Linux-kompatible MP3-Dateien in Online-Shops

Musik aus dem Netz

Die Musikindustrie hat aus ihren frühen Fehlern gelernt: Inzwischen ist aktuelle und auch ältere Musik über Online-Shops verfügbar, und das meist im MP3-Format, mit dem auch Linux gut zurecht kommt. Wir zeigen, wie Sie Musik kaufen und abspielen.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass es nur zwei Möglichkeiten gab, eine Musiksammlung im MP3-Format auf den Rechner zu bekommen: Sie konnten wahlweise Ihre CD-Sammlung in tagelangen Sitzungen "rippen" (also die CDs auslesen, einzelne Tracks zunächst im WAV-Format auf dem PC speichern und diese Dateien dann ins MP3-Format umwandeln) oder im Internet nach kostenlosen (aber illegalen) Downloadquellen für Musik suchen. Die ersten Versuche, Online-Shops für Musikdownloads einzurichten, scheiterten kläglich, weil das Angebot zu klein war: Viele Künstler waren dort nicht vertreten.

Dann entwickelte Apple den iPod und eröffnete im Netz den iTunes-Store, der dank Verträgen mit allen großen Labels schon nach kurzer Zeit eine attraktive Musikauswahl bot. Der Shop füllte die mobilen Musikplayer mit Inhalten, und es gab auch schon die iTunes-Anwendung für Mac OS 9, später kamen Portierungen für OS X und Windows hinzu, und die iPods sattelten von Firewire- auf USB-Buchsen um, was sie für PC-Besitzer verträglicher machte. Lange Zeit war Apple damit alleiniger Anbieter von digitaler Musik, doch heute gibt es einige starke Konkurrenten – weltweit vor allem Amazon und Google, speziell in Deutschland auch MusicLoad. Dazu kommen noch viele weniger bekannte Anbieter.

Dateiformate

MP3 ist das Standardformat für den Musikgenuss am Computer und unterwegs: Die mobilen Abspielgeräte heißen darum MP3-Player – auch wenn sie vielleicht noch die Wiedergabe anderer Dateiformate beherrschen. Alternativen gibt es hier einige:

  • Apple setzt für seinen Musikshop auf das Dateiformat AAC (Advanced Audio Codec), eine Weiterentwicklung des MP3-Formats. Die Dateien haben die Endung .m4a (oder .m4p für DRM-geschützte Dateien).
  • In der Windows-Welt sind WMA-Dateien (Windows Media Audio) mit der Dateiendung .wma beliebt.
  • Eine eher selten anzutreffende Alternative stellen WAV-Dateien dar. Sie bieten die beste Klangqualität, denn das WAV-Format komprimiert nicht: Alle anderen hier erwähnten Audioformate betreiben so genannte "verlustbehaftete Kompression", sprich: Die Dateien sind klein, aber es geht ein wenig Klangqualität verloren – was allerdings die meisten Musikhörer gar nicht wahrnehmen können.
  • Da das MP3-Format durch Patente geschützt ist, haben Freunde freier Formate mit Vorbis (oder Ogg Vorbis) eine Sammlung von Audio- und Video-Codecs entwickelt. Audiodateien im Vorbis-Format haben die Dateiendung .ogg, aber es gibt nur wenige mobile Player, die damit umgehen können.

Wenn Sie ein iPhone oder einen iPod besitzen und es gewohnt sind, Musik direkt bei Apple zu kaufen, und wenn Sie außerdem auf dem PC nur mit Linux arbeiten, sollten Sie sich einen anderen MP3-Anbieter suchen (mehr dazu weiter unten). Generell ist das Ziel, dass Sie die gekaufte Musik auf all Ihren Geräten abspielen können – im Idealfall ohne Konvertieraktionen von Dateien in andere Formate.

Pragmatisch

Da nicht alle Online-Musik-Shops gut mit Linux zusammen arbeiten, gilt es zunächst zu entscheiden, wie pragmatisch Sie an die Suche nach dem idealen Shop herangehen möchten: Wenn Sie parallel noch mit Windows arbeiten, dann reicht es Ihnen vielleicht aus, die Einkäufe und Downloads unter Windows zu erledigen, solange die gekauften Dateien später auch unter Linux abspielbar sind. In dem Fall ist die wichtigere Frage, welche Features ein Shop allgemein im Angebot hat: Amazon bietet zum Beispiel den AutoRip-Dienst – wenn Sie ein Album auf CD kaufen, erhalten Sie (meist) automatisch auch MP3-Versionen der einzelnen Tracks, so dass Sie die neue CD daheim nicht erst von Hand rippen müssen. Sogar für einige Vinyl-Schallplatten gibt es diesen Service (Abbildung 1).

Abbildung 1: Amazon bietet beim Kauf von CDs (und auch bei einigen Vinyl-LPs) den AutoRip-Service: Sie erhalten die MP3-Dateien gratis dazu.

Arbeiten Sie hingegen ausschließlich mit Linux, müssen Sie einen Shop auswählen, bei dem auch Einkauf und Download mit dem Browser unter Linux funktionieren – hier scheidet der Amazon-Store unter Umständen aus, weil es im Moment keine praktikable Möglichkeit gibt, ganze gekaufte Alben in einem Rutsch herunterzuladen, Sie müssen dort als Linux-Anwender jeden Song einzeln auswählen und seinen Download erledigen.

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