Shell-Tipps

Know-how für die Kommandozeile

09.07.2013
Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen nützliche Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: "convmv": Zeichensätze in Dateinamen ändern

Mit dem kleinen Kommandozeilentool convmv [1] wandeln Sie Zeichensätze von Datei- und Verzeichnisnamen um. Das Programm ist in den Repositories der von EasyLinux unterstützten Distributionen vorhanden. Sowohl unter (K)Ubuntu als auch unter OpenSuse rüsten Sie es nach, indem Sie über die Softwareverwaltung das Paket convmv installieren. Um in Erfahrung zu bringen, welche Zeichensätze das Tool unterstützt, tippen Sie Folgendes:

convmv --list

Die Liste ist lang – sowohl unter OpenSuse als auch unter Ubuntu kennt convmv insgesamt 124 Kodierungen. Das bestätigt der Aufruf, den Sie in Abbildung 1 sehen. Über die Pipe ([AltGr+<]) leiten Sie die Ausgabe von convmv an das Kommando wc -l weiter, das mit dem Parameter -l die Zeilen zählt.

Abbildung 1: Das Werkzeug "convmv" kennt 124 Zeichensätze zum Konvertieren von Datei- und Verzeichnisnamen.

Um im aktuellen Ordner alle Dateien und Verzeichnisse aus dem UTF-8-Format nach ISO-8859-15 zu konvertieren, tippen Sie diesen Befehl:

convmv -f utf8 -t iso-8859-15 *

Aufgeschlüsselt heißt das: Wandele alles (*) von UTF-8 (-f utf8) nach ISO-8859-15 (-t iso-8859-15). Um auch Unterverzeichnisse mit einzubeziehen, verwenden Sie die Aufrufoption -r, die rekursiv durch alle Ordner durchwandert (Abbildung 2). Auf der Standardausgabe sehen Sie nun, was convmv plant. Tatsächlich passiert jetzt noch nichts, wie die erste Zeile Starting a dry run ... ("Starte einen Testlauf") verrät. Um die Änderungen tatsächlich durchzuführen, benötigen Sie einen weiteren Parameter:

$ convmv -f utf8 -t iso-8859-15 * -r --notest
...
mv "./Ältlich"   "./Ältlich"
mv "./Kölsch"  "./Kölsch"
Ready!

Hat alles geklappt, bestätigt das Tool dies durch Ausgabe von Ready!; andernfalls beschwert es sich. Stimmt beispielsweise etwas nicht mit der Ausgangskodierung, fordert convmv Sie auf, das Problem erst selbst zu lösen oder einen anderen Zeichensatz zu wählen:

this file was not validly encoded in UTF-8: "./Kölsch"
To prevent damage to your files, we won't continue.
First fix this or correct options!
Abbildung 2: "convmv" arbeitet auf Wunsch rekursiv und erfasst damit Unterverzeichnisse und ihre Dateien.

Übrigens: Eine Mischung aus dem Testlauf und vollautomatischer Umwandlung bietet das Werkzeug ebenfalls. Verwenden Sie die Option -i für den interaktiven Modus, fragt es bei jedem Datei-/Verzeichnisnamen nach, ob Sie den Zeichensatz ändern möchten oder nicht.

Tipp: "convmv": Groß-/Kleinschreibung verändern

Das im vorigen Tipp vorgestellte Kommando convmv können Sie auch dazu verwenden, die Groß- und Kleinschreibung von Datei- und Verzeichnisnamen zu modifizieren. Um alles im aktuellen Ordner in Bezeichner mit großen Buchstaben zu verwandeln, tippen Sie:

convmv --upper *

Genauso geht es in die andere Richtung, und aus Großbuchstaben werden kleine:

convmv --lower *

Auch hier müssen Sie explizit mit --notest anstoßen, dass convmv tatsächlich konvertiert. Verwenden Sie wiederum -i, um bei jedem Namen zu entscheiden, ob convmv ihn ändert oder nicht. Soll sich das Tool rekursiv durch die Unterverzeichnisse arbeiten, verwenden Sie zusätzlich -r.

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