Linux kennen lernen

Erste Schritte

Auf die Installation von Linux folgen die ersten Schritte in einer neuen Umgebung. Vieles erklärt sich von selbst, für den Rest finden Sie in diesem Artikel hilfreiche Hinweise, die Ihnen über die ersten Wochen mit Linux helfen.

Sie haben OpenSuse oder Kubuntu frisch von der Heft-DVD oder aus einer anderen Quelle installiert und wollen nun los legen – bei den ersten Schritten mit dem neuen System hilft Ihnen dieser Artikel.

Nach dem Einschalten des Rechners erscheint als Erstes der Bootmanager: Hier werden Ihnen die installierten Betriebssysteme zur Auswahl angeboten. Der Bootmanager wartet in der Regel einige Sekunden auf Ihre Eingabe und startet bei deren Ausbleiben das als Standard eingestellte Betriebssystem. Um Linux zu starten, wählen Sie einfach mit den Cursortasten den richtigen Menüpunkt aus drücken dann [Eingabe]. Bei einigen Linux-Versionen füllt sich dann der Bildschirm mit einer Vielzahl von Systemmeldungen; die meisten zeigen aber nur eine Grafik an, und Sie können [Esc] drücken, um die Bootmeldungen anzeigen zu lassen. Das ist aber nur dann relevant, wenn es Probleme beim Systemstart gibt.

Je nach Leistungsfähigkeit Ihres Rechners dauert es zwischen 15 Sekunden und mehreren Minuten, bis der Bootvorgang abgeschlossen ist. Dann schaltet Linux in den Grafikmodus und meldet Sie automatisch am System an. Haben Sie die automatische Anmeldung während der Installation deaktiviert, erscheint ein Anmeldebildschirm.

  • Bei OpenSuse tragen Sie hier den Benutzernamen und das Passwort in die beiden Eingabefelder ein.
  • Kubuntu präsentiert hier nur eine Auswahl der eingerichteten Benutzer (Abbildung 1); Sie klicken den richtigen Eintrag an und geben das Passwort ein.

Wie Sie es vielleicht von anderen Passwortdialogen gewohnt sind, wird das eigentliche Passwort bei der Eingabe nicht angezeigt, um Sie vor neugierigen Blicken anderer zu schützen. Es erscheinen stattdessen Sternchen.

Abbildung 1: Der Anmeldebildschirm sieht bei jeder Linux-Version ein wenig anders aus – im Kubuntu-Dialog kann man keine Benutzernamen eingeben, sondern nur aus den vorhandenen Konten wählen.

Neben Benutzername und Passwort bietet der OpenSuse-Anmeldedialog noch weitere Elemente: Unter Sitzungsart können Sie einstellen, mit welcher grafischen Oberfläche Sie arbeiten wollen. Die Voreinstellung sollte hier "KDE" sein, und dabei können Sie es auch belassen, weil dieses Buch ausschließlich KDE beschreibt. (Experimentierfreudige können aber auch Gnome oder einen anderen Eintrag wählen: Passieren kann dabei nichts, das System sieht dann anders aus, und die Menüstrukturen weichen von den in diesem Buch beschriebenen ab.) Nach einigen Sekunden präsentiert sich KDE mit einem aufgeräumten Desktop.

Den Desktop verwenden

Die grundlegenden Elemente des KDE-Desktops von Linux funktionieren genauso, wie Sie dies von Windows gewohnt sind: Die Startleiste am unteren Rand des Desktops enthält links den üblichen Start-Button (hier in Form des grünen OpenSuse-Maskottchens oder des blauen KDE-Logos bei Kubuntu), hinter dem sich u. a. das Programmmenü verbirgt.

Über Icons auf dem Desktop können Sie wie gewohnt Programme starten bzw. Dokumente öffnen, wenn das Icon ein Dokument-Icon ist. Auch Linux verknüpft mit bestimmten Dateitypen die zugehörigen Programme. Beachten Sie, dass unter Linux ein einfacher Mausklick ausreicht, um ein Icon zu aktivieren. Wenn Sie stattdessen einen Doppelklick in "normaler" Geschwindigkeit ausführen, ignoriert die Oberfläche den zweiten Klick allerdings.

Wenn es nur um die Bedienung des Desktops geht, unterscheiden sich Windows und Linux kaum. Wie Sie gleich sehen werden, funktioniert alles, was Sie von der kommerziellen Konkurrenz kennen, genauso (oder sehr ähnlich) unter Linux. Auf der anderen Seite bieten Linux und KDE aber einige Zusatzfeatures, die die tägliche Arbeit erleichtern.

Programme starten

Für den Start von Anwendungen gibt es drei Möglichkeiten – eine besteht in der Verwendung des Startmenüs; die anderen beiden sind häufig schneller, setzen aber voraus, dass Sie den Namen des Programms kennen, das Sie aufrufen wollen.

Startmenü: über das Startmenü, das Sie über den Button ganz links unten öffnen, haben Sie Zugriff auf alle unter KDE registrierten Anwendungen (Abbildung 2): In diesem Menü finden Sie also alles, was Sie typischerweise unter der grafischen Oberfläche von Linux nutzen wollen. Das Auffinden eines Programms in der Menühierarchie ist dabei sehr einfach. Die Menüs sind nach Themen sortiert: Auf oberster Ebene des Startmenüs finden Sie z. B. die Einträge Spiele, Grafik, Internet, Multimedia und Büroprogramme. Um beispielsweise LibreOffice, das Microsoft-Office-kompatible Officepaket zu starten, wählen Sie im Startmenü Anwendungen / Büroprogramme / Textverarbeitung / Textverarbeitung (LibreOffice Writer) (bei OpenSuse) bzw .Anwendungen / Büroprogramme / Textverarbeitung (LibreOffice Writer) (bei Kubuntu). (Dass der Menüweg hier unterschiedlich lang ist, liegt daran, dass sich auf dem OpenSuse-System zwei Programme als Textverarbeitung registriert haben – dann entsteht in der Menüstruktur eine neue Ebene.)

Abbildung 2: KDE besitzt ein Startmenü, über das Sie Programme starten (und auch den Rechner ausschalten) können.

Wollen Sie nicht in der Hierarchie suchen, geben Sie im Startmenü einen Teil des Programmnamens in das Suchfenster ein – im Beispiel etwa writer: Dann erscheinen alle passenden Treffer.

Das OpenSuse-Konfigurationsprogramm YaST finden Sie hier unter Rechner / YaST. (YaST ist die Abkürzung von "Yet another Setup Tool", auf Deutsch etwa: "Noch ein weiteres Konfigurationsprogramm".) Auch unter Kubuntu finden Sie schnell zu den Einstellungen: Der richtige Menüeintrag ist Rechner / Systemeinstellungen.

Die jeweils erste hier genannte Menüebene erreichen Sie über die Reiter am unteren Rand des Menüs (Favoriten, Anwendungen, Rechner, Verlauf und Verlassen). Im Bereich Anwendungen gibt es Untermenüs – ob ein Eintrag direkt ein Programm startet oder ein Untermenü beherbergt, erkennen Sie am Fehlen oder Auftauchen eines kleinen nach rechts zeigenden Dreiecks. Klicken Sie auf einen Untermenü-Eintrag, verschwindet die aktuelle Ansicht, und Sie sehen nur noch den Inhalt des Untermenüs.

Schnellstarter: Über die Tastenkombination [Alt]+[F2] rufen Sie ein kleines Befehlseingabefenster auf, das mittig am oberen Desktoprand erscheint (Abbildung 3). Hier können Sie nun den Namen eines Programms eingeben – z. B. könnten Sie den in KDE integrierten Texteditor KWrite durch Eingabe von kwrite (durchgehend in Kleinbuchstaben) in diesem Schnellstartfenster aufrufen. Programme, die einen Eintrag im Startmenü haben, finden Sie so unabhängig von der Schreibweise – bei anderen Programmen müssen Sie exakt sein und auch Groß-/Kleinschreibung beachten. Für KWrite gibt es hier zwei Treffer (Abbildung 4); beide starten den Editor.

Abbildung 3: Im Alt+F2-Schnellstarter können Sie einen Befehlsnamen eingeben – aber auch nach Programmen suchen.
Abbildung 4: Es erscheint eine Trefferliste – im Beispiel gleich zweimal "kwrite" (Startmenü-Eintrag und Programmdatei).

Kommandozeile: Wenn Sie mit Befehlen in einem Terminalfenster arbeiten, können Sie auch aus diesem heraus grafische Programme aufrufen. Um das zu tun und das Terminal nicht für weitere Befehle zu sperren, geben Sie ebenfalls den exakten Programmnamen, gefolgt von & ein: Um wieder den Editor KWrite aus dem letzten Beispiel aufzurufen, würden Sie also kwrite & eingeben. Aber: Dies ist nur eine Alternative – es gibt keinen zwingenden Grund, für den Programmstart die Kommandozeile zu verwenden.

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