Tipp: Arbeiten mit Gradationskurven

Wollen Sie Korrekturen im Farb- und Kontrastbereich vornehmen, sollten Sie sich die Gradationskurve anschauen; Sie öffnen den Dialog Farbkurven korrigieren über Farben / Kurven. In der Voreinstellung sehen Sie ein Histogramm, vor dem sich die Gradationskurve in Normalform von links unten nach rechts oben zieht. Sie befindet sich in einem Koordinatensystem und ist durch die X- und Y-Achse begrenzt. Der linke untere Bereich (x=0, y=0) zeigt den Wert für die schwarzen Bereiche im Bild an, der rechte obere (x=255, y=255) die weißen Bereiche. Die Werte entlang der Verbindungslinie (Amplitude) sind für die Zwischenfarb-Bereiche zuständig.

Fassen Sie das linke Ende mit der Maus an ziehen es auf der Y-Achse nach rechts, verdunkeln sich die dunklen Bereiche. Ziehen Sie es hingegen auf der X-Achse nach oben, hellen sich dunkle Flächen auf. Umgekehrt funktioniert das auch mit den hellen Regionen in Bildern: Fassen Sie die Amplitude oben rechts mit der Maus an und ziehen Sie die Linie auf der X-Achse nach links, zeichnet Gimp die hellen Bereiche heller, über die Y-Achse entsprechend dunkler.

Egal, ob Sie ein Bild aufhellen oder abdunkeln möchten, am besten arbeiten Sie sich von innen nach außen. Das heißt, fassen Sie die Amplitude im Mittelbereich an und ziehen Sie eine sanfte Kurve nach links oben, um das Bild heller zu tönen. Um es abzudunkeln, ziehen Sie die Linie leicht nach unten. Aktivieren Sie die Checkbox Vorschau, um in Echtzeit einen Eindruck von den Änderungen zu sehen. In der Voreinstellung ist im Drop-down-Menü Kurventyp der Eintrag Weich ausgewählt. Er erlaubt leichte Übergänge. Entscheiden Sie sich hier hingegen für Freihand, verwandelt sich der Mauszeiger in einen Stift, und Sie können extreme Farbspitzen erzeugen. Da dies gerade als Anfänger recht fummelig ist, können Sie über Zurücksetzen jederzeit zum Original zurückkehren.

Interessant ist auch das Drop-down-Menü Kanal, wo standardmäßig Wert eingestellt ist. Alternativ können Sie hier einen der Kanäle Rot, Grün und Blau aussuchen und diesen gezielt verändern. Gimp blendet für jeden Kanal eine entsprechend farbige Amplitude ein, so dass Sie genau sehen können, was Sie bereits verändert haben (Abbildung 5). Rechts vom Drop-down-Menü finden Sie eine Schaltfläche, mit der Sie den ausgewählten Kanal in den Ursprungszustand zurückversetzen. Da eine Bearbeitung mit dem Kurvenwerkzeug immer zu einem Verlust der Tonwerte führt, empfehlen wir, ein Bild mit diesem Werkzeug nur einmal zu bearbeiten und nicht mehrfach. Sind Sie mit einer Einstellung nicht zufrieden, dann verwenden Sie besser die Schaltfläche Zurücksetzen und beginnen von vorn.

Abbildung 5: Mit dem Kurvenwerkzeug werten Sie zu dunkle oder zu kontrastarme Fotos auf. Sie können auch gezielt die Kanäle "Rot", "Grün" und "Blau" verändern.

Tipp: Leuchtende Augen erzeugen

Die Grundlagen zur Gradationskurve, die Sie im vorigen Tipp gelesen haben, nutzen Sie nun, um in einem Portraitfoto die Augenpartie hervorzuheben und der Person ein Strahlen in den Blick zu zaubern. Und so geht's:

  1. Öffnen Sie das Bild und erstellen Sie ein Duplikat der Ebene (Ebene / Ebene duplizieren). Fügen Sie dieser einen Alphakanal hinzu, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Ebene klicken und Alphakanal hinzufügen auswählen. Der Name der Ebene im Stapel erscheint nicht länger fett gedruckt, das heißt, die Zuordnung war erfolgreich.
  2. Arbeiten Sie mit dem Duplikat, das sich an oberster Stelle im Ebenenstapel befindet. Klicken Sie den Eintrag erneut mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Ebenenmaske hinzufügen. Im folgenden Dialog aktivieren Sie den obersten Eintrag Weiß (volle Deckkraft) und bestätigen über Hinzufügen.
  3. Blenden Sie die oberste Ebene mit einem Klick auf das Auge aus und wählen Sie die Ebene mit dem Originalbild aus. Öffnen Sie über Farben / Kurven die Gradationskurve und hellen das Foto auf. Im Beispiel haben wir die Amplitude mittig angefasst und sie leicht nach links oben gezogen (Abbildung 6). Bestätigen Sie den Vorgang über die Schaltfläche OK.
  4. Nun klicken Sie wieder auf die oberste Ebene und machen Sie über das Auge auch wieder sichtbar. Wählen Sie Schwarz als Vordergrundfarbe und suchen Sie eine weiche Pinselspitze in einer Größe aus, mit der Sie die Augenpartie im Portrait gut bearbeiten können.
  5. Malen Sie mit schwarzer Farbe die Augen aus. Durch die schwarze Farbe und die weiße Ebenenmaske stellt Gimp die darunter liegende Ebene im Bereich der Augen frei und macht die aufgehellten Bereiche des unteren Ebenenbildes sichtbar.

Falls Sie nicht so präzise gearbeitet haben, wechseln Sie die Vordergrundfarbe und wählen hier Weiß aus. Übermalen Sie die nicht ideal wirkenden Stellen einfach wieder.

Abbildung 6: So einfach entstehen leuchtende Augen: Mit der Gradationskurve hellen Sie das Bild auf, und mit Hilfe der Ebenenmaske arbeiten Sie die aufzuhellenden Bereiche aus dem Bild heraus.

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