Neue Software (Teil 1/2)

Software

07.04.2014
Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 1/2).

Berger-Organizer 1.8: portabler Terminplaner

Der Berger-Organizer ist auf den ersten Blick ein einfaches und damit überflüssig wirkendes Kalenderprogramm. Doch auf den zweiten Blick überrascht die Software mit einer ausgesprochen leistungsfähigen Aufgabenverwaltung.

Braucht die Welt noch noch eine weitere Kalender-/Taskplaner-Software? Diese Frage stellt sich der Entwickler des Berger-Organizers (kurz BORG, doch keine Angst vor feindlicher Übernahme) auf der Homepage des Programms ebenfalls (Abbildung 1) [1]: Hauptsächlich, weil er sich einen Taskplaner wünscht, der ohne Internetverbindung und unabhängig vom Betriebssystem funktioniert, lautet seine Antwort. Daher hat er sein Programm in Java umgesetzt. Die meisten Anwender, so berichtet er, installieren BORG auf einem USB-Stick und tragen damit ihre Termine samt Anwendung zur Verwaltung von Rechner zu Rechner – egal, welches Betriebssystem in welcher Version darauf läuft.

Abbildung 1: Der BORG-Kalender wirkt optisch schlicht, braucht sich aber funktional vor vergleichbaren Programmen nicht zu verstecken.

Zwar gelingt eine solche portable Installation mit etwas Mühe auch mit dem Mailprogramm Thunderbird, das zusammen mit dem Add-on Lightning ebenfalls eine vollständige Kalender- und Taskplaner-Lösung bietet. Doch dazu muss auf dem Stick eine Thunderbird-Installation des ohnehin sehr schwergewichtigen Programms gesondert für jedes genutzte Betriebssystem untergebracht werden – kein Vergleich zu den lediglich 10 MByte bei BORG, das auf jedem Rechner startet, auf dem Java bereitsteht.

Sie installieren die Software, indem Sie auf der Kommandozeile in das Verzeichnis wechseln, in dem borg_installer-1.8.jar liegt, und java -jar borg_installer-1.8.jar eingeben. Der Installer fragt dann nach dem Installationsordner.

Innere Werte

Das kleine Programm wirkt optisch altbacken, doch beim Funktionsumfang hält es mit gängigen Terminplanern mit oder übertrifft diese sogar. So unterstützt es sich wiederholende Termine in allen denkbaren Varianten: wöchentlich, alle X Wochen, monatlich zu einem bestimmten Datum, an jedem dritten Dienstag im Monat, an bestimmten Wochentagen oder einmal pro Jahr.

Außergewöhnlich ist auch, dass man an Termine Dateien anhängen kann. Zudem können Sie diese auch auf andere Einträge in BORG verlinken, zum Beispiel auf Einträge aus dem Adressbuch. Auch Pop-up-Erinnerungen unterstützt das Programm. Dazu muss es zwar ständig laufen, doch man kann dabei das Programmfenster schließen, so dass nur ein Taskleisten-Icon sichtbar bleibt.

Bei der Aufgabenverwaltung geht das Programm im Funktionsumfang über das gewohnte Maß hinaus. Es orientiert sich dabei an so genannten Ticket-Systemen, wie sie Programmierer zum Verwalten der Fehler in ihren Softwareprojekten verwenden. Dabei gibt es unterschiedliche Aufgabentypen, denen bestimmte Workflows zugewiesen sind.

Als einfaches Beispiel definieren Sie zwei Aufgabentypen: private Aufgaben, die nur Sie selbst betreffen, und gemeinsame Aufgaben, die Sie mit Ihrem Ehepartner oder anderen Personen absprechen möchten. Für die privaten Aufgaben genügt der einfachste aller Workflows: Beim Anlegen befinden sich die Aufgaben im Status unerledigt; später wechseln sie nach erledigt.

Bei gemeinsamen Aufgaben dagegen soll es die Zustände unabgesprochen, abgesprochen und erledigt geben. Im Workflow-Editor, den Sie über den Menüpunkt Optionen / Typen und Stati bearbeiten aufrufen, definieren Sie diese Zustände und legen außerdem fest, dass Aufgaben nicht direkt, sondern nur über den Zwischenschritt abgesprochen in den Zustand erledigt wechseln dürfen.

BORG ordnet Aufgaben stets einem Projekt (Abbildung 2) zu. Die Projekte sortiert es hierarchisch in einen Kategoriebaum ein. Auch an Aufgaben können Sie Dateien von der Festplatte anhängen.

Abbildung 2: Die Aufgabenverwaltung in BORG enthält viele Funktionen professioneller Projektmanagement-Programme. So definiert sie flexible Workflows, also Abfolgen von Zuständen, die eine Aufgabe durchlaufen muss, bis sie als erledigt gilt.

Tragbar

Wenn man das Programm auf einem USB-Stick von Rechner zu Rechner trägt, braucht man keinen Datenabgleich. Dennoch hat der Entwickler sogar mehrere Synchronisierungsfunktionen eingebaut: Am einfachsten tauschen Sie Daten mit Hilfe von iCal-Dateien aus. Dabei handelt es sich um ein gängiges Format, das die meisten anderen Kalenderprogramme ebenfalls verstehen.

Nach einem Klick auf Ical / Start Server startet das Programm einen einfachen Webserver, der eine iCal-Datei mit allen BORG-Terminen im Heimnetz bereitstellt. Das Programm synchronisiert sich zudem mit einem Baikal-Server [2]: Das ist ein Kalenderdaten- und Adressbuchserver, der sich auf einem PHP-fähigen Webserver durch einfaches Auspacken eines ZIP-Archivs installieren lässt.

Die Redaktion meint

BORG sieht zwar nicht besonders schick aus, doch das kleine Programm lässt sich dank Java portabel auf einem UBS-Stick installieren und bringt viele ungewöhnliche, aber durchwegs praktische Funktionen mit.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Calibre 1.24.0: E-Book-Management Software

Calibre katalogisiert E-Books, konvertiert sie in ein einheitliches Format und hält die Sammlung auf der Festplatte mit mobilen Geräten synchron. Als Zugabe ist ein E-Book-Editor an Bord.

Zunehmend laufen E-Books den gedruckten Büchern den Rang ab. Und so wie keine größere Bibliothek ohne Titel- und Autorenkatalog auskommt, wird es ab einer gewissen Anzahl von E-Books auf der Festplatte unbequem, mit dem Dateimanager nach ihnen zu suchen.

Für eine bessere Übersicht in der elektronischen Buchsammlung sorgt die E-Book-Management-Software Calibre (Abbildung 3) [3]. Es genügt, bereits vorhandene E-Book-Dateien auf das Programmfenster zu ziehen, um sie unter die Verwaltung des Programms zu stellen. Die Funktion Bücher erwerben, welche die E-Books direkt von etwa 50 Onlineshops bezieht, erweitert die bestehende Sammlung.

Abbildung 3: Calibre stellt die E-Book-Sammlung als optisch ansprechenden Katalog mit Suchfunktion dar.

Bibliografischer Apparat

Die meisten E-Books enthalten von Haus aus bibliografische Daten wie Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Sprache oder behandelte Themen. Falls diese Daten fehlen oder unvollständig sind, bearbeiten Sie sie im mitgelieferten Editor (Abbildung 4). Praktisch sind dabei die Schaltflächen Vorherige und Nächste, mit denen das Katalogisieren Dutzender neuer Bücher nur ein paar Minuten dauert.

Abbildung 4: Mit dem Metadaten-Editor ergänzen Sie die bibliografischen Daten Ihrer E-Books entweder von Hand oder beziehen sie auf Knopfdruck von Onlinediensten.

Bevor Sie die Daten mühevoll von Hand eingeben, sollten Sie den Button Metadaten herunterladen ausprobieren, der Webdienste wie Amazon oder Google nach den Daten durchkämmt. Meist findet die Internetsuche auch ein Coverbild. Alternativ können Sie eine Grafik von der Festplatte dafür auswählen. Immer noch ansehnlicher als gar kein Cover ist das nach einem Klick auf Coverbild erstellen von Calibre erzeugte generische Bild mit aufgedrucktem Titel und Autor (Abbildung 3, oben Mitte).

Calibre konvertiert außerdem LibreOffice-, Microsoft-Word-, HTML- oder Textdateien sowie PDF-Dokumente in die zwei gängigen E-Book-Formate Epub und Mobi. Dabei tut die Software ihr Möglichstes, um nicht für kleine Bildschirme konzipierte Vorlagen für die Handy-Anzeige zu optimieren.

Eine Frage des Formats

Bei unformatierten Textdateien erkennt das Programm zum Beispiel einzelne Zeilen vor längeren Textblöcken als Überschriften. Die wegen ihrer festen Seitengröße auf kleinen Bildschirmen schwer lesbaren PDF-Dateien bricht Calibre so um, dass sie auf Smartphone-Displays ordentlich lesbar sind.

Das Programm bringt außerdem einen Editor für die auf HTML basierenden E-Book-Formate Epub und Mobi mit. Mit ihm lässt sich der HTML-Quellcode der eingebetteten Seiten bearbeiten. Zwar integriert er eine hilfreiche Vorschau, dennoch muss sich der Anwender mit HTML beschäftigen.

Einfacher ist es daher, eigene E-Books in LibreOffice zu erstellen und mit dem gut funktionierenden Konverter, der auch Abbildungen berücksichtigt, in ein E-Book zu verwandeln. Zu guter Letzt lädt Calibre die E-Books auf die Speicherkarte des angeschlossenen E-Book-Readers, Android-Phones oder Apple-Geräts. Um das fertige E-Book vorher zu begutachten, integriert die Software einen E-Book-Reader, den Sie über den Vorschau-Button aktivieren.

Ein eher ausgefallenes Feature ist die Nachrichtenabruf-Funktion: Wie ein RSS-Reader sammelt das Programm die Meldungen von Webseiten und konvertiert sie in ein E-Book. Dies bringt zwar kaum etwas für Smartphone-Besitzer, welche die Nachrichten mühelos mit dem Browser des mobilen Geräts betrachten können. Doch das Lesen der Nachrichten auf dem kontrastreichen Display eines E-Book-Readers schont die Augen von Zeitgenossen, die ohnehin genug Zeit vor dem Bildschirm verbringen.

Die Redaktion meint

Calibre eignet sich hervorragend, um große E-Book-Sammlungen aus unterschiedlichsten Quellen zu verwalten. Da das Programm LibreOffice-, HTML- und PDF-Dateien weiterverarbeitet, kann man es auch zum Erzeugen eigener E-Books nutzen.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Clonezilla 2.2.1: Festplatten-Cloneprogramm

Es ist leider viel schwieriger, eine ganze Linux-Distribution als nur die Dokumente im Home-Verzeichnis zu sichern. Die Live-CD Clonezilla nimmt Ihnen dabei die kniffeligen Arbeitsschritte auf der Konsole ab.

Ohne Zweifel ist ein Backup Ihrer Dateien und Dokumente im Home-Verzeichnis am wichtigsten. Das Linux-System lässt sich ja bei Bedarf von einer Installations-DVD aus neu aufspielen. Doch es bedeutet viel Arbeit, alle Programme wieder zu installieren und das System erneut einzurichten.

Dies bleibt Ihnen erspart, wenn Sie ein Backup Ihrer Root-Partition anfertigen. Leider funktioniert es nicht zuverlässig, alle Dateien des /-Verzeichnisses aus einem laufenden System heraus auf einen externen Datenträger zu kopieren. Sicher, dass alles wie vorher läuft, können Sie nur sein, wenn Sie dafür ein externes Live-System starten.

Live gehen

Clonezilla (Abbildung 5) [4] ist eine für diesen Zweck maßgeschneiderte Spezialdistribution, die Sie von einer aus dem ISO-Image auf der EasyLinux-DVD gebrannten CD oder einem USB-Stick starten. Dann öffnet sich ein Wizard, mit dem Sie die Daten Ihrer Systempartition in eine so genannte Image-Datei verpacken oder sie aus einer früher geschriebenen Image-Datei wiederherstellen.

Abbildung 5: Clonezilla ist ein Festplatten-Cloneprogramm à la Norton Ghost. Das Live-System bietet kein richtiges GUI, sondern nur "Konsolengrafik". Dennoch müssen Sie keine Befehle von Hand eintippen.

Als Speicherort für diese große Datei (ihre Größe entspricht dem belegten Platz Ihrer Root-Partition) kommen eine am Rechner angeschlossene zweite Festplatte, ein ausreichend großer USB-Stick oder ein anderer, im lokalen Netzwerk erreichbarer zweiter Rechner in Frage.

Beim Booten von der Clonezilla-CD genügt es, den vorausgewählten Standardeintrag mit [Eingabe] zu bestätigen. Danach startet der Clonezilla-Wizard. Dabei handelt es sich um eine Konsolenanwendung, die Sie nicht mit der Maus, sondern ausschließlich mit den Cursortasten, [Eingabe] zum Übernehmen einer Option und [Leertaste] zum Aktivieren eines Kontrollkästchens bedienen. Das mag sich ungewohnt anfühlen, doch man muss kein Computerexperte sein, um mit den bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf der Clonezilla-Homepage [5] zurechtzukommen, sollte dafür allerdings gut Englisch beherrschen.

Für die meisten Anwender werden nur die dort beschriebenen Funktionen Save disk image und Restore disk image relevant sein, mit denen Sie eine Partition Ihrer Festplatte in eine Datei sichern oder aus einer Sicherung wiederherstellen.

Netzanschluss

Wenn Sie die gesicherten Daten im Netzwerk statt auf einem physisch am Rechner angeschlossenen Gerät speichern möchten, brauchen Sie im Dialog Mount Clonezilla image directory (dt.: "Clonezille-Image-Verzeichnis einbinden") nur statt local_dev die Optionen ssh_server oder samba_server zu wählen. SSH funktioniert bei allen Linux-Rechnern, auf denen Sie sich über das Netz anmelden können. Samba ist die unter Linux übliche Bezeichnung für Windows-Netzlaufwerke.

Ein kritischer Punkt, auf den die Clonezilla-Dokumentation nicht eingeht, ist die Auswahl der zu sichernden oder wiederherzustellenden Partition anhand der Linux-Kürzel in der Form sdXy: Der Buchstabe X steht dabei für die laufende Nummer der Festplatte, die Zahl y nummeriert die Partitionen einer Platte durch. Sie finden die richtigen Kürzel für Ihr System heraus, indem Sie in einem Terminalfenster mount eingeben – solange Ihr System noch funktioniert.

Die Redaktion meint

Dank der Schritt-für-Schritt-Anweisungen auf der Clonezilla-Homepage kommen Anwender gut mit dem Programm zurecht, auch wenn es keine grafische Oberfläche bietet. Allerdings kann eine falsche Eingabe beim Partitionskürzel Ihre Daten ins Nirvana befördern.

Besser auf Einsteiger zugeschnitten ist die Live-CD Redo Backup & Recovery [6], die allerdings seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr in einer neuen Fassung erschienen ist.

Bewertung

3 von 5 Sternen

ConvertAll 0.6.0: Umrechner für zusammengesetzte Einheiten

Maßeinheiten umzurechnen ist eine lästige Pflichtaufgabe, die man am besten dem Computer überlässt. ConvertAll konvertiert sogar zusammengesetzte Einheiten in einem Arbeitsschritt.

So wenig wie von seiner Queen lässt das vereinigte Königreich von Großbritannien von seinen "imperialen" Maßeinheiten. Da diese im ganzen angelsächsischen Sprachraum immer noch vorherrschen, muss man sich auch in der modernen globalen Welt mit Zoll, Fuß und Meilen herumschlagen; auch in den USA gibt es ungewöhnliche Maße, etwa Grad Fahrenheit statt Celsius.

Fast allwissend

Ein Spezialist, der Maßeinheiten aus der Atomphysik wie Angström und Stone als traditionelles britisches Maß für das Körpergewicht ebenso kennt wie die Einheit PetaByte aus der Informatik (1024 TeraByte), ist das Python-Programm ConvertAll [7]. Mehr noch als durch seine lange Liste an gespeicherten Einheiten (Abbildung 6) zeichnet es sich dadurch aus, dass es nicht nur einfache Einheiten umrechnet, sondern auch zusammengesetzte.

Abbildung 6: Der Einheitenumrechner ConvertAll kennt viele gebräuchliche und historische Maßeinheiten und konvertiert auch Produkte, Quotienten und Potenzen aus beliebigen Einheiten in einem Schritt.

Ein Beispiel: Sie wissen, dass ein Bach 10 Liter Wasser pro Sekunde führt. Um die Tagesmenge zu erfahren, rechnen Sie einfach die Einheit Liter / Sekunde in Liter / Tag um. Liter / Tag können Sie dabei durch jede bekannte Kombination aus Mengeneinheit (Hektoliter, Gallone, Meter hoch drei) pro Zeiteinheit (Monat oder z. B. Wache aus der Schifffahrt) ersetzen.

Generell rechnet ConvertAll jedes Produkt und jeden Quotienten aus ihm bekannten Einheiten in jede andere Kombination der gleichen Dimension um. Ob die Zusammenstellung der Einheiten einen Sinn ergibt, prüft das Programm nicht, lediglich, ob sich der linke Wert überhaupt in den rechten umwandeln lässt. Geben Sie für zusammengesetzte Einheiten in die Felder Ausgangseinheit und Zieleinheit eine Kombination aus Einheitennamen und den mathematischen Operatoren /, * und ^ (für "hoch", Potenz) ein.

Beim Tippen einer Bezeichnung wählt das Programm, sobald die Eingabe eindeutig ist, einen Eintrag aus der Liste der eingebauten Einheiten aus. Sie erkennen dann am Einheitentyp und gegebenenfalls am Kommentar, ob ConvertAll Ihre Eingabe richtig zugeordnet hat. Alternativ können Sie direkt aus der Liste eine Maßeinheit wählen. Der Button Einheit Suchen erleichtert die Auswahl, indem er die Einheiten nach Sachgebieten filtert.

Nun brauchen Sie nur noch in eines der Felder unten im Fenster rechts oder links des Gleichheitszeichens eine Zahl einzugeben, dann berechnet das Programm die Entsprechung in der anderen Maßeinheit.

Die Redaktion meint

ConvertAll schafft es, wissenschaftliche Ansprüche und einfache Bedienung unter einen Hut zu bringen. Damit hilft es Lesern englischer Romane ebenso weiter wie Physikern.

Bewertung

4 von 5 Sternen

EasyTAG 2.1.10: Tag-Editor für Musikdateien

Viele Medienspieler bringen bereits einen Editor für Tags mit, die in die Musikdateien eingebettet sind. Doch wenn man eine ganze Musiksammlung bearbeiten möchte, lohnt sich der Einsatz eines Spezialprogramms wie EasyTAG.

Die meisten Musikplayer, auch das in dieser Ausgabe vorgestellte Nightingale, gruppieren die Songs nach den eingebetteten Tags. So sortieren sie die Musikstücke unabhängig davon, wo Dateien auf der Festplatte liegen, nach Stilen, Alben und Interpreten. Ein direkter Zugriff auf die Dateien ist in den meisten Anwendungen gar nicht mehr möglich – auf dem kleinen Display eines Handys oder MP3-Players wäre das auch unpraktisch.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass alle Musikdateien konsistent und lückenlos mit Tags ausgestattet sind. Das richtige Tool, um Fehler wie unterschiedliche Schreibungen einer Band oder falsch kodierte Umlaute zu korrigieren, ist das Gnome-Programm EasyTAG (Abbildung 7) [8]. Da es die Daten automatisch aus den Dateinamen und der Ordnerstruktur extrahieren oder von Internetdiensten beziehen kann, eignet es sich auch gut, um eine selbst digitalisierte Schallplattensammlung zu taggen.

Abbildung 7: Die Stärken des Tag-Editors EasyTAG für Musikdateien kommen immer dann zum Tragen, wenn Sie den Album- oder Künstlernamen für viele Dateien gleichzeitig verändern möchten.

Nach der Auswahl eines Verzeichnisses links im Dateibrowser durchkämmt EasyTAG dieses inklusive aller Unterordner nach Musikdateien. Wählen Sie aus dieser Liste eine oder mehrere Dateien aus. Um die Tags mehrerer Dateien zum Beispiel für den Eintrag Künstler anzugleichen, klicken Sie auf das kleine Icon rechts im Eingabefeld.

EasyTAG speichert Änderungen niemals ungefragt. Veränderte Tracks hebt das Programm zunächst rot hervor. Erst Dateien speichern oder [Strg]+[S] schreibt die veränderten Werte in die Dateien.

Daten saugen

Schneller als das Eintippen von Hand geht die Abfrage aus dem Internet mit der CDDB-Suche (Abbildung 8). Wenn in den ausgewählten Dateien bereits ein Albumname eingetragen ist, genügt ein Klick auf den Button Suchen. Alternativ geben Sie im Reiter Manuelle Suche ein Schlagwort ein. In der Zeile Einsetzen in wählen Sie die Felder, die EasyTAG mit den Ergebnissen der Onlinesuche füllen soll.

Abbildung 8: Automatik statt Handarbeit: EasyTAG ergänzt die Tags auf Knopfdruck aus Onlinedatenquellen.

Die zweite leistungsfähige Automatisierungsfunktion des Programms ist der so genannte Scanner (Abbildung 9). Dieser scannt Datei- und Verzeichnisnamen und überträgt die Werte gemäß einem einstellbaren Schema in die Tags: %a/%b/%t legt zum Beispiel fest, dass der Unterordner auf der ersten Ebene den Namen der Band trägt, der folgende Unterordner den des Albums. Im Ordner liegen schließlich Dateien, die nach dem Musikstück benannt sind.

Abbildung 9: Der Scanner nutzt entweder Dateinamen und -pfade als Datenquelle für das Tagging oder benennt umgekehrt die Dateien den Tags entsprechend um.

Mit Hilfe der Legende im Dialog ist das Entwerfen eines solchen Zuordnungscodes einfach. Sie müssen lediglich auf die Position der Verzeichnistrenner / und eventuell anderer Trennzeichen wie einem - achten. Dabei entfernt das Programm auf Wunsch ungültige Zeichen oder glättet die Groß- und Kleinschreibung.

Die Redaktion meint

EasyTAG gefällt vor allem, weil es nicht ungefragt Dateien überschreibt. Es bietet außerdem eine leistungsfähige Onlinedatenabfrage sowie einen Scanner, der Dateipfade und -namen für die Tags auswertet.

Bewertung

4 von 5 Sternen

FileZilla 3.7.4.1: Remote-Dateimanager mit Protokollfunktion

Die Gnome- und KDE-Dateimanager sind trotz ihrer Netzwerkfähigkeit auf einen zügigen lokalen Einsatz hin optimiert. Das gute alte FTP-Programm FileZilla ist daher besser geeignet, wenn Sie lange Dateilisten per FTP oder SSH übertragen möchten und genaue Kontrolle beim Überschreiben der Dateien brauchen.

Die Dateimanager von KDE und Gnome unterstützen die Netzwerkprotokolle FTP und SFTP; Letzteres ist ein sicheres, verschlüsseltes Protokoll, das zwischen allen Rechnern funktioniert, auf denen Sie sich via Secure Shell (SSH) remote anmelden können. Ein klassisches FTP-Programm wie FileZilla (Abbildung 10) [9] wirkt daher heutzutage wie ein Anachronismus. Doch es gibt immer noch Einsatzszenarien, in denen das Programm die Dateimanager aussticht.

Abbildung 10: FileZilla ist ein klassisches FTP-Programm, das auch SFTP beherrscht. Durch sein Protokollfenster (unten) ist es gut für das Übertragen großer Dateisammlungen im Netz geeignet.

Rechenschaftsbericht

Das Programm zeigt am unteren Fensterrand eine Liste der noch zu übertragenden Dateien, der bereits erfolgreich übertragenen Dateien, sowie der Dateien, deren Übertragung gescheitert ist. Mit diesem ausführlichen Feedback bewährt sich FileZilla besonders, wenn Sie große Dateisammlungen übertragen möchten.

Die Anwendung startet immer in der klassischen Zweispaltenansicht, die das Kopieren oder Verschieben erleichtert. Dabei repräsentiert die linke Spalte stets den lokalen Rechner, die rechte einen entfernten. Für die lokale Dateiverwaltung eignet sich das Programm daher nicht.

Um sich an einem FTP-Server anzumelden, zum Beispiel dem OpenSuse-Mirror ftp4.gwdg.de/pub/opensuse/, geben Sie in das Feld Server am oberen Fensterrand seine Netzwerkadresse und – falls erforderlich – den Benutzernamen und das Passwort ein. Das Feld Port müssen Sie nur ausfüllen, wenn der Server nicht-standardkonform konfiguriert ist, was bei öffentlich erreichbaren Diensten kaum vorkommt.

Möchten Sie via SSH auf einen Rechner in Ihrem lokalen Netz zugreifen, geben Sie in das Server-Feld sftp://IP-Adresse sowie den Benutzernamen und das Passwort ein. In der nun angezeigten Dateiliste steht der Eintrag .. für das übergeordnete Verzeichnis.

Alternativ zum Kopieren per Drag & Drop können Sie Dateien und Verzeichnisse per Rechtsklick einer Warteschlange hinzufügen. Im Reiter Zu übertragende Dateien am unteren Fensterrand kontrollieren Sie dann zunächst, welche Dateien für die Übertragung vorgesehen sind, und starten diese dann per Rechtsklick auf die Warteschlange und Auswahl von Warteschlange abarbeiten.

Konfliktlösung

Vorher dürfen Sie noch festlegen, wie das Programm mit bereits auf dem Server existierenden Dateien umgeht: Mit einem Rechtsklick auf die Übertragungsliste steuern Sie, ob FileZilla bereits vorliegende Dateien überschreibt, sie überspringt oder ob das Programm nur neuere Dateien oder Dateien mit veränderter Dateigröße überschreibt.

Im Transfer-Menü hält FileZilla noch ein weiteres Feature bereit, das Dateimanagern mit FTP-/SFTP-Support fehlt: Mit Geschwindigkeitsbegrenzungen drosseln Sie die Downloadgeschwindigkeit, so dass Sie nebenher noch flüssig im Web surfen können.

Die Redaktion meint

Mit seinen vor der Abarbeitung kontrollierbaren Übertragungslisten, der pedantischen Protokollierung und den Einstellungen für das Überschreiben von Dateien legt FileZilla den Schwerpunkt auf Sicherheit und Verlässlichkeit. Seit Jahren listen die Entwickler für neue Versionen nur noch Bugfixes und kleinere Veränderungen. Darunter fallen jedoch teilweise Sicherheitslücken und für die Version 3.7.4.1 auf der EasyLinux-DVD eine Korrektur beim Erkennen veränderter Dateien – ein Fehler, der bei früheren Versionen zu einem Datenverlust führen konnte.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Glossar

Mirror

Ein Mirror-Server (dt. wörtlich: "Spiegelserver") enthält die Spiegelung (Kopie) eines anderen Servers. Durch das Einrichten mehrerer Mirrors können Software-Anbieter die Downloadlast auf mehrere Server verteilen.

Infos

[1] Berger-Organizer: http://mbcsoft.com/joomla30/index.php/borg

[2] Baikal-Server: http://baikal-server.com/

[3] Calibre: http://calibre-ebook.com/

[4] Clonezilla: http://clonezilla.org/

[5] Schritt-für-Schritt-Anleitungen: http://clonezilla.org/clonezilla-live-doc.php

[6] Redo Backup & Recovery: http://redobackup.org/download.php

[7] ConvertAll: http://convertall.bellz.org/

[8] EasyTAG: https://wiki.gnome.org/Apps/EasyTAG

[9] FileZilla: https://filezilla-project.org/

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