Tipp: Schieflage korrigieren

Trotz moderner Spiegelreflexkameras mit allerlei Hilfswerkzeugen wie etwa internen Rastern passiert es immer mal wieder: Landschaft toll, Farben super, Horizont aber schief. Gimp unterstützt Sie dabei, nachträglich den Fehler auszubügeln und Schieflagen zu korrigieren:

  1. Öffnen Sie das zu bearbeitende Bild ([Strg]+[O]). Aktivieren Sie die Rasteransicht über das Bildmenü Ansicht / Raster anzeigen. Sind die Hilfslinien zu klein, unscheinbar oder dunkel, öffnen Sie die Gimp-Konfiguration über Bearbeiten / Einstellungen und wechseln zum Eintrag Standardraster in der linken Liste (Abbildung 1). Neben dem Linienstil, der Vordergrundfarbe oder Hintergrundfarbe optimieren Sie hier auch den Abstand und den Versatz. Danach starten Sie Gimp neu.
  2. Das Beispielfoto aus Abbildung 2 hatte ein schiefes Meer. Mit dem Transformationswerkzeug Drehen ([Umschalt]+[R]) rücken Sie das Bild gerade. In den Werkzeugeinstellungen empfehlen wir, im Drop-down-Menü Beschneidung die Option Auf Ergebnis beschneiden zu aktivieren. So sparen Sie den Arbeitsschritt zur Beschneidung der transparenten Stellen. Sollten Sie die zusätzlichen Hilfslinien des Werkzeugs irritieren, blenden Sie diese im Drop-down-Menü Hilfslinien aus.
  3. Vergrößern Sie mit der Plustaste das Bild, bis Sie genug erkennen können. Überprüfen Sie, dass das Transformationswerkzeug Drehen noch aktiv ist und klicken Sie ins Bild. Im folgenden Dialog stellen Sie den Drehwinkel ein. Geben Sie diesen entweder von Hand ins gleichnamige Feld ein oder ziehen Sie den Regler nach rechts oder links. Über Klick auf Rotieren schließen Sie den Vorgang ab.
  4. Anschließend entfernen Sie noch die transparenten Bildbereiche, die durch die Drehung und das Beschneiden entstanden sind. Wählen Sie dazu einfach Bild / Automatisch zuschneiden aus dem Bildmenü.

    Abbildung 1: Passen Sie die Einstellungen für das "Standardbildraster" an, um horizontale oder vertikale Schieflagen im Bild leichter auszubessern.
    Abbildung 2: In den Werkzeugeinstellungen machen Sie allgemeine Vorgaben zum Drehen, die Sie dann im Dialog durchführen.

Tipp: Liste aller Tastaturbefehle

Zahlreiche Funktionen erreichen Sie im Grafikprogramm über Tastaturkombinationen. So öffnet [Strg]+[O] beispielsweise eine Datei, [Strg]+[S] speichert sie, [Strg]+[W] schließt das aktuelle Bild und [Strg]+[Q] beendet Gimp. Welche Tastaturbefehle die Anwendung kennt, erfahren Sie über Bearbeiten / Tastenkombinationen. Der Dialog Tastenkombinationen konfigurieren listet alle Shortcuts auf und zeigt auch, für welche Aktionen noch kein Kürzel definiert ist. Über das Feld Suche am oberen Rand halten Sie gezielt nach einer Funktion Ausschau.

Möchte Sie einen vorhandenen Shortcut bearbeiten oder einer Aktion einen neuen zuordnen, klicken Sie einfach mit der Maus auf die entsprechende Zeile. Diese erscheint farbig unterlegt, und Sie können direkt das Kürzel eintippen. Ist dieses bereits vergeben, warnt Gimp mit einem Hinweisfenster. Sie haben nun die Möglichkeit, den Vorgang abzubrechen oder über die Schaltfläche Tastenkombination neu zuweisen die Aktion dennoch auszuführen. Um Ihre Anpassungen zu speichern, aktivieren Sie die Checkbox Tastenkombination beim Beenden speichern am unteren Rand und klicken auf Schließen.

Tipp: Künstliche Rauchschwaden erstellen

Zigarettenrauch oder qualmende Kamine basteln Sie in Gimp, ohne andere mit dem tatsächlichen Geruch zu belästigen. Wir zeigen, wie Sie ein Bild mit künstlichen Rauchschwaden aufpeppen. Dabei kommen das Pinselwerkzeug und ein Verzerrungsfilter zum Einsatz:

  1. Öffnen Sie das Bild und legen Sie eine neue transparente Ebene an (Ebene / Neue Ebene, Checkbox Transparenz). Per Klick auf das Symbol mit dem Auge blenden Sie die darunter liegende Ebene aus.
  2. Klicken Sie auf das farbige Rechteck links, um die Vordergrundfarbe einzustellen. Wählen Sie einen hellen Grauwert. Dazu tragen Sie beispielsweise den Wert dcdcdc in das Feld HTML-Notation ein.
  3. Klicken Sie das Pinselwerkzeug doppelt an und reduzieren Sie in den Werkzeugeinstellungen die Deckkraft auf 60 %. Als Pinselspitze wählen Sie 2. Hardness 025. Darunter legen Sie optional die Größe fest.
  4. Malen Sie ein paar Pinselstriche auf die leere transparente Ebene. Dann erzeugen Sie den Rauch, indem Sie mehrmals den Filter Verbiegen aus dem Bildmenü Filter / Verzerren anwenden (Abbildung 3).
  5. Perfektionieren Sie das Ergebnis noch mit Hilfe des Werkzeugs Verschmieren ([S]). Reduzieren Sie abschließend die Deckkraft der transparenten Ebene auf bis zu 50 %.

    Abbildung 3: Wenn Rauchverbot herrscht, erzeugen Sie mit einem Pinselstrich und dem Filter "Verbiegen" einfach selbst Qualm.

Tipp: Farbeinstellungen speichern

Mit Gimp regulieren Sie in Windeseile den Farbton, die Sättigung und Helligkeit in der aktuellen Ebene oder Auswahl. Im Menü Farbe finden Sie zudem Einträge zum Einfärben, zum Anpassen des Farbabgleichs, zum Korrigieren des Schwellwerts und vieles mehr. Haben Sie eine optimale Tönung gefunden und wollen diese auch auf andere Bilder einer Serie anwenden, dann speichern Sie Ihr Einstellungen einfach ab. Bei fast allen Dialogen finden Sie im oberen Bereich ein Drop-down-Menü namens Einstellungen und daneben ein grünes Pluszeichen. Klicken Sie auf dieses und geben Sie der Konfiguration im folgenden Dialog einen Namen. Über OK speichern Sie das Ganze.

Um die Einstellungen auf andere Bilder anzuwenden, rufen Sie wiederum den gewünschten Dialog aus dem Menü Farbe auf. Im Drop-down-Menü Einstellungen sollten Sie nun Ihre gespeicherten Schemata finden (Abbildung 4). Sobald Sie einen Eintrag auswählen, wendet Gimp die Änderungen auf das aktuelle Bild an. Über die Schaltfläche OK sichern Sie die Anpassungen.

Abbildung 4: Einmal durchgeführte Einstellungen speichern Sie ab und wenden Sie jederzeit auf andere Bilder an.

Möchten Sie gespeicherte Farbeinstellungen löschen, dann klicken Sie im entsprechenden Dialog auf den kleinen schwarzen Pfeil neben dem grünen Pluszeichen. Aus dem aufklappenden Menü wählen Sie Einstellungen verwalten auf. Der folgende Dialog zeigt alle abspeicherten Schemata an. Das Icon ganz rechts unten löscht einen ausgewählten Eintrag.

Tipp: Arbeiten mit Gradationskurven

Wollen Sie Korrekturen im Farb- und Kontrastbereich vornehmen, sollten Sie sich die Gradationskurve anschauen; Sie öffnen den Dialog Farbkurven korrigieren über Farben / Kurven. In der Voreinstellung sehen Sie ein Histogramm, vor dem sich die Gradationskurve in Normalform von links unten nach rechts oben zieht. Sie befindet sich in einem Koordinatensystem und ist durch die X- und Y-Achse begrenzt. Der linke untere Bereich (x=0, y=0) zeigt den Wert für die schwarzen Bereiche im Bild an, der rechte obere (x=255, y=255) die weißen Bereiche. Die Werte entlang der Verbindungslinie (Amplitude) sind für die Zwischenfarb-Bereiche zuständig.

Fassen Sie das linke Ende mit der Maus an ziehen es auf der Y-Achse nach rechts, verdunkeln sich die dunklen Bereiche. Ziehen Sie es hingegen auf der X-Achse nach oben, hellen sich dunkle Flächen auf. Umgekehrt funktioniert das auch mit den hellen Regionen in Bildern: Fassen Sie die Amplitude oben rechts mit der Maus an und ziehen Sie die Linie auf der X-Achse nach links, zeichnet Gimp die hellen Bereiche heller, über die Y-Achse entsprechend dunkler.

Egal, ob Sie ein Bild aufhellen oder abdunkeln möchten, am besten arbeiten Sie sich von innen nach außen. Das heißt, fassen Sie die Amplitude im Mittelbereich an und ziehen Sie eine sanfte Kurve nach links oben, um das Bild heller zu tönen. Um es abzudunkeln, ziehen Sie die Linie leicht nach unten. Aktivieren Sie die Checkbox Vorschau, um in Echtzeit einen Eindruck von den Änderungen zu sehen. In der Voreinstellung ist im Drop-down-Menü Kurventyp der Eintrag Weich ausgewählt. Er erlaubt leichte Übergänge. Entscheiden Sie sich hier hingegen für Freihand, verwandelt sich der Mauszeiger in einen Stift, und Sie können extreme Farbspitzen erzeugen. Da dies gerade als Anfänger recht fummelig ist, können Sie über Zurücksetzen jederzeit zum Original zurückkehren.

Interessant ist auch das Drop-down-Menü Kanal, wo standardmäßig Wert eingestellt ist. Alternativ können Sie hier einen der Kanäle Rot, Grün und Blau aussuchen und diesen gezielt verändern. Gimp blendet für jeden Kanal eine entsprechend farbige Amplitude ein, so dass Sie genau sehen können, was Sie bereits verändert haben (Abbildung 5). Rechts vom Drop-down-Menü finden Sie eine Schaltfläche, mit der Sie den ausgewählten Kanal in den Ursprungszustand zurückversetzen. Da eine Bearbeitung mit dem Kurvenwerkzeug immer zu einem Verlust der Tonwerte führt, empfehlen wir, ein Bild mit diesem Werkzeug nur einmal zu bearbeiten und nicht mehrfach. Sind Sie mit einer Einstellung nicht zufrieden, dann verwenden Sie besser die Schaltfläche Zurücksetzen und beginnen von vorn.

Abbildung 5: Mit dem Kurvenwerkzeug werten Sie zu dunkle oder zu kontrastarme Fotos auf. Sie können auch gezielt die Kanäle "Rot", "Grün" und "Blau" verändern.

Tipp: Leuchtende Augen erzeugen

Die Grundlagen zur Gradationskurve, die Sie im vorigen Tipp gelesen haben, nutzen Sie nun, um in einem Portraitfoto die Augenpartie hervorzuheben und der Person ein Strahlen in den Blick zu zaubern. Und so geht's:

  1. Öffnen Sie das Bild und erstellen Sie ein Duplikat der Ebene (Ebene / Ebene duplizieren). Fügen Sie dieser einen Alphakanal hinzu, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Ebene klicken und Alphakanal hinzufügen auswählen. Der Name der Ebene im Stapel erscheint nicht länger fett gedruckt, das heißt, die Zuordnung war erfolgreich.
  2. Arbeiten Sie mit dem Duplikat, das sich an oberster Stelle im Ebenenstapel befindet. Klicken Sie den Eintrag erneut mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Ebenenmaske hinzufügen. Im folgenden Dialog aktivieren Sie den obersten Eintrag Weiß (volle Deckkraft) und bestätigen über Hinzufügen.
  3. Blenden Sie die oberste Ebene mit einem Klick auf das Auge aus und wählen Sie die Ebene mit dem Originalbild aus. Öffnen Sie über Farben / Kurven die Gradationskurve und hellen das Foto auf. Im Beispiel haben wir die Amplitude mittig angefasst und sie leicht nach links oben gezogen (Abbildung 6). Bestätigen Sie den Vorgang über die Schaltfläche OK.
  4. Nun klicken Sie wieder auf die oberste Ebene und machen Sie über das Auge auch wieder sichtbar. Wählen Sie Schwarz als Vordergrundfarbe und suchen Sie eine weiche Pinselspitze in einer Größe aus, mit der Sie die Augenpartie im Portrait gut bearbeiten können.
  5. Malen Sie mit schwarzer Farbe die Augen aus. Durch die schwarze Farbe und die weiße Ebenenmaske stellt Gimp die darunter liegende Ebene im Bereich der Augen frei und macht die aufgehellten Bereiche des unteren Ebenenbildes sichtbar.

Falls Sie nicht so präzise gearbeitet haben, wechseln Sie die Vordergrundfarbe und wählen hier Weiß aus. Übermalen Sie die nicht ideal wirkenden Stellen einfach wieder.

Abbildung 6: So einfach entstehen leuchtende Augen: Mit der Gradationskurve hellen Sie das Bild auf, und mit Hilfe der Ebenenmaske arbeiten Sie die aufzuhellenden Bereiche aus dem Bild heraus.

Tipp: Dateiformate in Gimp

Gimp liest und schreibt jede Menge Dateiformate – einige davon kann die Anwendung nur importieren und nicht exportieren, andere kann sie nicht öffnen, aber abspeichern. Welche das im Einzelnen sind, erfahren Sie schnell über die Dialoge Datei / Öffnen beziehungsweise Datei / Exportieren. Klicken Sie links unten auf den kleinen Pfeil neben Dateityp, um die Liste auszuklappen. Im Bereich Endungen sehen Sie die zum jeweiligen Format gültige(n) Dateiendung(en).

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