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07.04.2014

OpenSuse 13.2 im November

Mit der Veröffentlichung von Meilenstein 0 hat das OpenSuse-Projekt die Arbeit an der kommenden Version 13.2 begonnen. Diese soll im November 2014 fertig werden. Eigentlich wäre nach dem Acht-Monate-Zyklus der Linux-Distribution bereits im Juli eine neue Release fällig, schrieb der damalige Community-Manager Jos Poortvliet in einem Blogeintrag [1]. Das Projekt arbeite aber im Hintergrund an Infrastruktur und Tools und habe den Termin daher verschoben.

Milestone 0 steht für Experimentierfreudige und Entwickler zum Download bereit [2]. Er zeigt schon einige der für Version 13.2 geplanten Eigenschaften, z. B. verwendet er Btrfs als Standarddateisystem und Wicked für die Netzwerkeinrichtung. YaST ist jetzt ein Qt-5-Programm, Zypper kommt aus dem neuen Zweig 1.10.x, und KDE benutzt die neue Version 5 seiner Frameworks sowie die neuesten Anwendungen aus Version 4.x. So weit der derzeitige Plan [3], genauer möchte sich das Projekt erst nach der OpenSuse Conference festlegen, die Ende April in Dubrovnik (Kroatien) stattfindet. (Mathias Huber/hge)

Änderungen beim Nvidia-Treiber

Der proprietäre Treiber von Nvidia soll mit der kommenden Version 343 nur noch aktuelle Grafikkarten ab der GeForce-Serie 400 unterstützen. Besitzer von älteren Karten werden zukünftig zum Legacy-Treiber greifen müssen. Das geht aus einer Ankündigung auf Nvidias Supportseiten hervor [4]. Dort ist zwar nur von der Windows-Version die Rede, die Maßnahme dürfte aber auch für die Linux-Treiber gelten. Betroffen sind unter anderem Grafikkarten der Serien 100, 200, 300, 8000 und 9000. Eine detaillierte Liste mit allen Modellen findet sich in der Ankündigung.

Vor der Treiberversion 343 will Nvidia allerdings noch die Version 340 veröffentlichen. Diese soll die älteren Grafikkarten noch unterstützen. Die Version 340 pflegt Nvidia zudem bis zum 01.04.2016. Anschließend müssen Besitzer der älteren Grafikkarten auf den Legacy-Treiber ausweichen oder den freien Nouveau-Treiber nutzen. (Tim Schürmann/hge)

CryEngine und Direct3D für Linux

Die CryEngine bildet den Unterbau zahlreicher Actionspiele. Der deutsche Entwickler Crytek hat jetzt angekündigt, auch Linux zu unterstützen. Darüber hinaus hat Valve den Quellcode von ToGL veröffentlicht, das Direct3D-Befehle in OpenGL-Befehle übersetzt.

Die auf Linux portierte CryEngine [5] konnten Spieleentwickler erstmals auf der Games Developers Conference (GDC) im März in Aktion betrachten. Weitere Informationen gab es allerdings noch nicht, insbesondere hat noch kein Lizenznehmer der CryEngine eine Spieleportierung auf Linux angekündigt.

Um die Portierung seiner Spiele auf Linux und somit die OpenGL-Schnittstelle zu vereinfachen, hat Valve einen Direct3D-nach-OpenGL-Translation-Layer entwickelt. Diesen hat Valve jetzt unter dem Namen ToGL auf GitHub [6] veröffentlicht. Der Quellcode stammt direkt aus dem Strategiespiel DOTA2. Er unterstützt eine Untermenge von Direct3D 9.0c. Valve bietet für den Code keinen Support an. (Tim Schürmann/hge)

Linux Voice nach Crowdfunding

Für alle Linux-Anwender, die englische Texte lesen können, gibt es mit Linux Voice [7] eine neue Zeitschrift, deren Gründung die Macher über eine Crowdfunding-Kampagne bei Indiegogo finanziert haben [8]. Im März ist bereits die zweite Ausgabe des neuen Monatsmagazins erschienen. Die Gründungsmitarbeiter der neuen Zeitschrift haben früher für die britische Linux-Zeitung Linux Format [9] gearbeitet und diese u. a. verlassen, um unabhängig von einem Verlag arbeiten zu können. Inhaltlich ist Linux Voice (neben der eventuellen Sprachbarriere) anspruchsvoller als EasyLinux. Im Shop sind Einzelhefte, ein digitales Jahresabo (38 britische Pfund) sowie reguläre Abos der gedruckten Ausgabe (sieben Monate: 53 Pfund; ein Jahr: 85 Pfund) erhältlich; die Preise gelten für Kunden in Europa. In England, wo Linux Voice gedruckt wird, fallen die Kosten etwas geringer aus.

In den FAQ antwortet Linux Voice auf die Frage, ob der Markt für Zeitschriften auf Papier nicht tot sei, dass gedruckte Zeitungen durchaus erfolgreich sein können, wenn dahinter eine starke Community steht und die Produktion mit geringen Fixkosten erfolgt.

Die Linux-Voice-Redaktion betreibt neben der Heftproduktion auch einen Audio-Podcast [10], und das Team verspricht, 50 % der Gewinne an Freie-Software- und Linux-Communities abzugeben. (Hans-Georg Eßer/hge)

Unity 7: Menüs kommen zurück

Ubuntus Unity-Oberfläche zeigt – wie OS X – das Hauptmenü einer Anwendung ausschließlich in der Leiste am oberen Bildschirmrand an, was viele Anwender stört. Das soll sich mit Ubuntu 14.04 und Unity 7 ändern. Dort soll das Menü wieder im jeweiligen Fenster erscheinen, jedoch nicht wie unter anderen Desktopumgebungen in einer eigenen Menüzeile, sondern innerhalb der Titelleiste (also neben den Knöpfen zum Schließen, Minimieren und Maximieren). Sollte das Fenster zu schmal sein, um alle Menüpunkte unterzubringen, müssen Anwender über eine entsprechende Schaltfläche die übrigen Punkte ausklappen.

Diese Locally Integrated Menus (LIM) sollen vor allem auf Bildschirmen mit hoher Auflösung lange Mauswege vermeiden (Stichwort Retina-Displays). Darüber hinaus sollen Einsteiger nicht mehr verzweifelt das Hauptmenü suchen müssen. Bislang muss man LIM noch in den Systemeinstellungen im Bereich Darstellung einschalten. In Ubuntu 14.04 könnten die Menüs aber standardmäßig aktiv sein. Bilder vom neuen Menüsystem finden sich in einem Blogbeitrag [11]. (Tim Schürmann/hge)

Ubuntu-Smartphones von bq und Meizu

Die ersten Smartphones mit Ubuntu Phone [12] werden vom spanischen Unternehmen bq und dem chinesischen Smartphone-Riesen Meizu gebaut. Erste Geräte sollen noch 2014 erscheinen. Die beiden Firmen verpflichten sich laut Canonical, Ubuntu-Smarthones herzustellen und auszuliefern. Eine gemeinsame Onlinekampagne soll die Telefone weltweit verfügbar machen. Bei den Geräten soll es sich um "Mid- und High-end-Hardware" handeln.

bq und Meizu haben viel Erfahrung mit dem Bau von Mobiltelefonen: Meizu ist der größte Smartphone-Hersteller Chinas und möchte laut Canonical mit den Ubuntu-Smartphones insbesondere auf den amerikanischen Markt expandieren. Weitere Einzelheiten zu der Vereinbarung liefert die offizielle Ankündigung [13]. (Tim Schürmann/hge)

Weder Pear OS noch Clementine OS

In der letzten Ausgabe hatten wir von einer neuen Version der Linux-Distribution Pear OS berichtet, die optisch an Apples OS X erinnert. Der Entwickler David Tavares hat diese aber inzwischen an ein nicht genanntes Unternehmen verkauft, und die Webseite [14] wurde vom Netz genommen, bei Softpedia war die letzte Version 8.0 aber zum Redaktionsschluss noch verfügbar [15].

Unter dem Namen Clementine OS erstellte Brenden Gonzales einen Fork von Pear OS, um das Projekt fortzuführen – der neue Rechteinhaber von Pear OS schickte ihm jedoch eine Unterlassungserklärung. Wie Gonzales auf Google+ erläutert [16], verpflichtete er sich damit, keinen Fork von Pear OS mehr zu erstellen, Pear OS nicht mehr anzubieten und seine Seite mit Clementine OS [17] komplett vom Netz zu nehmen. Letzteres ist bereits geschehen. Den Namen des Unternehmens könne er zwar nicht nennen, aber es sei nicht Apple, wie viele ehemalige Pear-OS-Anwender mutmaßten.

Zum Verhängnis wurde Brenden Gonzales nach eigenen Angaben, dass er auf seiner Homepage die letzte Version von Pear OS zum Download angeboten hatte und zudem einige Screenshots von Pear OS zeigte. Zudem sollte Clementine OS auf dieser letzten Version von Pear OS aufbauen, an welcher der Käufer schon die Rechte besaß. All dies führte letztendlich zur Unterlassungserklärung. Wie es mit dem Projekt weiter geht, ist derzeit offen, sehr wahrscheinlich wird es zu Pear OS keinen Nachfolger mehr geben. Als Alternative bietet sich Elementary OS [18] an, das ebenfalls eine Optik im OS-X-Stil bietet. (Tim Schürmann/Hans-Georg Eßer/hge)

Linux New Media Award für KDE

Die Medialinx AG, die EasyLinux, LinuxUser und Linux-Magazin verlegt, hat auf der CeBIT die Linux New Media Awards 2014 vergeben. Die Preise zeichnen seit Jahren besondere Leistungen im Bereich Linux und Open Source aus.

Der Publikumspreis, über den die Leser der deutschen und internationalen Publikationen abgestimmt haben, prämiert dieses Jahr das "Best Linux Desktop Environment". Für den Gewinner KDE nahm Cornelius Schumacher, langjähriger Projektmitarbeiter und Vorsitzender des KDE e. V., den Preis entgegen. "KDE läuft mittlerweile auf vielen Geräten, etwa auf Tablets, doch der Desktop-PC steht immer noch im Zentrum," erklärte er. Die Desktopumgebung erhielt 46 Prozent der Stimmen und übertrumpfte damit deutlich die Konkurrenten Gnome (18 %) und Xfce (13 %). Informationen zu weiteren Preisträgern finden Sie in einem Artikel unserer Schwesterzeitschrift Linux-Magazin [19]. (Mathias Huber/hge)

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