Linux-Tipps

Kniffe, die Sie kennen sollten

09.10.2013
In dieser Ausgabe stellen wir versteckte Optionen und nützliche Add-ons für Firefox und Thunderbird vor. Außerdem zeigen wir, wie Sie anderen Nutzern von außen Zugriff auf Ihren Linux-Rechner ermöglichen und wie Videokonferenzen ganz ohne Anmeldung oder Plug-in im Browser funktionieren.

Tipp: Palava: Videokonferenzen direkt im Browser

Dank schneller Internetverbindungen sind Videokonferenzen inzwischen eine echte Alternative zu persönlichen Meetings. Zwei bekannte und beliebte Dienste sind Skype [1] und Google Hangouts [2]. Beide erfordern spezielle Software beziehungsweise eine Browsererweiterung und ein Konto beim jeweiligen Anbieter. Die anderen Lösungen für den Linux-Desktop erweitern zwar stetig ihren Funktionsumfang, sind aber auch nicht nicht immer das Gelbe vom Ei [3].

Eine neue Technik namens WebRTC [4] (Web Real-Time Communication, Web-Echtzeitkommunikation) greift über den Browser auf Kamera und Mikrofon des eigenen Computers zu und erlaubt damit Video- und Telefonkonferenzen ohne Plug-in und externes Programm. Ein Dienst aus Deutschland namens Palava [5] macht sich die WebRTC-Technologie zunutze und verspricht kostenfreie Meetings für jedermann. Die einzige Voraussetzung ist ein entsprechender Browser: Palava funktioniert in Firefox ab Version 22 und Chrome ab Version 26. Die Unterstützung für Android-Smartphones und -Tablets ist noch als experimentell gekennzeichnet; ein englischsprachiger Blogartikel zeigt, wie es geht [6].

Um auf Ihrem Linux-Rechner eine Videokonferenz per Browser einzurichten, besuchen Sie die Webseite des Anbieters, vergeben dort einen Namen für die Sitzung und klicken auf den Pfeil neben dem Eingabefeld. Danach fragt Palava, ob Sie Video und Ton oder nur das Bild übertragen möchten, falls Sie parallel eine Telefonkonferenz nutzen. Bestätigen Sie abschließend, dass der Browser Kamera und Mikrofon benutzen darf (Abbildung 1), und die Konferenz startet.

Abbildung 1: Den Zugriff auf Kamera und Mikrofon müssen Sie explizit erlauben.

Rechts oben im Browserfenster erscheint der Konferenzlink, den Sie allen anderen Teilnehmern mitteilen, damit diese sich dazuschalten können. Über dem Bild Ihrer eigenen Kamera sehen Sie den Link Options. Klicken Sie diesen an, um Ihren eigenen Namen einzutragen. Die Bilder der anderen Teilnehmer blendet Palava darunter ein. Über einen Klick auf das Lautsprechersymbol neben dem Namen schalten Sie einen Teilnehmer stumm oder heben die Sperre wieder auf. Ein einfacher Mausklick auf ein Bild vergrößert es, ein Doppelklick schaltet es in den Vollbildmodus.

Tipp: Firefox: Zoomen mit Augenmaß

Das Zoom-Verhalten in Firefox ist mitunter etwas gewöhnungsbedürftig. vergrößern oder verkleinern Sie eine Seite über Ansicht / Zoom / Vergrößern bzw. Verkleinern (Tastenkombinationen [Strg]+[+] und [Strg]), so gilt das nur für die aktuell aufgerufene webseite und deren Unterseiten. Das hat gleich zwei Nachteile: Zum einen zeigt Firefox die Site künftig immer in der zuletzt gewählten vergrößerungsstufe an, und zum anderen stellt der Browser Links, die von der Domain wegführen, wieder nur in der Standardvergrößerung dar. Letzteres ist vor allem dann lästig, wenn Sie das Bild vom browser in einem Vortrag per Beamer dauerhaft vergrößern möchten.

Firefox ist glücklicherweise äußerst flexibel und bietet zusätzlich zu den Programmeinstellungen im Dialog ein erweitertes Feintuning an. dazu geben Sie in die Adresszeile about:config ein und bestätigen danach den Hinweis Ich werde vorsichtig sein, versprochen. Geben Sie ins Suchfeld browser.zoom.siteSpecific ein. Doppelklicken Sie den Eintrag, um den Wert von true auf false zu stellen. Die neue Zoomkonfiguration ist ohne Neustart des Browser sofort aktiv. Die gewählte Vergrößerungsstufe ist damit nur für den jeweils aktuellen Tab gültig, ganz gleich, welche Webseite Sie dort betrachten. Zudem stellt Firefox die Ansicht wieder auf den Standardwert zurück, wenn Sie das Programm neu starten.

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