Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Tipps und Tricks zu Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

09.07.2013
Ubuntu, Linux Mint und Knoppix basieren auf der Distribution Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche den Umgang mit diesen Systemen erleichtern.

Tipp: Ubuntu: Administratorrechte wiederherstellen

Ein unbedachter Klick in den Systemeinstellungen, einmal nicht richtig hingeschaut, und schon ist es passiert: Sie haben aus Versehen dem einzigen Account auf dem System die Administratorrechte entzogen und von Systemverwalter auf Standard gewechselt (Abbildung 1). Das Konto root ist bei allen Ubuntu-Derivaten in der Voreinstellung deaktiviert – wie erlangen Sie nun bei Bedarf Administratorrechte? Eine Möglichkeit ist, von einer Live-CD/DVD zu booten, es geht aber auch ohne ein solches Medium. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie es geht:

Abbildung 1: Ein Klick, und schon wird aus dem einzigen Benutzerkonto ein Standardaccount ohne Root-Rechte.
  1. Starten Sie den Rechner neu. Halten Sie [Umschalt] gedrückt, um das Menü des Bootmanagers Grub anzuzeigen. Blättern Sie zum Eintrag Erweiterte Optionen für Ubuntu und drücken Sie [Eingabe]. Sie sehen nun zwei Möglichkeiten, Ubuntu zu starten. Wählen Sie den Wiederherstellungsmodus und drücken Sie erneut die Eingabetaste.

  2. Im nächsten Dialog haben Sie unter anderem die Möglichkeit, den Bootvorgang fortzusetzen, kaputte Pakete oder Dateisysteme zu reparieren, den Bootloader selbst zu aktualisieren und auch eine Root-Shell zu starten. Blättern Sie bis zum Eintrag root und drücken Sie [Eingabe].

  3. Hängen Sie die Root-Partition des Systems mit dem folgenden Kommando so ein, dass Sie lesen und schreiben dürfen:

    mount -o rw,remount /

    Dass alles geklappt hat, sehen Sie, wenn Sie anschließend einfach nur mount ohne weitere Optionen eintippen [1]. Die Root-Partition (erkennbar am Schrägstrich /) taucht ganz oben auf und sollte in Klammern den Eintrag rw (read = lesen, write = schreiben) haben.

  4. Nun bearbeiten Sie die Datei /etc/group mit einem Texteditor Ihrer Wahl. Dazu bieten alle Linux-Systeme ein spezielles Programm namens vigr. Wenn Sie einfach nur den Befehl vigr eingeben, startet in der Voreinstellung der Texteditor vi bzw. vim. Falls Sie besser mit Nano zurechtkommen, geben Sie dieses Kommando ein:

    export EDITOR=nano; vigr
  1. Drücken Sie [Strg]+[W] und tippen Sie sudo ein, um nach der Zeile zu suchen, welche die Mitglieder für die Gruppe sudo definiert. Sehen Sie hier beispielsweise einen solchen Eintrag, dann hat die Gruppe derzeit keine Mitglieder, da Sie ja vorher den Benutzer zum Standardbenutzer ohne Adminrechte gemacht hatten:

    sudo:x:27:
  2. Schreiben Sie den Namen des Benutzerkontos einfach hinter den letzten Doppelpunkt. Heißt der Account beispielsweise huhn, sollte hier nun Folgendes stehen:

    sudo:x:27:huhn
  3. Mit der Tastenkombination [Strg]+[O] speichern Sie die Änderungen, und mit [Strg]+[X] verlassen Sie den Texteditor. Das Programm meldet danach auf der Standardausgabe, dass Sie auch die Datei /etc/gshadow anpassen sollten:

  4. Tippen Sie als Nächstes vigr -s. Die Definition des Texteditors über die Variable EDITOR müssen Sie nicht wiederholen; die Einstellung gilt in der laufenden Shell noch. Auch in dieser Datei suchen Sie nach sudo und tragen den Benutzernamen dahinter ein, so dass hier nun Folgendes steht:

    sudo:*::huhn

Nach dem Speichern können Sie mit [Strg]+[D] die Root-Shell verlassen und dann über den Eintrag resume -- Startvorgang normal fortsetzen den Rechner booten. Der Benutzer sollte nun wieder über die Rechte des Systemverwalters verfügen und.

Schneller als mit dem Editor geht es übrigens, wenn Sie das Kommando usermod verwenden: Um Ihren Account wieder in die Gruppe aufzunehmen, ersetzen Sie die Schritte 4--7 einfach durch folgendes Kommando:

usermod -a -G sudo huhn

(wobei Sie huhn wieder durch Ihren Benutzernamen ersetzen). Danach verlassen Sie ebenfalls die Root-Shell und booten neu.

Tipp: Ubuntu: Software-Aktualisierungen auf einen Blick

Ab der neuen Ubuntu-Release 13.04 (Raring Ringtail) bieten die Software-Aktualisierungen mehr Komfort. Ein Dialog fasst nun Updates in Gruppen zusammen und sortiert beispielsweise nach Sicherheitsaktualisierungen, Ubuntu-Kern und Andere Aktualisierungen. Über einen Klick auf den kleinen Pfeil klappen Sie eine Gruppe aus und sehen, was in der jeweiligen Kategorie an neuen Paketen wartet. Ebenfalls gut gefällt, dass auf der rechten Seite nun gut sichtbar ist, wie groß die einzelnen Pakete sind. Am unteren Rand sehen Sie außerdem, wie viele Daten insgesamt während des Updates auf die Platte wandern (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Werkzeug zur Software-Aktualisierung ist mit der aktuellen Ubuntu-Version 13.04 übersichtlicher geworden.

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