Neue Software (Teil 1/2)

Software

07.04.2014
Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 1/2).

Berger-Organizer 1.8: portabler Terminplaner

Der Berger-Organizer ist auf den ersten Blick ein einfaches und damit überflüssig wirkendes Kalenderprogramm. Doch auf den zweiten Blick überrascht die Software mit einer ausgesprochen leistungsfähigen Aufgabenverwaltung.

Braucht die Welt noch noch eine weitere Kalender-/Taskplaner-Software? Diese Frage stellt sich der Entwickler des Berger-Organizers (kurz BORG, doch keine Angst vor feindlicher Übernahme) auf der Homepage des Programms ebenfalls (Abbildung 1) [1]: Hauptsächlich, weil er sich einen Taskplaner wünscht, der ohne Internetverbindung und unabhängig vom Betriebssystem funktioniert, lautet seine Antwort. Daher hat er sein Programm in Java umgesetzt. Die meisten Anwender, so berichtet er, installieren BORG auf einem USB-Stick und tragen damit ihre Termine samt Anwendung zur Verwaltung von Rechner zu Rechner – egal, welches Betriebssystem in welcher Version darauf läuft.

Abbildung 1: Der BORG-Kalender wirkt optisch schlicht, braucht sich aber funktional vor vergleichbaren Programmen nicht zu verstecken.

Zwar gelingt eine solche portable Installation mit etwas Mühe auch mit dem Mailprogramm Thunderbird, das zusammen mit dem Add-on Lightning ebenfalls eine vollständige Kalender- und Taskplaner-Lösung bietet. Doch dazu muss auf dem Stick eine Thunderbird-Installation des ohnehin sehr schwergewichtigen Programms gesondert für jedes genutzte Betriebssystem untergebracht werden – kein Vergleich zu den lediglich 10 MByte bei BORG, das auf jedem Rechner startet, auf dem Java bereitsteht.

Sie installieren die Software, indem Sie auf der Kommandozeile in das Verzeichnis wechseln, in dem borg_installer-1.8.jar liegt, und java -jar borg_installer-1.8.jar eingeben. Der Installer fragt dann nach dem Installationsordner.

Innere Werte

Das kleine Programm wirkt optisch altbacken, doch beim Funktionsumfang hält es mit gängigen Terminplanern mit oder übertrifft diese sogar. So unterstützt es sich wiederholende Termine in allen denkbaren Varianten: wöchentlich, alle X Wochen, monatlich zu einem bestimmten Datum, an jedem dritten Dienstag im Monat, an bestimmten Wochentagen oder einmal pro Jahr.

Außergewöhnlich ist auch, dass man an Termine Dateien anhängen kann. Zudem können Sie diese auch auf andere Einträge in BORG verlinken, zum Beispiel auf Einträge aus dem Adressbuch. Auch Pop-up-Erinnerungen unterstützt das Programm. Dazu muss es zwar ständig laufen, doch man kann dabei das Programmfenster schließen, so dass nur ein Taskleisten-Icon sichtbar bleibt.

Bei der Aufgabenverwaltung geht das Programm im Funktionsumfang über das gewohnte Maß hinaus. Es orientiert sich dabei an so genannten Ticket-Systemen, wie sie Programmierer zum Verwalten der Fehler in ihren Softwareprojekten verwenden. Dabei gibt es unterschiedliche Aufgabentypen, denen bestimmte Workflows zugewiesen sind.

Als einfaches Beispiel definieren Sie zwei Aufgabentypen: private Aufgaben, die nur Sie selbst betreffen, und gemeinsame Aufgaben, die Sie mit Ihrem Ehepartner oder anderen Personen absprechen möchten. Für die privaten Aufgaben genügt der einfachste aller Workflows: Beim Anlegen befinden sich die Aufgaben im Status unerledigt; später wechseln sie nach erledigt.

Bei gemeinsamen Aufgaben dagegen soll es die Zustände unabgesprochen, abgesprochen und erledigt geben. Im Workflow-Editor, den Sie über den Menüpunkt Optionen / Typen und Stati bearbeiten aufrufen, definieren Sie diese Zustände und legen außerdem fest, dass Aufgaben nicht direkt, sondern nur über den Zwischenschritt abgesprochen in den Zustand erledigt wechseln dürfen.

BORG ordnet Aufgaben stets einem Projekt (Abbildung 2) zu. Die Projekte sortiert es hierarchisch in einen Kategoriebaum ein. Auch an Aufgaben können Sie Dateien von der Festplatte anhängen.

Abbildung 2: Die Aufgabenverwaltung in BORG enthält viele Funktionen professioneller Projektmanagement-Programme. So definiert sie flexible Workflows, also Abfolgen von Zuständen, die eine Aufgabe durchlaufen muss, bis sie als erledigt gilt.

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