Passend zum Schwerpunkt dieser Ausgabe beschäftigt sich das Guru-Training mit dem Netzwerk. Über drei Kommandozeilentools finden Sie schnell die öffentliche und die lokale IP-Adresse heraus und entdecken weitere Maschinen in Ihrem lokalen Netz.

IP-Adresse des Routers

Wollen Sie die öffentliche IP-Adresse ermitteln, die Ihr DSL- oder Kabelrouter vom Provider erhalten hat, können Sie im Webbrowser eine Webseite wie http://www.meineip.de/ aufrufen – doch das geht auch in der Shell. Kombinieren Sie dazu einfach das Downloadtool wget mit einem grep-Kommando zu einer Pipeline, z. B. mit folgendem Befehl:

[esser@asus:~] wget -O - www.meineip.de 2>&1 | grep 'title="Mei'
<p title="Meine IP: 188.105.105.105" id="ip">188.105.105.105</p>

Das funktioniert, weil im HTML-Quellcode, den die Webseite zurückgibt, die IP-Adresse in einer separaten Zeile mit einem <p>-Tag auftaucht und sich somit bequem herausfiltern lässt. Sie können die Ausgabe auch noch mit sed weiter verarbeiten, um nur die IP-Adresse zu sehen – insgesamt ergibt sich dann:

[esser@asus:~] wget -O - www.meineip.de 2>&1 | grep 'title="Mei' | sed -e 's/.*"ip">//' -e 's/<.p>.*//'
188.105.105.105

Speichern Sie diesen Befehl in einer Skriptdatei getip, die Sie im Ordner ~/bin ablegen und mit chmod +x ~/bin/getip ausführbar machen, dann können Sie künftig einfach getip eingeben, um die aktuelle öffentliche Adresse des Routers abzufragen.

Lokale IP-Adresse

Die lokale IP-Adresse Ihres Linux-PCs finden Sie mit geringerem Aufwand heraus – hier reicht das Kommando ifconfig aus, das Informationen über alle konfigurierten Netzwerkkarten (auch WLAN-Adapter) ausgibt. In Abbildung 1 sehen Sie die Ausgabe auf einem System, das über WLAN mit dem Router verbunden ist: Darum heißt das Netzwerkgerät wlan0. Beim Anschluss über eine Ethernet-Netzwerkkarte finden Sie stattdessen einen Eintrag für das Gerät eth0.

Abbildung 1: Mit "ifconfig" finden Sie Ihre lokale IP-Adresse heraus.

Es ist auch denkbar, dass Sie gleichzeitig mehrere aktive Netzwerkverbindungen haben – dann tauchen hier z. B. Einträge für wlan0 und eth0 auf – in dem Fall verrät Ihnen das Kommando ip route | head -1, über welches Gerät Internet-Zugriffe laufen. Die beiden folgenden Befehlsaufrufe zeigen die Ausgaben dieses Kommandos auf zwei Maschinen, die über WLAN bzw. Netzwerkkabel mit dem (gleichen) Router verbunden sind:

esser@asus:~> ip route | head -1
default via 192.168.178.1 dev wlan0
[esser@quadamd:~]$ ip route | head -1
default via 192.168.178.1 dev eth0  metric 100

Gesamtübersicht

Möchten Sie herausfinden, welche weiteren Geräte (mit welchen Adressen) es im lokalen Netz gibt, können Sie das Tool nmap verwenden, das Sie zunächst nachinstallieren müssen. Unter Ubuntu/Kubuntu geht das über sudo apt-get install nmap; OpenSuse-Anwender erreichen die Installation mit sudo zypper install nmap.

Um die maximal möglichen Informationen über das Netzwerk zu erhalten, müssen Sie nmap mit Root-Rechten aufrufen. Es funktioniert auch, wenn Sie es als normaler Anwender starten, findet dann aber weniger über die vorhandenen PCs heraus.

Geben Sie sudo nmap -sP 192.168.178.0/24 ein, wobei Sie 192.168.178 durch die ersten drei Nummern Ihrer lokalen IP-Adresse (z. B. 192.168.1) ersetzen müssen. Das Tool scannt nun das lokale Netzwerk und prüft für jede theoretisch mögliche IP-Adresse, ob darüber ein Gerät erreichbar ist – wenn ja, gibt es Informationen für diese Maschine zurück (Abbildung 2).

Abbildung 2: "nmap" zeigt an, welche Rechner im lokalen Netz laufen.

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