Heft-DVD: Mageia 4 und OpenMandriva 2013.0 installieren

Ein bis zwei Mandriven

Auf der beidseitigen Heft-DVD dieser Ausgabe finden Sie zwei Nachfolger von Mandriva Linux: Mageia 4 und OpenMandriva 2013.0. Beide lassen sich in wenigen Minuten installieren.

Die aus Frankreich stammende Distribution Mandriva Linux genoss sowohl bei Linux-Einsteigern als auch bei Profis immer einen guten Ruf. Neulinge schätzten die einfache Installation, die große Programmauswahl und die durchdachten grafischen Verwaltungswerkzeuge, erfahrenen Nutzern gefiel, dass man hier leicht selbst Hand anlegen und unerwünschte Automatismen abschalten konnte. Es gibt mit OpenMandriva Lx [1] und Mageia [2] zwei Nachfolgerprojekte (siehe Testbericht ab Seite 106), und auf der zweiseitigen Heft-DVD finden Sie beide Distributionen zur Installation auf dem heimischen Rechner – so können Sie auch selbst vergleichen.

Da die Installer sich nicht wesentlich unterscheiden, beschreiben wir einige Schritte, die bei beiden Distributionen identisch sind, in ausgelagerten Kästen und verweisen in den beiden separaten Anleitungen darauf. Wir davon davon aus, dass Sie einen PC mit klassischem BIOS verwenden bzw. einen UEFI-Rechner vor der Installation in den BIOS-Kompatibilitätsmodus schalten. Hinweise zum Parallelbetrieb von Windows 8 und Linux auf einem UEFI-PC finden Sie in einer älteren Ausgabe [3].

Los geht's

Beide Seiten der Heft-DVD sind bootfähig. Um von der eingelegten Seite der DVD zu starten, müssen Sie das DVD-Laufwerk als erstes Startmedium einstellen. Wie das geht, unterscheidet sich von BIOS zu BIOS – eine genaue Anleitung gibt es meist im Handbuch Ihres Mainboards, das Sie entweder auf der Treiber-CD oder im Download- und Supportbereich des Herstellers finden. Viele aktuelle Rechner bieten darüber hinaus die Option, beim Systemstart das Laufwerk auszuwählen, von dem Sie booten möchten. Beim Rechnerstart erscheint dann ein Hinweis, welche Taste Sie drücken müssen, um das entsprechende Auswahlmenü auf den Plan zu rufen.

OpenMandriva 2013.0

Die OpenMandriva-DVD erlaubt beim Booten keine große Auswahl, Sie können ein Livesystem starten oder den Installer aufrufen: Diese Option (der zweite Eintrag im Bootmenü) ist vorausgewählt. Drücken Sie also einfach [Eingabe] oder warten Sie, bis das System von alleine bootet.

Im ersten Dialog des Installers stellen Sie die Sprache auf German um, damit der Rest der Einrichtung in deutscher Sprache erfolgt. Bestätigen Sie im nächsten Dialog die Lizenzbedingungen durch Auswahl von Akzeptieren und einen Klick auf OK. Die Vorgabe Berlin bei der Wahl der Zeitzone übernehmen Sie. Dann wählen Sie die Zeitzone (Ortszeit oder GMT); um die richtige Entscheidung zu treffen, vergleichen Sie die beiden angezeigten Uhrzeiten mit der tatsächlichen Zeit. Bei Rechnern, die parallel Windows verwenden, sollte hier Ortszeit die richtige Wahl sein. Es folgt die Auswahl der Tastenbelegung (siehe Kasten Tastatur).

Tastatur

Wenn Sie das Tastaturlayout einstellen (Abbildung 1), können Sie zwischen Deutschland und Deutschland (ohne Akzenttasten) wählen. Bei der Variante ohne Akzenttasten erscheinen die Zeichen ´, `, ~ und ^ sofort beim Druck der entsprechenden Tasten, was vor allem dann praktisch ist, wenn Sie öfters auf der Kommandozeile unterwegs sind. Um mit diesen Einstellungen Buchstaben mit Akzentzeichen einzugeben, drücken Sie später [Windows], dann die Akzenttaste und schließlich den Buchstaben, der einen Akzent erhalten soll.

Entscheiden Sie sich hier für Deutschland, können Sie Akzentbuchstaben wie "é" und "à" leichter eingeben, dafür müssen Sie die Zeichen ´, `, ~ und ^ immer mit einem Leerzeichen bestätigen, falls Sie diese (und keinen Akzentbuchstaben) eingeben wollen.

Abbildung 1: Wählen Sie zwischen zwei Tastaturlayouts, welche die Akzenttasten unterschiedlich belegen.

Im nächsten Dialog geht es um Server, die OpenMandriva automatisch starten soll – Sie können hier den Druckserver CUPS, den Samba-Dateiserver und den Secure-Shell-Server starten.

  • CUPS brauchen Sie, wenn Sie einen Drucker an den Rechner anschließen,
  • mit Samba können Sie Windows-kompatible Netzwerkfreigaben einrichten, auf die dann Windows-PCs (oder andere Linux-Rechner) in Ihrem lokalen Netz zugreifen können,
  • und der Secure-Shell-Server (SSH) macht es möglich, sich von einem anderen Rechner aus mit dem Kommando ssh auf dieser Maschine einzuloggen und ihn über Shell-Befehle zu steuern.

Im Zweifelsfall übernehmen Sie die Vorgabe, die alle drei Dienste deaktiviert lässt; sie können sie auch später noch einschalten.

Nun untersucht der Installer die bestehende Partitionierung und macht einen Vorschlag zur Aufteilung der Festplatte (siehe Kasten Partitionierung mit DrakX). Hier können Sie eine der Vorgaben übernehmen oder selbst ein Layout erstellen.

Partitionierung mit DrakX

OpenMandriva und Mageia verwenden beide das Tool DrakX, um die Festplatte so zu partitionieren, dass Linux darauf Platz findet.

Bei Rechnern, auf denen bereits Windows installiert ist, sehen Sie in der Regel zwei "einfache" Optionen (Windows und Linux teilen sich die Platte bzw. Windows wird gelöscht) und eine komplexere, bei der Sie von Hand die Plattenaufteilung ändern (Abbildung 2). Beim ersten Vorschlag gibt es einen Schieberegler, mit dem Sie festlegen können, wie viel Platz Windows abgibt (und wie viel damit für Linux zur Verfügung steht).

Abbildung 2: Verwenden Sie den Schieberegler, um die Aufteilung der Platte zwischen Windows und Linux zu verändern.

Die manuelle Aufteilung der Festplatte sollten Sie nur wählen, wenn Sie sich schon ein wenig mit Partitionierung unter Linux auskennen.

Wenn Sie die Wahl bestätigen, erscheint eine Warnung, dass der Installer nun die Partitionierung ändern wird. Bestätigen Sie diese mit Weiter. Es folgt nach der Größenänderung der Windows-Partition noch der Hinweis, dass Windows beim nächsten Booten das Dateisystem überprüfen wird, und dann formatiert der Installer die neuen Linux-Partitionen.

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