Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Leerzeilen ausschneiden mit "cat"

Mit dem Befehl cat (engl. concatenate, aneinanderhängen) geben Sie unter anderem Textdateien auf der Konsole aus. So schickt der Befehl cat datei.txt direkt an die Standardausgabe (Abbildung 1, oben). Wie Sie sehen, hat der Text einige überflüssige Leerzeilen. Zusammen mit dem Aufrufparameter -s eliminieren Sie diese (Abbildung 1, unten) und sorgen dafür, dass eine beliebige Anzahl leerer Zeilen zu einer einzigen zusammenschrumpft.

Abbildung 1: Über den Befehl "cat -s" verwandeln Sie viele leere Zeilen einer Datei in eine einzige.

Tipp: Flotte Sprüche auf der Shell: "fortune"

Hier kommt ein echter Klassiker, der schon fast so alt ist wie Unix selbst. Das kleine Tool fortune ist ein virtueller Glückskeks (englisch "fortune cookie") und muntert Shell-Fans mit Zitaten, Anekdoten, Quizfragen usw. auf. Das Programm ist bei allen von EasyLinux unterstützten Distributionen im Paketarchiv. Unter Ubuntu installieren Sie die Sprüchesammlung über das Paket fortunes, unter OpenSuse heißt es lediglich fortune. Während OpenSuse als zusätzliche Sprüche lediglich fortune-mod-bofh-excuses mit Entschuldigungen für den BOFH (Bastard Operator from Hell [1], Abbildung 2) ausliefert, finden Sie bei Ubuntu zahlreiche weitere Pakete, darunter fortunes-de mit deutschen Redewendungen, fortunes-debian-hints (Debian-Tipps) und fortunes-spam (Zitate aus Spam-Mails).

Abbildung 2: Die Texte über den "Bastard Operator from Hell" gibt es auch in Buchform – einzelne Zitate finden Sie in den "Fortunes".

Sie rufen den Sprücheklopfer mit dem Kommando fortune auf den Plan. Das Programm schreibt seine Ausgabe direkt ins Terminal hinein (Abbildung 3). Es nimmt dabei nach dem Zufallsprinzip etwas aus der Sammlung unterhalb von /usr/share/games/fortunes. Welche Unterkategorien es dort gibt, erfahren Sie mit dem Parameter -f:

$ fortune -f
100,00% /usr/share/games/fortunes
     9,71% riddles
    32,70% fortunes
     3,34% debian-hints
    34,37% bofh-excuses
    19,88% literature
Abbildung 3: Der Befehl "fortune" schreibt einen flotten Spruch ins Terminal und sucht dabei etwas aus den Paketen in "/usr/share/games/fortunes" aus.

Um gezielt etwas aus einer bestimmten Abteilung zu wählen, schreiben Sie deren Namen hinter das Kommando:

$ fortune literature
When in doubt, tell the truth.
                -- Mark Twain

Es gibt kurze und lange Glückskekse in der Sammlung, die Sie gezielt über fortune -s bzw. fortune -l ausgeben. Alles bis zu 160 Zeichen empfindet das Programm in der Voreinstellung als kurz. Möchten Sie die Länge neu definieren, setzen Sie die Option -n ein und geben dahinter die Zeichenanzahl an:

fortune -n 200 -s

Vorsicht bei der Wahl der Zeichenzahl: Wählen Sie einen zu hohen oder zu niedrigen Wert, dann produziert fortune laut Manpage nur noch eine "never-ending trash loop" ("eine endlose Müllschleife").

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Glückskekse für Linux
    Ein zufälliger Sinnspruch oder Kalauer beim Start eines Terminal-Fensters oder als Signatur für private Mails lockert den Arbeitsalltag auf. Das Kommandozeilen-Tool Fortune hält Zitate für jeden Anlass bereit.
  • Gnome-Tipps
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor.
  • Tipps und Tricks zu Gnome
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor. Seit Ausgabe 01/2012 zeigen wir Tricks für die dritte Generation des Desktops: die Gnome Shell.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2016: Sicher im Internet

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

NOKIA N900 einziges Linux-Smartphone? Kein Support mehr
Wimpy *, 28.08.2016 11:09, 1 Antworten
Ich habe seit vielen Jahren ein Nokia N900 mit Maemo-Linux. Es funktioniert einwandfrei, aber ich...
Scannen nicht möglich
Werner Hahn, 19.08.2016 22:33, 3 Antworten
Laptop DELL Latitude E6510 mit Ubuntu 16,04, Canon Pixma MG5450. Das Drucken funktioniert, Scann...
Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...