Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Tipps und Tricks zu Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

07.04.2014
Ubuntu, Linux Mint und Knoppix basieren auf der Distribution Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Systemen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Software aus PPAs installieren

Personal Package Archives, kurz PPAs, sind ein Service der Plattform Launchpad [1] und bieten Entwicklern die Möglichkeit, inoffizielle Pakete für Ubuntu und dessen unterschiedliche Architekturen und Versionen anzubieten. Der Vorteil für Sie als Benutzer ist, dass Sie darüber brandaktuelle Programme fertig gepackt erhalten, die noch nicht in der Distribution enthalten sind oder die Sie sonst mühsam selbst aus den Quellen kompilieren müssten. Der Nachteil: Es handelt sich grundsätzlich um Fremdquellen, die nicht in Ihrer Ubuntu-Version voreingestellt sind – nicht alle Pakete, die Sie aus einem PPA erhalten, funktionieren reibungslos, und im schlimmsten Fall gefährden Sie sogar die Stabilität des eigenen Systems.

Bevor Sie ein PPA in die eigenen Paketquellen aufnehmen, sollten Sie auf dessen Launchpad-Seite überprüfen, welche Ubuntu-Versionen unterstützt werden, ob es sich um eine stabile Variante handelt oder das Programm noch in der Betaphase ist, ob das PPA gut gepflegt scheint und ob in den Bug Reports anderer Nutzer Probleme beschrieben sind, die möglicherweise auch Ihr System betreffen. Schauen Sie außerdem nach, ob es regelmäßige Sicherheitsaktualisierungen gibt und ob das PPA weitere PPAs als Abhängigkeit hat.

Um ein PPA hinzuzufügen, benötigen Sie Root-Rechte. In der Regel darf sich der bei der Installation von Ubuntu zuerst eingerichtete Benutzeraccount mit seinem eigenen Kennwort als Administrator ausweisen. Nachdem Sie die Quelle hinzugefügt haben, lesen Sie die Liste der Pakete neu ein, damit der Paketmanager die neuen Programme findet. Unter Unity fügen Sie ein PPA so hinzu:

  1. Öffnen Sie über das Dash Software & Aktualisierungen, um die Liste der Paketquellen zu bearbeiten. Denselben Dialog rufen Sie über das Software-Center auf, wenn Sie im Menü Bearbeiten / Software-Paketquellen wählen. Der dazugehörige Befehl für den Schnellstarter ([Alt]+[F2]) oder das Terminal heißt gksudo software-properties-gtk.
  2. Wechseln Sie zum Reiter Andere Software und klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen. In das Feld tippen Sie nun den Kurznamen des PPAs ein: ppa:LP-Benutzername/PPA-Name, also beispielsweise ppa:gnome3-team/gnome3-staging (Abbildung 1).

    Abbildung 1: Ein PPA tragen Sie ins Feld "APT-Zeile" ein und klicken dann auf "Software-Paketquelle hinzufügen".
  3. Klicken Sie auf Software-Paketquelle hinzufügen und geben Sie auf Aufforderung Ihr Passwort ein. Normalerweise sollte das Software-Center die Liste der Paketquellen nun automatisch neu einlesen; aufgrund eines Fehlers in der aktuellen Version (13.10, "Saucy Salamander") klappt das jedoch nicht, und Sie müssen die Anwendung schließen und neu starten.

Tipp: Kubuntu: PPAs zu Muon hinzufügen

Der KDE-Paketverwalter heißt Muon. Sie starten das Programm über Anwendungen / System / Muon. Über Einstellungen / Software-Quellen einrichten rufen Sie den Dialog zur Verwaltung der Paketquellen auf. Auch hier geben Sie zur Authentisierung Ihr eigenes Kennwort ein. Alternativ geben Sie das Kommando kdesudo software-properties-kde in ein Schnellstart- oder Terminalfenster ein. Der Dialog sieht genauso aus wie der zur Paketquellen-Konfiguration des Software-Centers. Sie können daher der Schritt-für-Schritt-Anleitung aus dem vorherigen Tipp folgen, um das PPA einzutragen.

Anschließend weist Muon darauf hin, dass Sie die Informationen über neue Software aktualisieren müssen, wenn Sie eine neue Quelle hinzugefügt haben. Über die Schaltfläche Neu laden bringen Sie alles auf den neuesten Stand. Alternativ klicken Sie im Hauptfenster auf den Knopf Auf Aktualisierungen prüfen in der Werkzeugleiste. Wenn Sie im Programmfenster links im Bereich Filter nun auf Nach Quellen klicken, sollten Sie den Namen des neu hinzugefügten PPAs sehen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Muon kann die Liste der Paketquellen filtern. So sehen Sie auf einen Blick, welches Repository was anbietet.

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