Shell-Tipps

Know-how für die Kommandozeile

09.10.2013
Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Leerzeilen ausschneiden mit "cat"

Mit dem Befehl cat (engl. concatenate, aneinanderhängen) geben Sie unter anderem Textdateien auf der Konsole aus. So schickt der Befehl cat datei.txt direkt an die Standardausgabe (Abbildung 1, oben). Wie Sie sehen, hat der Text einige überflüssige Leerzeilen. Zusammen mit dem Aufrufparameter -s eliminieren Sie diese (Abbildung 1, unten) und sorgen dafür, dass eine beliebige Anzahl leerer Zeilen zu einer einzigen zusammenschrumpft.

Abbildung 1: Über den Befehl "cat -s" verwandeln Sie viele leere Zeilen einer Datei in eine einzige.

Tipp: Flotte Sprüche auf der Shell: "fortune"

Hier kommt ein echter Klassiker, der schon fast so alt ist wie Unix selbst. Das kleine Tool fortune ist ein virtueller Glückskeks (englisch "fortune cookie") und muntert Shell-Fans mit Zitaten, Anekdoten, Quizfragen usw. auf. Das Programm ist bei allen von EasyLinux unterstützten Distributionen im Paketarchiv. Unter Ubuntu installieren Sie die Sprüchesammlung über das Paket fortunes, unter OpenSuse heißt es lediglich fortune. Während OpenSuse als zusätzliche Sprüche lediglich fortune-mod-bofh-excuses mit Entschuldigungen für den BOFH (Bastard Operator from Hell [1], Abbildung 2) ausliefert, finden Sie bei Ubuntu zahlreiche weitere Pakete, darunter fortunes-de mit deutschen Redewendungen, fortunes-debian-hints (Debian-Tipps) und fortunes-spam (Zitate aus Spam-Mails).

Abbildung 2: Die Texte über den "Bastard Operator from Hell" gibt es auch in Buchform – einzelne Zitate finden Sie in den "Fortunes".

Sie rufen den Sprücheklopfer mit dem Kommando fortune auf den Plan. Das Programm schreibt seine Ausgabe direkt ins Terminal hinein (Abbildung 3). Es nimmt dabei nach dem Zufallsprinzip etwas aus der Sammlung unterhalb von /usr/share/games/fortunes. Welche Unterkategorien es dort gibt, erfahren Sie mit dem Parameter -f:

$ fortune -f
100,00% /usr/share/games/fortunes
     9,71% riddles
    32,70% fortunes
     3,34% debian-hints
    34,37% bofh-excuses
    19,88% literature
Abbildung 3: Der Befehl "fortune" schreibt einen flotten Spruch ins Terminal und sucht dabei etwas aus den Paketen in "/usr/share/games/fortunes" aus.

Um gezielt etwas aus einer bestimmten Abteilung zu wählen, schreiben Sie deren Namen hinter das Kommando:

$ fortune literature
When in doubt, tell the truth.
                -- Mark Twain

Es gibt kurze und lange Glückskekse in der Sammlung, die Sie gezielt über fortune -s bzw. fortune -l ausgeben. Alles bis zu 160 Zeichen empfindet das Programm in der Voreinstellung als kurz. Möchten Sie die Länge neu definieren, setzen Sie die Option -n ein und geben dahinter die Zeichenanzahl an:

fortune -n 200 -s

Vorsicht bei der Wahl der Zeichenzahl: Wählen Sie einen zu hohen oder zu niedrigen Wert, dann produziert fortune laut Manpage nur noch eine "never-ending trash loop" ("eine endlose Müllschleife").

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Glückskekse für Linux
    Ein zufälliger Sinnspruch oder Kalauer beim Start eines Terminal-Fensters oder als Signatur für private Mails lockert den Arbeitsalltag auf. Das Kommandozeilen-Tool Fortune hält Zitate für jeden Anlass bereit.
  • Gnome-Tipps
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor.
  • Tipps und Tricks zu Gnome
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor. Seit Ausgabe 01/2012 zeigen wir Tricks für die dritte Generation des Desktops: die Gnome Shell.
  • Software-News
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2015: Distributionen im Test

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 2 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Scanner EPSON Perfection V 300 photo und VueScan
Roland Welcker, 19.08.2015 09:04, 1 Antworten
Verehrte Linux-Freunde, ich habe VueScan in /usr/local/src/vuex_3295/VueScan installiert, dazu d...
Empfehlung gesucht Welche Dist als Wirt für VM ?
Roland Fischer, 31.07.2015 20:53, 2 Antworten
Wer kann mir Empfehlungen geben welche Distribution gut geeignet ist als Wirt für eine VM für Win...
Plugins bei OPERA - Linux Mint 17.1
Christoph-J. Walter, 23.07.2015 08:32, 3 Antworten
Beim Versuch Video-Sequenzen an zu schauen kommt die Meldung -Plug-ins und Shockwave abgestürzt-....
Wird Windows 10 update/upgrade mein Grub zerstören ?
daniel s, 22.07.2015 08:31, 9 Antworten
oder rührt Windows den Bootloader nicht an? das ist auch alles was Google mir nicht beantw...
Z FUER Y UND ANDERE EINGABEFEHLER AUF DER TASTATUR
heide marie voigt, 10.07.2015 13:53, 2 Antworten
BISHER konnte ich fehlerfrei schreiben ... nun ist einiges drucheinander geraten ... ich war bei...