuen Ausschnitt in der Vorschau, bis es passt, und beenden Sie den Vorgang über die Schaltfläche Größe ändern.

Abbildung 2: Um die Größe des Bildinhalts nicht zu beeinflussen, passen Sie den Ausschnitt über den Dialog "Leinwandgröße festlegen" an.

Tipp: Blaue Farbsäume auf Fotos korrigieren

Manche fotografierte Objekte haben einen violetten oder bläulichen Rand (Abbildung 3). Diese so genannte chromatische Aberration ("chroma" = "Farbe", "aberrare" = "abschweifen") ist ein Abbildungsfehler optischer Linsen. Das Phänomen tritt auf, weil Licht unterschiedlicher Wellenlänge oder Farbe verschieden stark gebrochen wird. Eine Möglichkeit, diese Farbfehler zu vermeiden, ist der Griff zu einem teuren Objektiv. Alternativ korrigieren Sie die unerwünschten Effekte mit Gimp:

  1. Öffnen Sie das Foto und wählen Sie aus dem Menü Farben den Eintrag Farbton / Sättigung. Im folgenden Dialog führen Sie nun die Anpassungen durch.
  2. Aktivieren Sie im Bereich Zu bearbeitende Primärfarbe auswählen per Klick in die Checkbox die Farbe Blau. Stellen Sie danach den Regler Sättigung auf einen Wert zwischen -50 und -60.
  3. Klicken Sie nun bei den Farben die Checkbox für Magenta an und verändern Sie ebenfalls den Sättigungswert. Auch hier ist zwischen -50 und -60 eine gute Wahl.
  4. Sollte der Farbfehler nach den beiden letzten Schritten noch nicht ganz behoben sein, modifizieren Sie zusätzlich die Primärfarbe Cyan. Stellen Sie die Sättigung erneut auf einen Wert zwischen -50 und -60.

    Abbildung 3: Über "Farbton / Sättigung" korrigieren Sie blaue Farbränder auf Fotos. Aktivieren Sie auf jeden Fall die Vorschaufunktion, um die Auswirkungen Ihrer Farbkorrektur einschätzen zu können.

Im Dialog Farbton / Helligkeit / Sättigung anpassen sollten Sie unbedingt ein Häkchen bei Vorschau setzen. So können Sie jederzeit die Änderungen überprüfen. Gehen Sie in jedem Fall behutsam bei den Farbanpassungen vor und konzentrieren Sie sich nicht nur auf den Farbsaum, sondern auch auf die übrigen Farbbereiche im Bild, die ebenfalls betroffen sind. Wenn das Ergebnis nicht optimal ist, können Sie es jederzeit korrigieren und die Schaltfläche Zurücksetzen anklicken.

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