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Eine Welt für sich

Linux und Windows – ähnlich und doch verschieden

06.01.2014
Vor den ersten Experimenten mit Linux hilft ein Überblick, in welchen Bereichen sich Linux und Windows unterscheiden – und wo die Unterschiede eher unbedeutend sind. Wir sprechen die wichtigsten Punkte an.

Oft wird Linux mit dem Spruch "verkauft", es wäre "das bessere Windows". Dieser Satz ist in mancher Hinsicht richtig, in anderer Hinsicht aber auch völlig falsch.

Richtig: Linux und Windows sind beides Betriebssysteme, also die Basissoftware für Ihren Computer, ohne den gar nichts geht. (Genau genommen geht schon was: Sie können den Rechner auch ohne Betriebssystem starten und dann mit den Einstellungen im BIOS herumspielen – mehr geht aber wirklich nicht.)

Auf dieser Ebene können Sie Windows und Linux also vergleichen, und es gibt viele Gründe dafür, zu behaupten, dass Linux ein besseres Betriebssystem als Windows ist; Klassiker sind hier Sicherheit (z. B. vor Viren, vor dem Zugriff anderer Anwender auf Ihre Dateien) und Stabilität (was Programm- und Systemabstürze oder die Möglichkeit, den Computer über Tage, Monate oder Jahre ohne Neustart durchlaufen zu lassen, betrifft).

Falsch: Die häufigste Fehlinterpretation dieser Aussage(und sie ist wirklich ganz falsch) ist, dass Linux im Grunde ein verbessertes Windows wäre. Daraus folgert man dann nämlich (immer noch falsch), dass man mit Linux exakt dieselben Dinge wie mit Windows tun kann – vor allem beliebige Windows-Programme laufen lassen und beliebige Windows-kompatible Hardware einstöpseln und nutzen.

Aus dieser Fehlinterpretation entsteht dann schnell eine Frustquelle: "Wieso laufen Word und Excel nicht unter Linux? Mit der setup.exe-Datei mag Linux einfach nichts anfangen. Und das Ballerspiel aus dem Supermarkt geht auch nicht!"

Um es ganz deutlich zu sagen: Linux ist nicht Windows, und ohne größeren Aufwand werden Windows-Programme nicht funktionieren! Was wollen Sie dann mit Linux, wenn nicht mal Word, Excel und der neueste First-Person-Shooter laufen? Naja – so wie es Windows-Programme gibt, die unter Windows laufen, gibt es auch Linux-Programme, die unter Linux laufen (und übrigens nur dort – nicht unter Windows, andersrum ist das Problem dasselbe). Und diese Linux-Anwendungen sind meist genauso leistungsstark wie Windows-Anwendungen für dieselbe Aufgabe, aber sie sind eben anders: Sie haben andere Namen, werden auf unterschiedliche Weise installiert, die Oberfläche mag der eines bekannten Windows-Programms ähneln, und die Feature-Liste stimmt auch nicht genau mit der von der Windows-Anwendung überein.

Beim Umstieg auf Linux bleibt manches, wie Sie es von Windows gewohnt sind, und manches wird ganz anders. Hier ein kurzer Überblick. Die folgenden Eigenschaften von Linux sind ganz nah an den entsprechenden Windows-Features:

Gleich: Fenster-GUI

Die "oberflächlichen" Bedienkonzepte von Windows und Linux sind fast identisch. Beim Start beider Systeme erscheint eine grafische Oberfläche, auf der Sie Fenster öffnen, verschieben, in der Größe verändern und per Mausklick oder mit der Tastenkombination [Alt]+[F4] schließen können. Es gibt auch bei Linux ein Startmenü (Abbildung 1), aus dem Sie Anwendungen aufrufen können; allerdings finden Sie es nicht unbedingt links unten (wie bei Windows bis zu Version 7).

Abbildung 1: Die grafische Oberfläche von Linux besitzt ein Startmenü, über das Sie die installierten Programme aufrufen können.

In unseren EasyLinux-Artikeln gehen wir davon aus, dass Sie die grafische Oberfläche KDE verwenden. (Es gibt aber auch Alternativen, z. B. Gnome, LXDE, Xfce und viele mehr, die anders aussehen und anders arbeiten.) Unser Tipp: Verwenden Sie beim Einstieg – wie empfohlen – KDE, dann können Sie maximal von den Hinweisen in dieser Zeitschrift profitieren! Unter KDE liegt das Startmenü auch links unten, und wie bei Windows finden Sie dort auch die Möglichkeit, den Computer auszuschalten.

Fenster haben – wie bei Windows – verschiedene kleine Schaltflächen am oberen Fensterrand, über die Sie die Funktionen Minimieren, Maximieren und Schließen erreichen. Die zugehörigen Icons sehen auch ähnlich wie bei Windows aus, so dass das Umgewöhnen hier keine Mühe macht.

Gleich: Booten und Runterfahren

Genau wie moderne Windows-Versionen booten Sie ein Linux-System beim Einschalten des Rechners und müssen es auch "ordentlich" wieder herunterfahren (Abbildung 2), bevor Sie den Rechner ausschalten können. (Im Normalfall schaltet er sich selbständig aus, wenn das Runterfahren erledigt ist.) Einfach den Hauptschalter gedrückt zu halten, bis der Rechner aus ist, ist jedenfalls der falsche Ansatz: Genau wie unter Windows droht dann Datenverlust.

Abbildung 2: Auch einen Linux-PC darf man nicht einfach ausschalten. Über das Startmenü finden Sie auch die Option "Herunterfahren".

Was bei einer Parallelinstallation von Linux zu einem vorhandenen Windows-System als Neuerung hinzukommt, ist der Bootmanager: Beim Einschalten des Rechners bietet Ihnen dieser die Wahl, ob Windows oder Linux starten soll. Hatten Sie schon mal einen Rechner mit mehreren Windows-Versionen (etwa vor vielen Jahren Windows 98 und Windows XP), dann kennen Sie das Konzept bereits: Auch Windows bringt einen eigenen Bootmanager mit, der im Normalfall unsichtbar ist, aber bei besonderen Konstellationen die Auswahl verschiedener Windows-Installationen erlaubt.

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