Software

Neue Software (Teil 1/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 1/2).

Amarok – Umfangreiches KDE-Musikprogramm

Die KDE-Desktop-Umgebung bringt mit Amarok ein Musikabspielprogramm mit, das sich an Featurefülle schwer überbieten lässt. Das ist nicht jedermanns Sache, kann aber Spaß machen, wenn Sie etwas Zeit zum Erkunden des Programms investieren.

Musik hören am Computer war einmal simpel: Man startete Xmms [1], öffnete ein paar MP3-Dateien und lehnte sich zurück. Inzwischen haben sich viele Musikprogramme zu komplexen und mitunter recht unübersichtlichen Musikverwaltungs- und Infotainment-Programmen entwickelt.

Amarok (Abbildung 1) [2] gilt als eines der Aushängeschilder dieser umfangreichen Anwendungen, bei denen das reine Abspielen fast schon zur Nebensache gerät: Die Software durchforstet das Internet nach Informationen zum Künstler, dem Liedtext des gerade gespielten Stücks und nach verwandten Musikstücken.

Abbildung 1: Von Konzentration auf das Wesentliche kann man bei dem umfangreichen Musikprogramm Amarok nicht sprechen. Doch es bietet eine ansprechende Optik und bleibt im Kern handlich.

Sie durchsucht die Festplatte nach Musikdateien und sortiert sie nach den eingebetteten Tags, die Sie optional direkt in Amarok bearbeiten. Darüber hinaus bindet die Software etliche Internet-Musikdienste ein. Dazu zählen Jamendo, Magnatune, Mp3tunes.com und natürlich den MP3-Store von Amazon. Dazu kommen noch zwei Podcast-Verzeichnisse (Abbildung 2).

Abbildung 2: Amaroks Zuständigkeitsbereich endet keineswegs mit der eigenen Festplatte: Das Programm bindet zahlreiche Internetdienste ein und kooperiert auch mit allen gängigen mobilen Medienspielern.

Anschluss garantiert

Amarok arbeitet auch mit mobilen Musikspielern zusammen. Das schließt auch neuere Android-Smartphones und -Tablets ein, die sich allerdings nicht mehr als einfache USB-Speichermedien beim Rechner melden, ebenso Geräte mit dem "i" im Namen.

Die Applikation spielt die Lieder auf Wunsch in der vom Benutzer vorgegebenen Reihenfolge ab, doch eigentlich ist das Programm damit unterfordert: Schließlich bringt es ausgefeilte Algorithmen mit, die einen menschlichen DJ entbehrlich machen.

Unter anderem merkt sich Amarok, wie oft der Anwender bei einem Lied weiterspult, und schließt daraus, wie gut es ihm gefällt. Auch den Zeitpunkt der Wiedergaben merkt sich die Software und bezieht diese Werte in das automatische Zusammenstellen der Wiedergabeliste mit ein.

Außerdem können Sie jedem Stück Ihrer Sammlung zwischen einem und fünf Sternen geben. Diese Wertung steht dann ebenfalls als Kriterium für die automatische Auswahl der Songs oder der Wiedergabereihenfolge zur Verfügung. Ein Mausklick genügt, um die aktuelle Wiedergabeliste für die spätere Verwendung zu speichern, egal, ob sie auf der Basis einer manuellen oder automatischen Auswahl entstanden ist.

Den ohnehin schon großen Funktionsumfang erweitern Sie bei Bedraf noch mit zusätzlichen Skripten, die in einem Internet-Repository zur Installation bereit stehen (Abbildung 3). Das Spektrum reicht von Sammlungen länderspezifischer Internetstationen bis hin zu Radiowecker- oder Gute-Nacht-Funktionen, welche die Wiedergabe zu einer bestimmten Zeit oder nach Ende der Playlist stoppt und auch gleich den Rechner in den Ruhezustand versetzt.

Abbildung 3: Ein unabhängig von der Amarok-Version aktuell gehaltenes Skript-Repository rüstet zum Beispiel eine Auswahl deutscher Radiostationen nach.

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