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© Hans-Georg Eßer

Maßgeschneidert

Normbrief-Vorlagen mit Writer selbst erstellen

07.04.2014
Ob geschäftlich oder privat, elegant oder modern – LibreOffice bietet zahlreiche Briefvorlagen für jeden Anlass. Möchten Sie Ihre Post lieber selbst gestalten, dann zeigt dieser Workshop, wie Sie normgerechte Templates erstellen.

Die LibreOffice-Entwickler haben ihrem Büropaket einige Vorlagen für Briefe, Etiketten, Präsentationen usw. beigelegt. Die Projektseite [1] enthält weitere Templates, und auch eine Abfrage bei einer Suchmaschine der Wahl fördert Formatvorlagen für jeden Bedarf zutage. Einen besonderen Service stellt der Assistent der Officesuite bereit; Sie starten ihn über Datei / Assistenten / Brief. Ein Dialogfenster präsentiert nun Dokumentvorlagen für geschäftliche und private Briefe, die Sie über Schaltflächen und Auswahlboxen an Ihren persönlichen Geschmack anpassen. So gelangen Sie schrittweise zu einem Grundgerüst für Ihren Brief, den Sie dann nur noch mit Inhalt füllen müssen.

Gefallen Ihnen die Ergebnisses dieses Rundum-Sorglos-Pakets nicht, und möchten Sie lieber ein persönliches Briefpapier mit eigenem Logo basteln, dann ändern Sie entweder eine vorhandene Formatvorlage ab, oder Sie bauen von Grund auf eine eigene. Normgerechte Briefe folgen bestimmten Konventionen, die das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN, [2]) zusammenfasst. Die Empfehlungen können Sie als Grundlage für eigene Formatvorlagen heranziehen (siehe Kasten Empfehlungen für Geschäftsbriefe), und auch dieser Workshop hält sich daran.

Empfehlungen für Geschäftsbriefe

Sämtliche Richtlinien zur Gestaltung von Geschäftsbriefen finden Sie in der DIN 5008 [3] nach dem Stand vom April 2011; diese Norm fasst die bisherige DIN 676 und DIN 5008 zusammen und ersetzt sie. Der Standard definiert die Schreib- und Gestaltungselemente. Dazu gehören unter anderem Währungsbezeichnungen, Telefonnummern, Abkürzungen und Hervorhebungen, aber auch die korrekte Position von Adresse, Anrede und Betreff. Das Wort "Betreff" selbst ist verschwunden, und man verwendet es heutzutage nicht mehr.

Neu hinzugekommen ist eine Empfehlung für den bisher in DIN 676 geregelten Aufbau, also für die Maße und die Einteilung eines Geschäftsbriefes. Diese Regelungen sorgen dafür, dass beispielsweise das Anschriftenfeld im Fenster eines Normbriefumschlags erscheint und die Absenderzeile über der Anschrift ebenfalls lesbar ist. Die Norm unterscheidet zwischen Normalbriefen und Sparbriefen. Beim Normalbrief beträgt die Höhe der Briefkopffläche 45 mm, beim Sparbrief nur 27 mm.

Der Normbrief bietet also neben mehr Schreibfläche auch bessere Gestaltungsmöglichkeiten für den Briefkopf. Wie Sie diesen aufbauen, bleibt Ihnen selbst überlassen. Im Vorfeld sollten Sie aber überlegen, was der Briefkopf vermitteln soll. Darf es bunt und auffällig sein oder doch eher seriös? Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden – grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr.

Vorarbeiten

Die meisten Briefvorlagen enthalten Platzhalter, beispielsweise für den Absender und die Betreffzeile. LibreOffice füllt diese selbständig aus und verwendet dazu die Daten, die Sie in den Programmeinstellungen (Extras / Optionen) unter LibreOffice / Benutzerdaten hinterlegt haben. Vor der Arbeit mit Vorlagen lohnt es sich also, den Konfigurationsdialog aufzurufen und die Felder auszufüllen oder zu ergänzen, um leere Platzhalter oder falsche Absenderangaben zu vermeiden.

Als Nächstes wenden Sie sich der Seiteneinrichtung zu. Öffnen Sie über die Taste [F11] oder das Menü Format / Formatvorlagen den gleichnamigen Dialog. Über das vierte Icon von links erreichen Sie die Seitenvorlagen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag Erste Seite und wählen Sie Ändern, um die Formatierung für das erste Blatt des Briefes zu anzupassen. Die erste Seite eines langen Briefes soll anders aussehen als die Folgeseiten, und das ist nur mit verschiedenen Vorlagen realisierbar.

Auf dem Reiter Verwalten sehen Sie oben den Namen der Vorlage: Erste Seite (Abbildung 1). Im Drop-down-Menü Folgevorlage entscheiden Sie sich für Standard. Damit stellen Sie sicher, dass LibreOffice die nachfolgenden Seiten mit der Standardvorlage formatiert. Wechseln Sie im Konfigurationsdialog dann zum zweiten Tab namens Seite. Hier definieren Sie die Seitenränder für das aktuelle Template: links 2,5 cm, rechts 1 cm, oben 1,5 cm und unten 1,5 cm (Abbildung 2). Außerdem aktivieren Sie über die gleichnamigen Reiter die Kopfzeile und die Fußzeile. Setzen Sie jeweils ein Häkchen in der Checkbox Höhe dynamisch anpassen. Mit einem Klick auf Anwenden und OK übernehmen Sie die Änderungen.

Abbildung 1: Für die Vorlage "Erste Seite" richten Sie unter "Verwalten" ein, dass die anschließenden Seiten die Vorlage "Standard" erhalten.
Abbildung 2: Vergessen Sie nicht, die Seitenränder einzustellen, da Sie sonst unter Umständen alle Felder von Hand nachbearbeiten müssen.

Der richtige Rahmen

Klicken Sie in das noch leere erste Blatt und fügen Sie mit [Strg]+[Eingabe] einen Seitenumbruch ein. Die zweite Seite enthält die Vorlage Standard, was die Statuszeile am unteren Fensterrand bestätigt. Rufen Sie per Rechtsklick auf den Namen der Formatvorlage wieder den Einrichtungsdialog auf und stellen Sie die Seitenränder genauso ein wie für die erste Seite. Kopf- und Fußzeile aktivieren Sie ebenfalls. Danach speichern Sie die Änderungen und schließen den Dialog. Wenn Sie möchten, können Sie den Seitenumbruch und damit die zweite Seite wieder entfernen; die Einstellungen bleiben trotzdem erhalten.

Wie erwähnt enthält DIN 5008 feste Vorgaben für den Platz des Absenders über dem Adressfeld, für das Adressfeld selbst, für die Bezugszeichenzeile ("Ihr Zeichen", "Ihre Nachricht vom", "Unser Zeichen" usw.) und natürlich für die Falzmarke. Damit diese Textblöcke immer an derselben Stelle stehen, verankern Sie sie in Rahmen. Das grundsätzliche Vorgehen ist immer gleich. Öffnen Sie über Einfügen / Rahmen den gleichnamigen Dialog und definieren Sie dann die Maße und die Position, die Umrandung, Abstände zum Inhalt usw. Die nächsten Abschnitte beschreiben, wie Sie Rahmen für den Absender, das Adressfeld, die Bezugszeichenzeile und den Informationsblock einrichten.

Der Absender

Für das Absenderfeld definieren Sie auf dem Reiter Typ die Größe. Ins Feld Breite tragen Sie 8,5 cm ein, bei Höhe sollte 0,5 cm stehen. Achten Sie darauf, dass in dem Bereich alle Checkboxen (Relativ, Automatisch und Seitenverhältnis beibehalten) deaktiviert sind. Rechts daneben wählen Sie bei Verankerung die Option An der Seite. Unten auf dem Reiter bestimmen Sie die Position. Im Drop-down-Menü Horizontal entscheiden Sie sich für Von Links, tragen 2,5 cm ein und dann Gesamte Seite; bei Vertikal steht Von Oben, 4,5 cm und ebenfalls Gesamte Seite (Abbildung 3).

Abbildung 3: So sollten die Einstellungen bei "Typ" für den Rahmen des Absenderfeldes aussehen.

Wechseln Sie zum zweiten Reiter namens Zusätze. Ins Feld Name tragen Sie einen aussagekräftigen Bezeichner ein, beispielsweise Absenderfeld. Im Bereich Schützen setzen Sie ein Häkchen bei Position und Größe. Die Option Inhalt aktivieren Sie jetzt noch nicht, sondern erst später, wenn Sie das Feld im Dokument ausgefüllt haben.

Jetzt richten Sie für das Absenderfeld am unteren Rand eine Linie ein. Gehen Sie dazu zum Reiter Umrandung. Bei Linienanordnung entfernen Sie per Klick in die Kästchen alle Striche bis auf den unteren. Rechts bei Abstand zum Inhalt entfernen Sie zuerst das Häkchen vor der Option Synchronisieren. Anschließend tragen Sie im Feld Unten den Wert 0,05 cm ein (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der Rahmen um das Absenderfeld erhält nur am unteren Rand eine Linie.

Sobald Sie auf OK klicken, zeichnet Writer den Rahmen in der angegebenen Größe und positioniert ihn im Dokument. Nun brauchen Sie nur noch den Namen, die Anschrift und gegebenenfalls die Telefonnummer einzutragen. Wenn Sie wie im Abschnitt Vorarbeiten beschrieben Ihre Daten in den Programmeinstellungen hinterlegt haben, nutzen Sie diese nun über Einfügen / Feldbefehle / Andere ([Strg]+[F2]). Auf dem Reiter Dokument wählen Sie bei Feldtyp den Eintrag Absender. Nun können Sie über die mittlere Spalte nacheinander Daten in die Vorlage übernehmen; dazu klicken Sie einen Eintrag doppelt an. Danach schließen Sie den Dialog und fügen zwischen die einzelnen Felder Leerzeichen ein. Wählen Sie einen Schriftgrad zwischen 6 und 8 Punkten und als Absatzausrichtung entweder zentriert oder rechtsbündig.

Möchten Sie den Text näher an die untere Linie heranbringen, markieren Sie den Absender und gehen zu Format / Zeichen und dort zum Reiter Position. Aktivieren Sie die Checkbox Tiefgestellt. Rechts daneben entfernen Sie das Häkchen bei Automatisch, tragen bei Hoch/Tief um den Wert 33 % und bei Schriftgröße rel. den Wert 100 % ein. Ist der Absender fertig, können Sie jetzt den Inhalt schützen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Umrandung, öffnen den Dialog Rahmen und wechseln wieder zum Tab Zusätze. Setzen Sie im Bereich Schützen nun das Häkchen bei Inhalt.

Das Adressfeld

Auch die Adresse setzen Sie in einen Textrahmen. Öffnen Sie wieder den Dialog über Einfügen / Rahmen. Auf dem Reiter Typ setzen Sie die Breite diesmal auf 8,5 cm, die Höhe auf 4,0 cm. Die Checkbox Autom. Größe deaktivieren Sie, und rechts verankern Sie den Rahmen wiederum An der Seite. Im unteren Bereich legen Sie die Position fest: Bei Horizontal wählen Sie Von Links, um 2,5 cm und Gesamte Seite, bei Vertikal entscheiden Sie sich für Von Oben, um 5,1 cm und ebenfalls Gesamte Seite.

Wechseln Sie zum Tab Zusätze und vergeben wieder einen aussagekräftigen Namen, z. B. Anschriftenfeld. Auf demselben Reiter aktivieren Sie mittig bei Schützen die Optionen Position und Größe. Anders als beim Absender konfigurieren Sie für die Adresse weiterhin den Umlauf über den gleichnamigen Tab. Klicken Sie Durchlauf an und aktivieren Sie unten im Abschnitt Zusätze die Option Im Hintergrund (Abbildung 5).

Abbildung 5: Für das Adressfeld richten Sie einen Umlauf ein. Wählen Sie hier "Durchlauf" und "Im Hintergrund".

Auf dem Tab Umrandung wählen Sie mittig bei Linie aus dem Drop-down-Menü Stil den obersten Eintrag kein aus. Nach einem Klick auf OK wandert auch dieser Rahmen ins Dokument und wartet auf Inhalt. Insgesamt ist im Adressfeld Platz für acht Zeilen. Die Anschrift sollten Sie ohne Leerzeilen gestalten. Die früher üblichen freien Zeilen zwischen Straßen- und Ortsangabe sowie zwischen Zusatz- und Vermerkzone (Versandart) und Anschrift entfallen. Als Schriftgröße setzen Sie 11 Punkte. Die Ortsangaben hebt man (zumindest im Inland) nicht besonders hervor, druckt diese also nicht fett und unterstreicht sie auch nicht.

Die Bezugszeichenzeile

Für den Rahmen der Bezugszeichenzeile tragen Sie auf dem Register Typ eine Breite von 17,5 cm und eine Höhe von 0.5 cm ein. Entfernen Sie das Häkchen bei Autom. Größe und verankern den Rahmen wieder An der Seite. Für die Position wählen Sie aus dem Menü Horizontal den Eintrag Von Links, um 2,5 cm und Gesamte Seite, bei Vertikal entscheiden Sie sich für Von Oben, um 9.7 cm und ebenfalls Gesamte Seite.

Als Namen können Sie auf dem Tab Zusätze beispielsweise Bezugszeichenzeile eintragen. Außerdem schützen Sie über die gleichnamigen Checkboxen die Position und die Größe. Wechseln Sie danach zu Umrandung. Löschen Sie alle Linien bis auf die untere. Rechts auf dem Reiter entfernen Sie das Häkchen vor Synchronisieren und tragen im Feld Unten den Wert 0,05 cm ein. Ein Klick auf OK erstellt den Rahmen.

Nun können Sie die Leitwörter erfassen. Dazu klicken Sie in den Textrahmen und wählen Format / Absatz. Wechseln Sie zum Reiter Tabulator und setzen drei linke Tabulatoren bei 5, 10 und 15 cm. Dazu geben Sie ins Feld Position 5 cm ein und klicken bei Typ auf den Eintrag Links. Danach betätigen Sie die Schaltfläche Neu, geben 10 cm ein, drücken erneut Neu und tragen 15 cm ein. Klicken Sie abschließend OK. Tippen Sie Ihri Zeichen, drücken [Tab], dann Ihre Nachricht vom, wieder [Tab], Unser Zeichen, noch einmal [Tab] und dann Datum. Für die ganze Zeile wählen Sie eine Schriftgröße von 8 Punkt.

Genau wie beim Absender können Sie die Leitwörter tiefer setzen, indem Sie die Zeile markieren, Format / Zeichen wählen und auf dem Reiter Position die Checkbox Tiefgestellt aktivieren. Entfernen Sie das Häkchen bei Automatisch, tragen bei Hoch/Tief um den Wert 33 % und bei Schriftgröße rel. den Wert 100 % ein. Danach schützen Sie den Inhalt: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Umrandung, wählen Rahmen und setzen auf dem Tab Zusätze im Bereich Schützen ein Häkchen bei Inhalt.

Text unter Bezugszeichenzeile

Den Rahmen der Bezugszeichenzeile können Sie übrigens als Muster für die darunter liegende Textzeile verwenden. Dazu markieren Sie ihn mit der Maus und kopieren ihn mit [Strg]+[C] in die Zwischenablage. Klicken Sie an eine andere Stelle im Dokument, um die Markierung aufzuheben. Fügen Sie die Kopie mit [Strg]+[V] ein; sie ist bereits markiert und liegt genau über dem kopierten Objekt. Rufen Sie per Rechtsklick wieder den Konfigurationsdialog Rahmen auf, gehen Sie zum Tab Umrandung und wählen Sie aus dem Drop-down-Menü Stil kein aus. Auf dem Reiter Umlauf klicken Sie oben Durchlauf an und rechts unten bei Zusätze die Option Im Hintergrund.

Wechseln Sie zum Reiter Typ und ändern Sie die vertikale Position auf 10,2 cm. Auf dem Tab Zusätze entfernen Sie mittig im Abschnitt Schützen das Häkchen vor Inhalt und vergeben optional einen aussagekräftigen Namen, z. B. TextunterBezug. Ein Klick auf OK schließt die Einrichtung ab, und der neue Rahmen erscheint unter der Bezugszeichenzeile. Die vorhandenen Texte in diesem neuen Rahmen können Sie jetzt verändern, die Zeichen und das Datum eintragen und gegebenenfalls die Position von Tief zurück auf Normal stellen sowie die Schriftgröße zurück auf Standard setzen.

Tipp: Wenn Sie sich die Eingabe des Datums von Hand sparen möchten, dann fügen Sie im betreffenden Abschnitt der Textzeile über Einfügen / Feldbefehle / Datum ein Feld ein, das stets das aktuelle Datum präsentiert.

Der Informationsblock

Anstelle der Bezugszeichenzeile setzen viele Nutzer einen Informationsblock rechts neben dem Anschriftenfeld ein. Die dort verwendeten Leitwörter entsprechen im Wesentlichen denen der Bezugszeichenzeile. Sie müssen nicht zwingend alle Zeilen in Ihren Informationsblock mit aufnehmen. Ist beispielsweise ein Eintrag wie Unser Zeichen für Ihre Korrespondenz nicht relevant, dann lassen Sie ihn einfach weg. Alle anderen Angaben rutschen dann eine Zeile nach oben.

Die Werte für den Informationsblock-Rahmen auf dem Reiter Typ lauten wie folgt: Die Breite beträgt 7,5 cm, die Höhe 4,0 cm; Autom. Größe ist deaktiviert und bei Verankerung die Option An der Seite eingeschaltet. Im unteren Bereich legen Sie wieder die Position fest: Bei Horizontal wählen Sie Von Links, um 12,5 cm und Gesamte Seite, bei Vertikal entscheiden Sie sich für Von Oben, um 5,1 cm und ebenfalls Gesamte Seite.

Auf dem Tab Zusätze tragen Sie als Bezeichner etwa Informationsblock ein und schützen abermals die Position und Größe. Denken Sie außerdem daran, bei Umrandung den Linienstil auf kein zu setzen.

Die Falzmarke

Am linken Rand des Briefbogens finden Sie oft eine oder zwei Falz- bzw. Faltmarken. Den unteren Teil des Briefes können Sie so nach oben falten, dass die Unterkante des Blattes an der oberen Marke anliegt. Dann falten Sie an dieser Stelle noch einmal, und das zusammengeklappte Schreiben ist 10.5 cm hoch und passt genau in Norm-Briefumschlag. Wenn Sie möchten, können Sie die Falzmarke auch so anbringen, dass der zusammengelegte Brief 10,2 cm groß ist, damit das Schreiben etwas besser in den Umschlag gleitet.

Um eine Textmarke zu erzeugen, klicken Sie in der Symbolleiste auf die Schaltfläche Zeichenfunktionen anzeigen. Wählen Sie das Werkzeug Linie und ziehen Sie mit gedrückter Umschalttaste (ergibt einen geraden Strich) irgendwo im Dokument eine kurze Linie. Klicken Sie diese mit der rechten Maustaste an und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Position und Größe. Tragen Sie die Werte aus Abbildung 6 ein, verankern Sie die Linie an der Seite und schützen Sie die Position per Klick in die Checkbox. Ein Klick auf OK passt die Linie Ihren Vorgaben an.

Abbildung 6: Im Dialog "Position und Größe" legen Sie die Eigenschaften der Falzmarke fest.

Briefkopf und Fußzeile

Die DIN 5008 lässt Ihnen bei der Gestaltung des Briefkopfs und der Fußzeilen freie Hand. Daher dürfen Sie den Abstand vom Papierrand beliebig wählen. Bei einem Normalbrief ist der Briefkopf 45 mm hoch und darf die gesamte Breite ausnutzen. Der Briefkopf beinhaltet üblicherweise den Namen und/oder ein Logo des Absenders. Wenn Sie eine Grafik einfügen, dann achten Sie darauf, dass das Bild auch an einem Absatz der Kopfzeile verankert ist. Die Fußzeile enthält Daten zum Unternehmen, z. B. die Bankverbindung und die Telefonnummer. Optional steht hier die Seitennummer. Die Höhe dieses Bereichs richtet sich nach seinem Umfang.

Für mehrseitige Briefe schreibt die Norm vor, dass Sie diese ab der zweiten Seite fortlaufend nummerieren müssen. Entweder zentrieren Sie die Seitenzahl, setzen sie zwischen zwei Gedankenstriche (etwa -- 2 --) und fügen sie in die Kopfzeile ein, oder Sie schreiben Seite X von Y rechtsbündig in die Fußzeile. Für die Variante mit dem Kopfbereich wechseln Sie zur zweiten Seite (Seitenvorlage Standard) und gehen dann auf Einfügen / Feldbefehl / Seitennummer, zentrieren das Ganze und rahmen es mit dem langen Gedankenstrich ([AltGr]) ein.

Unten rechts auf der ersten Seite (Seitenvorlage Erste Seite) weisen Sie mit drei Punkten darauf hin, dass es Folgeseiten gibt. Die Auslassungspunkte stehen am rechten Rand; zwischen ihnen und dem Brieftext ist mindestens eine Leerzeile. Sie finden die Punkte über Einfügen / Feldbefehl / Andere. Wechseln Sie zum Reiter Funktionen, wählen links bei Feldtyp den Eintrag Bedingter Text. Rechts schreiben Sie Seite > 1 ins Feld Bedingung, bei Dann tragen Sie mit der Tastenkombination [AltGr]+[.] die Auslassungspunkte ein, und ins Feld Sonst tragen Sie ein Leerzeichen zwischen zwei Anführungszeichen ein (Abbildung 7). Über Einfügen und Schließen beenden Sie die Einrichtung.

Abbildung 7: Die Feldbefehle zum Anzeigen von Folgeseiten definieren Sie im rechten Bereich unter "Bedingung", "Dann" und "Sonst".

Möchten Sie rechtsbündig in der Fußzeile nach dem Schema Seite X von Y durchnummerieren, beginnen Sie am besten schon auf der ersten Seite Ihres Schreibens mit dem Zählen. Zwischen den Ziffern und dem Brieftext sollte ebenfalls mindestens eine Zeile frei bleiben. Ihre Seitennummern erhalten Sie über zwei Feldbefehle: Einfügen / Feldbefehl / Seitennummer und Einfügen / Feldbefehl / Gesamtzahl der Seiten. Davor und dazwischen tippen Sie jeweils den Text Seite und von. Beachten Sie, dass Sie die Seitennummerierung in den Seitenvorlagen Erste Seite und Standard einfügen müssen.

Geschützte Bereiche

Um den Inhalt von Kopf- und Fußzeile vor Veränderungen zu schützen, platzieren Sie diese Teile in Bereichen. Haben Sie beispielsweise den Briefkopf mit Text und Grafik schon erstellt, gibt es eine sehr einfache Methode, um diese Teile in einem Bereich unterzubringen. Markieren Sie zuerst alle Absätze der Kopfzeile (und damit auch die Ankermarke des Logos) und rufen dann Einfügen / Bereich auf. Auf dem ersten Reiter (Bereich) vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen, beispielsweise Kopfbereich. Anschließend setzen Sie im Abschnitt Schreibschutz ein Häkchen vor Schützen und klicken dann auf Einfügen.

Versuchen Sie nun, etwas zu löschen oder einzufügen, meldet LibreOffice, dass sich die Schreibmarke in einem geschützten Bereich befindet. Um dennoch etwas zu modifizieren, heben Sie zunächst den Schutz auf. Dazu klicken Sie in den Kopfbereich und wählen dann Format / Bereiche. Wählen Sie den gewünschten Bereich aus und entfernen Sie das Häkchen vor Geschütz. Ein Klick auf OK gibt den Bereich wieder frei.

Tipp: Möchten Sie nachträglich einen der Bereiche oder einen Rahmen ändern, rufen Sie über die Taste [F5] den Navigator auf. Über eine Liste erreichen Sie alle Überschriften, Tabellenb, Textrahmen, Bilder und auch die Bereiche. Per Rechtsklick auf ein Objekt können Sie es bearbeiten oder umbenennen (Abbildung 8).

Abbildung 8: Über den Navigator erreichen Sie alle Objekte, darunter die Textrahmen und Bereiche.

Infos

[1] LibreOffice-Vorlagen: http://templates.libreoffice.org/?set_language=de

[2] Deutsches Institut für Normung e. V.: http://www.din.de/

[3] Wikipedia-Artikel zu DIN 5008: http://de.wikipedia.org/wiki/DIN_5008

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