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Reines BASIC

PureBasic: Software für Linux, Windows und OS X entwickeln

09.07.2013
Die französische Softwareschmiede Fantaisie Software bietet mit PureBasic eine Entwicklungsumgebung an, mit der Sie Programme für Linux, Windows und OS X erstellen. Wir helfen bei den ersten Programmierprojekten mit dem modernen BASIC-Dialekt.

BASIC ist ein Urgestein unter den Programmiersprachen und darum auch heute noch beliebt: Das sieht man z. B. daran, dass die Skriptsprache in LibreOffice auch ein BASIC-Dialekt ist. Für Linux gibt es verschiedene BASIC-Versionen, die meist als freie Software erhältich sind – unter anderem den Compiler FreeBasic [5] und die Entwicklungsumgebung Gambas [6].

Als integrierte Entwicklungsumgebung bietet PureBasic [1] den Vorteil, dass alle fürs Programmieren wichtigen Funktionen unter einem Dach versammelt sind: Über die Projektverwaltung erzeugen Sie neue Projektdateien, geben diese – unterstützt durch Syntax Highlighting und Hilfestellungen zu Standardfunktionen – im Editorbereich ein und übersetzen und starten Ihr Programm auf Knopfdruck. Auch ein Debugger für die Fehlersuche ist dabei.

Wenn Sie bereits unter Windows programmiert haben, wird Ihnen dieser Ansatz vertraut sein; Microsofts Entwicklungsumgebung Visual Studio arbeitet auch so und unterstützt dabei zahlreiche Sprachen, u. a. Visual Basic, einen Verwandten von PureBasic.

Eine kostenlose Testversion, die nur in der Länge der Programmquelltexte beschränkt ist, findet sich im Downloadbereich des Herstellers; die Vollversion kostet 79 Euro – dafür gibt es eine lebenslange Lizenz: Fantaisie Software verspricht, dass jeder Käufer dauerhaft alle neuen Versionen gratis erhält, sogar für neue Plattformen, die eventuell künftig hinzukommen.

Demoversion installieren und starten

Laden Sie von der PureBasic-Webseite die Demoversion [2] herunter; Sie haben dort die Wahl zwischen einer 32-Bit- und einer 64-Bit-Variante. Wir gehen im Folgenden davon aus, dass Sie die 64-Bit-Version testen möchten. Die heruntergeladene Datei purebasic-demo_x64.tgz liegt nun im Ordner Downloads. Starten Sie den Dateimanager Dolphin, wechseln Sie in den Ordner Downloads, klicken Sie die neue Datei mit der rechten Maustaste an und wählen Sie aus dem Kontextmenü die Option Entpacken / Archiv hierher auspacken – dadurch entsteht ein neues Verzeichnis purebasic-demo, in dessen Unterordner compilers Sie hinein wechseln. Hier finden Sie eine Datei purebasic, die Sie anklicken: Dann startet das Programm und zeigt das in drei Bereiche unterteilte Fenster der Entwicklungsumgebung an (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Programmfenster von PureBasic ist dreigeteilt; links oben geben Sie Ihren BASIC-Code ein.

Erste Schritte

Links oben geben Sie den Programmcode ein, darunter erscheinen Informations- und Fehlermeldungen des Compilers, wenn Sie das Programm übersetzen und starten. Der rechte Bereich ist konfigurierbar, hier können Sie verschiedene Dinge einblenden, z. B. eine Übersicht aller Prozeduren, die Sie geschrieben haben.

Wir zeigen Ihnen hier nur Konsolenanwendungen, denn diese sind in PureBasic besonders schnell geschrieben. Für Interaktionen mit dem Benutzer bietet die Sprache u. a. die Befehle Print (Textausgabe), PrintN (mit Zeilenumbruch) und Input (Eingabe). Um Programme zu entwickeln, die in der Shell laufen, müssen Sie zunächst eine Einstellung ändern – denn standardmäßig will PureBasic eine grafische Anwendung erzeugen. Rufen Sie den Menüpunkt Compiler / Compiler-Optionen auf und wählen Sie unter Executable Format die Variante Console aus. Jetzt ist PureBasic bereit für Ihre ersten einfachen Programme.

Geben Sie im leeren Editorbereich die folgenden drei Zeilen ein:

OpenConsole()
PrintN ("Hallo Welt")
a$ = Input()

Dann drücken Sie [F5], um das Programm zu kompilieren und zu starten – es öffnet sich ein Terminalfenster, in dem "Hallo Welt" erscheint: Drücken Sie dort die Eingabetaste, um das Fenster zu schließen (und die Programmausführung zu beenden). Sollte sich kein Fenster öffnen, verwendet PureBasic das Terminalfenster, in dem Sie die Entwicklungsumgebung gestartet haben. Übrigens: Wenn Ihnen die Schrift im Editorbereich zu klein ist, lesen Sie im Kasten Editor-Schriftart nach, wie Sie Schriftart und -größe anpassen können.

Editor-Schriftart

Standardmäßig verwendet der PureBasic-Editor eine relativ kleine Schrift. Vor allem auf Notebooks mit hoch auflösendem Display und auf großen Desktop-Displays über 20 Zoll ist diese nur schwer lesbar. Über die Optionen können Sie die Schrift aber wechseln. Rufen Sie dazu den Menüpunkt Datei / Einstellungen auf und wechseln Sie im Einstellungsfenster links zum Punkt Editor / Bearbeiten.

Sie sehen rechts verschiedene Optionen für den Editor, hier interessiert uns der oberste Punkt Zeichensatz. Klicken Sie diese Schaltfläche an, erscheint ein Auswahlfenster für die Schrift. Sie können die Standardschrift (Fixed Misc) beibehalten und nur die Schriftgröße ändern, z. B. von 10 auf 13, oder gleich eine andere Schrift auswählen. Gut lesbar ist z. B. die Schrift DejaVu Sans Mono in Schriftgröße 12.

Abbildung 2: In den Einstellungen ändern Sie die Schrift, mit welcher der Editor den Quellcode anzeigt.

Um die BASIC-Datei zu speichern, drücken Sie [Strg]+[S]: Dann öffnet sich ein Dateiauswahldialog. Sie können einen Programmnamen ohne Dateiendung wählen (z. B. helloworld); PureBasic hängt dann automatisch die Endung .pb an diesen Namen an. Es ist hilfreich, für die Programmentwicklung ein eigenes Verzeichnis anzulegen, z. B. einen Ordner PureBasic in Ihrem Home-Verzeichnis.

Wollen Sie das Programm nicht nur testen, sondern eine ausführbare Datei erstellen, rufen Sie den Menüpunkt Compiler / Executable erstellen auf und wählen im Dateiauswahldialog einen Ort und Namen. Sie können denselben Ordner wie für den Quellcode verwenden und auch als Name im Beispiel wieder helloworld angeben – diesmal hängt PureBasic keine Endung an.

Das so generierte Programm können Sie nun in einem Terminalfenster starten, es arbeitet unabhängig von der Entwicklungsumgebung und benötigt auch keine speziellen Bibliotheken, so dass Sie es sogar auf andere Linux-Rechner kopieren und dort starten können.

Die Quellcode-Dateien sind übrigens normale Textdateien (mit UTF-8-Kodierung), die Sie bei Bedarf auch in anderen Editoren anschauen oder bearbeiten können: Wenn Sie eine solche pb-Datei im KDE-Editor Kate öffnen, aktiviert dieser sogar das Syntax Highlighting, weil er das Dateiformat kennt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der KDE-Editor Kate erkennt das Dateiformat der PureBasic-Quellcode-Dateien.

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