Software

Neue Software (Teil 2/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 2/2).

Gnome Disk 3.11.0: Disk-Überwachung und -Management

Wöchentliches Abfragen der internen Selbsttestwerte von Festplatten verringert die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlusts. Gnome Disk bietet eine grafische Oberfläche für die zuständigen Shell-Tools.

Es gibt keine Computerkomponente, die mehr Aufmerksamkeit erfordert als die Festplatte: Die Wahrscheinlichkeit, dass deren stoßempfindliche und schon im normalen Betrieb hohen Belastungen ausgesetzte mechanische Teile vorzeitig den Geist aufgeben, ist deutlich größer als zum Beispiel bei der CPU. Daher überwachen sich Festplatten laufend selbst auf Vorzeichen eines nahenden Defekts. Doch hilft das nichts, wenn Sie diese Messwerte nicht regelmäßig prüfen. Die Linux-Standardlösung für diese Aufgabe ist das Konsolenprogramm smartctl aus dem Paket smartmontools. Gnome Disk (das früher Gnome Disk Utilities bzw. Palimpsest hieß; Abbildung 1) [1] stellt neben vielen anderen Funktionen ein grafisches Frontend dafür bereit.

Abbildung 1: Die Gnome Disk Utilities zeigen eine grafische Übersicht der Partitionierung einer Festplatte. Die wichtigsten Funktionen sind das Auslesen und die Interpretation der SMART-Selbsttestwerte der Platte (rot markiert).

Wählen Sie im Geräte-Unterfenster links eine Ihrer Festplatten aus. Rechts neben der Laufwerksliste zeigt die Software Hardwaredaten wie Modellbezeichnung, Größe und Seriennummer der Platte. Die entscheidende Zeile ist die unterste oberhalb der grafischen Darstellung der Laufwerksbelegung, Einschätzung: Dort steht bei intakten Platten Das Laufwerk ist in Ordnung, gefolgt von der aktuellen Laufwerkstemperatur. Gesund sind dabei Temperaturen bis etwa 40 °C.

Es lohnt sich, auch die Rohdaten, auf die das Programm seine Gesamteinschätzung stützt, unter die Lupe zu nehmen. Wählen Sie dazu aus dem Menü, das der Button mit dem Zahnradsymbol rechts oben aufklappt, den Punkt SMART-Werte und Selbsttests. Das Akronym SMART steht für Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology (Selbstüberwachung, Analyse und Bericht). Bewegen Sie den Mauszeiger über eine Zeile, dann erscheint eine Beschreibung des zugehörigen Tests.

Sicherheitsabstand

Selbst wenn Sie die Bedeutung dieser technischen Daten im Einzelnen nicht verstehen, erkennen Sie den Zustand der Platte, indem Sie prüfen, ob alle Werte aus Normalisiert und Schlechtester noch mit einigem Abstand über dem Grenzwert liegen. Man kann grob davon ausgehen, dass ein Drittel der Festplattendefekte ohne Vorankündigung auftritt, aber immerhin zwei Drittel sich vorher in den SMART-Werten niederschlagen.

Die Gnome Disk Utilities bringen als Allzweck-Werkzeug rund um Festplatten viele weitere Funktionen mit – unter anderem das Formatieren und Partitionieren von Festplatten, das die darauf abgelegten Daten zerstört. Zum Glück setzen diese gefährlichen Operationen [2] stets die Eingabe des Root-Passworts voraus – es sei denn, Sie haben das Programm bereits mit gksu (Gnome) oder kdesu (KDE) als root gestartet, was Sie auf keinen Fall tun sollten, wenn Sie nur die SMART-Werte auslesen möchten.

Die Redaktion meint

Es gibt bessere Werkzeuge zum Partitionieren und Formatieren von Datenträgern, zum Beispiel GParted [3]. Doch fürs Auslesen der Selbsttestwerte, die das baldige Versagen einer Festplatte ankündigen, sind die Gnome Disk Utilities praktisch.

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2 von 5 Sternen

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