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© David Dan Calin, Fotolia

Texteditoren für die Kommandozeile

Editoren ohne GUI

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Konfigurationsdateien, Shell-Skripte oder einfache Notizen bearbeiten Sie nicht in einer Textverarbeitung: Ein Texteditor ist in diesem Fall das Mittel der Wahl. Streikt die grafische Oberfläche, bietet Linux auch einige Editoren für die Konsole.

Auf den EasyLinux-Mailinglisten [1] und auch in vielen anderen Listen und Foren empfehlen fortgeschrittene Benutzer oft die Arbeit mit einem Texteditor auf der Konsole, und das nicht nur, wenn die grafische Oberfläche ausfällt. Wer sonst mit Kate, GEdit oder ähnlichen Anwendungen arbeitet, dem stellen sich sicherlich beim Gedanken an einen Texteditor ohne den gewohnten Komfort die Nackenhaare auf. Dass Sie mit einem Konsolen-Editor nicht auf gute Funktionalität verzichten müssen, zeigt dieser Artikel – egal, ob Sie im Terminalfenster unter KDE oder auf einer der virtuellen Textmodus-Konsolen arbeiten, die Sie mit [Strg]+[Alt]+[F1],[Strg]+[Alt]+[F2] usw. erreichen.

Wir stellen zwei leicht zu bedienende Texteditoren für die Konsole vor, mit denen sich auch Linux-Einsteiger schnell zurechtfinden dürften – Vorhang auf für Nano und Mcedit.

Klein, schlank, Nano

Nano [2] ist ein Nachbau des älteren Editors Pico, der in aktuellen Versionen unter einer nicht-freien Lizenz steht und darum bei den meisten Distributoren in den offiziellen Quellen fehlt. Die GNU-Variante Nano ist bei allen von EasyLinux unterstützten Linux-Systemen dabei. Ubuntu-Anwender finden diesen schlanken Texteditor in der Voreinstellung installiert. OpenSuse-Benutzer rüsten über den Paketverwalter (oder direkt in der Shell mit sudo zypper install nano) das Paket nano nach.

Sie starten Nano über den Befehl nano, den Sie am Shell-Prompt eingeben. Rufen Sie nano ohne weitere Argumente auf, können Sie eine neue Datei erstellen und diese anschließend unter einem selbst gewählten Namen speichern. Wahrscheinlicher ist aber, dass Sie eine vorhandene Datei bearbeiten wollen: Dann geben Sie deren Namen als Argument beim Aufruf an. Handelt es sich um eine systemweite Einrichtungsdatei (z. B. im Verzeichnis /etc/), benötigen Sie zum Bearbeiten Root-Rechte. Dazu stellen Sie dem Befehl noch ein sudo voran:

sudo nano Dateiname

Im Editor navigieren Sie mit den Pfeil- und Bildlauftasten durch die Datei. Aktionen wie Schließen, Speichern, Suchen, Ausschneiden, Kopieren, Einsetzen usw. erledigen Sie über Tastenkombinationen. Die wichtigsten Shortcuts blendet Nano jeweils in den unteren beiden Statuszeilen ein; eine vollständige Liste erhalten Sie über [Strg]+[G] (oder [F1]) in der programmeigenen Hilfe (Abbildung 1). Das Zeichen ^ steht für die Taste [Strg].

Abbildung 1: Nano zeigt am unteren Fensterrand häufig benutzte Kommandos an. Mehr Informationen finden Sie in der deutschsprachigen Kurzhilfe.

Textarbeit mit Nano

Starten Sie den Texteditor mit einem Dateinamen als Argument. Um mit Systemverwalterrechten zu arbeiten, stellen Sie wie erwähnt sudo voran und geben dann ein Passwort ein:

sudo nano /etc/apt/sources.list
  • OpenSuse erwartet hier die Eingabe des root-Passworts, das in Normalfall identisch mit dem Passwort des Standardbenutzers ist (wenn Sie nicht bei der Installation oder später extra ein separates Root-Passwort vergeben haben).
  • Unter Ubuntu gibt es kein root-Passwort; hier geben Sie Ihr Benutzerpasswort ein.

Navigieren Sie mit den Cursortasten bis zur Stelle, die Sie verändern möchten. Um etwas zu löschen, verwenden Sie die Taste [Rückschritt]. Alternativ können Sie eine ganze Zeile ausschneiden ([Strg]+[K]) oder kopieren ([Esc],[^]). Den Inhalt der Zwischenablage fügen Sie dann über [Strg]+[U] an der aktuellen Cursorposition ein.

Um nach einer Zeichenkette zu suchen, drücken Sie [Strg]+[W] und geben dann den Suchbegriff ein. Groß- und Kleinschreibung unterscheidet Nano in der Voreinstellung nicht, so dass es keine Rolle spielt, ob Sie nach "launchpad" oder "Launchpad" fahnden. Der Abschnitt Besser eingerichtet zeigt, wie Sie dieses Verhalten in der Konfigurationsdatei deaktivieren. Um zum nächsten Treffer zu springen, drücken Sie wieder [Strg]+[W] gefolgt von [Eingabe]. Nano merkt sich die Suchbegriffe (in der versteckten Datei .nano_history im eigenen Home-Verzeichnis). Suchen Sie nicht nach der letzten Zeichenkette, drücken Sie nach [Strg]+[W] einfach [Pfeil hoch], um in der History der Suchwörter nach oben zu blättern.

Nano können Sie beenden, ohne die Änderungen an der Datei zu speichern – dazu drücken Sie [Strg]+[X]. Die Frage, ob Sie den veränderten Puffer speichern möchten, beantworten in diesem Fall mit [N] für "Nein". Wollen Sie die Änderungen doch speichern, wählen Sie stattdessen [J] ("Ja"). [Strg]+[C] an dieser Stelle bricht den Vorgang ab.

Sie können auch die Datei speichern, ohne den Texteditor zu verlassen. Drücken Sie dazu einfach [Strg]+[O]. Wenn Sie im Anschluss mit [Eingabe] bestätigen, sichern Sie die Änderungen in der aktuellen Datei. Alternativ bietet Nano an, einen anderen Dateinamen einzugeben. Drücken Sie nach [Strg]+[O] noch [Strg]+[T], zeigt Nano eine Art Dateibrowser, in dem Sie durch die Verzeichnisse navigieren und die Datei so an einem anderen Ort ablegen können.

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