Schritt 5: Finale

Der grafische Installer lässt Sie erst eine Sprache auswählen und prüft im nächsten Schritt, ob Ihr Rechner am Internet hängt, mit Strom versorgt wird und genügend freien Platz für die Installation mitbringt. Zusätzlich können Sie noch zwei Kreuzchen bei Software von Drittanbietern installieren und Aktualisierungen während der Installation herunterladen setzen. Ersteres sorgt dafür, dass Kubuntu auch einige grundlegende Multimedia-Codecs installiert, die es Ihnen erlauben, Filme zu schauen (auch im Flash-Format), MP3-Dateien abzuspielen und Audio-CDs zu brennen. Die zweite Option lädt während der Installation automatisch die Updates herunter, ohne sie aber zu installieren – das legen Sie in einem Extraschritt fest.

Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass Kubuntu während der Installation einen Mix aus Deutsch und Englisch präsentiert; im Vergleich zur älteren Version 12.10 sind hier viele Dialoge nicht übersetzt worden.

Es folgt der spannendste Teil der Installation – das Partitionieren. Die angebotenen LVM-Optionen können Sie ignorieren und stoßen dann meist auf eines der folgenden Szenarien:

  • Läuft bereits ein Windows auf dem Rechner, dessen Festplatte Sie – wie im Abschnitt Schritt 3 -- Windows neben Kubuntu beschrieben – vorbereitet haben, klicken Sie auf Manuell, um Kubuntu 13.04 in die leere Partition installieren.
  • Haben Sie Windows noch nicht defragmentiert und eine Partition freigeschaufelt, schlägt der Installer lediglich vor, Windows durch Kubuntu zu ersetzen. Möchten Sie das nicht, müssen Sie die Windows-Platte, wie in Schritt 3 beschrieben, vorbereiten.
  • Läuft bereits ein anderes Linux-System auf dem Gerät, möchte Kubuntu eher etwas von dessen Ressourcen abknapsen und schlägt vor, die Linux-Partition zu verkleinern. Ein schwarzer Schieberegler hilft Ihnen dabei, das zu erledigen.
  • Brauchen Sie hingegen kein weiteres System auf der Festplatte, wählen Sie die Option Geführt -- vollständige Festplatte verwenden und weisen Kubuntu 13.04 so den kompletten Platz zu – das ist die einfachste Lösung.

Um Kubuntu neben ein präpariertes Windows installieren, wählen Sie nun Manuell und dann Weiter – leider kommt auch der Installer von Kubuntu 13.04 noch nicht auf die Idee, die freigeschaufelte Partition für eine Installation vorzuschlagen. Im neuen Fenster taucht nun – neben ein oder zwei Windows-Partitionen – auch der freie Speicherplatz auf, den Sie nutzen wollen (Abbildung 7). Klicken Sie auf diesen, erscheint ein kleines Fenster, über das Sie einstellen, wie Sie die Partition einteilen wollen (siehe Kasten Festplattenschemata).

Abbildung 7: Kubuntus Installer bemerkt zwar die freie Partition, kommt aber nicht auf die Idee, sich in diese hinein zu installieren. Also greifen Sie selbst ein.

Sie brauchen mindestens eine Root-Partition (Mount Point ist /), auf der Kubuntu sämtliche Verzeichnisse, Programme, Bibliotheken und Log-Dateien ablädt. Wir spendieren dieser Partition im Beispiel 4000 MByte (Abbildung 8), verwenden Ext4 als Dateisystem (Use as Ext4-Journaling-Dateisystem) und setzen den Mount Point auf das oberste Wurzelverzeichnis (/). Ein Klick auf OK richtet die Partition ein. Auf den SWAP-Bereich und die separate Home-Partition können Sie im Prinzip auch verzichten – beide bringen jedoch Vorteile mit (Abbildung 9). Läuft der Arbeitsspeicher über, springt die SWAP-Partition in die Bresche – was das System jedoch langsamer macht. Um in einzurichten, legen Sie über Add im Freien Speicherplatz eine neue Partition an und weisen bei New partition size... Platz von der Größe Ihres Arbeitsspeichers zu. Als Dateisystem (Use as) suchen Sie Auslagerungsspeicher (Swap) aus.

Abbildung 8: Beim Anlegen einer neuen Partition wählen Sie Größe, Dateisystem und Moint Point aus.
Abbildung 9: Nach dem Partitionieren hat die Platte drei neue Linux-Partitionen.

Festplattenschemata

Linux benennt Festplatten nach einem festen Schema: /dev/sda adressiert die erste erkannte Festplatte, /dev/sda1 bis /dev/sda4 bei "klassischen" Partitionstabellen die vier primären Partitionen darauf. Bei /dev/sda5 handelt es sich um die erste logische Partition, die sich innerhalb einer erweiterten Partition befindet. Windows belegt meist die erste und zweite primäre Partition, also /dev/sda1 und /dev/sda2. Stecken Sie nun einen USB-Stick oder eine externe Festplatte in den USB-Slot, erhalten diese Geräte die Bezeichnung /dev/sdb, ansonsten folgt alles dem obigen Schema. Über den Kommandozeilenbefehl sudo fdisk -l erhalten Sie eine Übersicht der verfügbaren Festplatten und USB-Speicher sowie der darauf befindlichen Partitionen und Dateisysteme.

UEFI-Rechner verwenden ein alternatives, GPT (GUID Partition Table) genanntes Partitionierungsschema, bei dem es keiner erweiterten und logischen Partitionen gibt. Dort wird einfach durchnummeriert (sda1, sda2 usw.). Um die Partitionstabelle der Platte sda anzuzeigen, verwenden Sie hier das Kommando sudo gdisk -l /dev/sda.

Unabhängig von der Art der Partitionstabelle funktioniert immer der Aufruf cat /proc/partitions, der allerdings eine weniger informative Ausgabe produziert.

Die Home-Partition hängt Kubuntu nach dem Start in das Verzeichnis /home ein. Sie enthält die Nutzerdaten sämtlicher Anwender (meist gibt es ja nur einen Benutzer), etwa Musik, Filme, Fotos und Dokumente. Der Vorteil: Wechseln Sie einmal das Linux-System oder fährt Linux nicht mehr hoch, installieren Sie eine neue Linux-Version in die Root-Partition (/) und hängen dann die alte Home-Partition in das neue Verzeichnis /home ein – mitsamt allen bisherigen Benutzerdaten. Wählen Sie für das Verzeichnis einfach den restlichen Speicherplatz, als Dateisystem das Ext4-Journaling-Dateisystem und als Mount Point tragen Sie /home ein. Nach einem Klick auf Ok kontrollieren Sie Ihre getroffenen Entscheidungen noch einmal und schauen im unteren Bereich, ob Kubuntus Installer den Bootloader für beide Systeme auf die richtige Festplatte schreiben will – meist /dev/sda, aber es gibt ja Ausnahmen. Über Jetzt installieren beginnen Sie mit der Installation.

Während der Installer nun im Hintergrund beginnt, das Kubuntu-System zu installieren, möchte er noch ein paar Sachen von Ihnen wissen. Sie geben die Zeitzone und Region an, in der Sie leben, wählen das deutsche Tastaturlayout aus und geben dann Informationen zu einem Benutzer an, den Kubuntu als Standardanwender einrichtet. Um die Sicherheit für Ihr System zu erhöhen, können Sie das Home-Verzeichnis verschlüsseln (Meine persönlichen Dateien verschlüsseln). Melden Sie sich dann von einer Desktop-Sitzung ab, können unbefugte Dritte nicht auf die Daten in Ihrem Home-Verzeichnis zugreifen. Brauchen Sie all das nicht, wählen Sie Automatische Anmeldung.

Nun beginnt die Installation von Kubuntu, die etwas dauert und Sie derweilen mit einer Diashow erfreut, in der Kubuntu seine Highlights präsentiert. Am Ende starten Sie den Rechner neu. Betreiben Sie parallel ein Windows, sollte das Bootmenü Einträge für beide Betriebssysteme anzeigen (Abbildung 10), wobei es Kubuntu seit langer Zeit unbeirrt als Ubuntu bezeichnet.

Abbildung 10: Nach der erfolgreichen Installation von Kubuntu 13.04 neben Windows 7 sollte der Bootloader Einträge für beide Systeme anzeigen.

Zeit für Updates

Landen Sie nun auf dem neuen Desktop, empfehlen wir, zunächst alle Aktualisierungen und Patches einzuspielen. Rufen Sie dazu über Anwendungen / System / Aktualisierungsverwaltung die Muon-Aktualisierungsverwaltung auf und spielen Sie die neuesten Updates ein.

Infos

[1] DistroWatch: http://distrowatch.com/

[2] Kubuntu-Download: http://www.kubuntu.org/getkubuntu

[3] LiLi für Windows: http://www.linuxliveusb.com/en/download

[4] Parallelinstallation von Windows und 2x Linux: Hans-Georg Eßer, "Multi-Boot", EasyLinux 04/2012, S. 62 ff.

[5] Installation auf UEFI-PCs: Hans-Georg Eßer, "Dual-Boot mit Windows 8", EasyLinux 02/2013, S. 34 ff.

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