EasyLinux-Editorial

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Windows-Anwender auf der ganzen Welt werden sich in den nächsten Wochen und Monaten von XP verabschieden – der Support ist Anfang April endgültig ausgelaufen. Das ist ein guter Zeitpunkt, um ein bisschen Werbung für Linux zu machen: im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis. Als Argumentationshilfe dient Ihnen dabei der Schwerpunkt unserer aktuellen Ausgabe: Lesen Sie hier noch einmal nach, warum Linux – fast immer – eine bessere Wahl als Windows ist. Und das nicht nur für die abgekündigte Version XP, sondern auch für neuere Versionen, denn den Tablet-PC-Look von Windows 8 können ja selbst die meisten Windows-Fans nur schwer ertragen.

Dual-Boot-Tablets verbieten

Auch sonst ist Microsoft immer für Nachrichten gut, diesmal gemeinsam mit Google, und es geht – mal wieder – um die Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung, die dazu geeignet ist, Wettbewerbshüter zu aktivieren.

Im Januar stellte Asus auf der Computer Electronics Show (CES) mit dem Transformer Book Duet TD 300 (Abbildung 1) ein Gerät einer neuen Kategorie vor: Das mit einem aktuellen Intel-i7-Prozessor ausgestattete Gerät kann wahlweise als Notebook oder (nach Abnehmen der Tastatur) als Tablet verwendet werden und bringt eine Dual-Boot-Installation von Windows 8.1 und Android 4.2.2 mit – mit der Besonderheit, dass auch im laufenden Betrieb ein schnelles Umschalten (vier Sekunden) zwischen den beiden Betriebssystemen möglich ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gerät gerade als Notebook oder Tablet (ohne die Tastatur) läuft. Im Netz gibt es ein kleines Werbevideo [1].

© AsusAbbildung 1: Im Januar angekündigt, im Februar eingestampft: Ein Tablet-PC mit Windows 8.1 und Android 4.2.2.

Nun kann man sicher geteilter Meinung darüber sein, ob ein solches Gerät nützlich ist oder nicht. Im Desktop- und Notebook-Bereich sind Dual-Boot-Systeme schon lange im Einsatz, etwa mit Linux und Windows oder (bei Apple-Rechnern) OS X und Windows – warum also nicht auch bei Tablets?

Microsoft und Google haben dem Produkt nun einen Riegel vorgeschoben: Das Transformer Book Duet wird voraussichtlich nie in den Handel kommen, denn sowohl der Windows-Hersteller als auch der Android-Entwickler wollen nicht, dass ihre jeweiligen Systeme auf einem Gerät Konkurrenz erdulden müssen [2]. Ein auf den ersten Blick ähnliches Gerät von Asus, das Transformer Book Trio TX201LA, ist ebenfalls als Tablet und Notebook nutzbar, allerdings ist es anders konzipiert: Das Tablet ist ein normales Android-Tablet, und in der Tastatur steckt ein Windows-PC mit i7-CPU: Steckt man beide Teile zusammen, wird das Tablet zum Monitor, der Tastatur-PC übernimmt. Dieses Modell, das auf der CES einen Award in der Kategorie Computer-Hardware und -Komponenten gewonnen hat [3], ist weiterhin erhältlich, offenbar stören sich Microsoft und Google nur an der Parallelinstallation auf ein und derselben CPU.

Was kommt als nächstes? Ein Dual-Boot-Verbot für Desktop-PCs und klassische Notebooks? Mit UEFI sind ja die technischen Möglichkeiten schon gegeben, um alternativen Betriebssystemen den Zutritt zu verwehren, Microsoft müsste nur noch die PC-Händler dazu bringen, Rechner mit restriktiveren Firmware-Einstellungen auszuliefern. Vielleicht hört man in ein paar Jahren Kollegen flüstern: "Ich habe meinen PC gerootet und Linux installiert." Falls es so weit kommen sollte, werden wir Sie dabei unterstützen, die Kontrolle über Ihre Geräte zu behalten. Bis dahin installieren Sie Linux ohne großen Aufwand – zum Beispiel Mageia Linux oder OpenMandriva von der Heft-DVD dieser Ausgabe.

Hans-Georg Eßer

Chefredakteur

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    Liebe Leserinnen und Leser,

    neuerdings ist alles Open Source: Microsofts Editor "Visual Studio Code" für Programmierer (siehe Nachricht auf Seite 11) [1] und Apples Programmiersprache Swift [2] sind gerade zu einer Open-Source-Lizenz gewechselt. Viele Softwareentwickler, die bisher ihre Softwarequellen als Geschäftsgeheimnisse geschützt haben, hoffen nun auf eine Mitarbeit der Community – zumindest bei einzelnen Projekten. Bis wir den kompletten Quellcode von Windows oder OS X bekommen (und ändern dürfen), wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Bis dahin erfreuen wir uns einfach an der neuen Harmonie, die z. B. zwischen Microsoft und der Linux-Welt herrscht, so etwa bei der neuen Zertifizierung "MCSA: Linux on Azure" [3], die Administratoren erwerben können, wenn sie zwei Prüfungen bestehen – eine bei Microsoft und eine bei der Linux Foundation.
  • 25 Jahre Linux
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