Farbrausch

Eigene Farbpaletten erstellen

09.07.2013
Jetzt wird's bunt – gefällt Ihnen die LibreOffice-Farbtabelle mit den Standardfarben nicht, oder fehlt eine Nuance, dann mischen Sie doch einfach selbst. Ihre Zusammenstellungen speichern und verwalten Sie am besten in eigenen Farbpaletten.

LibreOffice nutzt in der Voreinstellung die Farbpalette namens standard. Welche Nuancen dort definiert sind, erfahren Sie über den Einrichtungsdialog. Diesen erreichen Sie aus jedem Modul der Bürosuite heraus über Extras / Optionen / LibreOffice / Farben. Über die Schaltfläche Hinzufügen definieren Sie eine neue Farbe, und über Bearbeiten öffnen Sie einen Farbauswahl-Dialog, in dem Sie Farbton, Sättigung, Helligkeit sowie ein Farbmodell (RGB/CMYK) einstellen. Beachten Sie, dass Änderungen an der Standard-Farbtabelle dauerhaft sind, da LibreOffice diese automatisch speichert. Sie sollten hier daher nur neue Farben hinzufügen, nicht aber die Standardfarben verändern oder löschen.

Über die Programmeinstellungen erreichen Sie nur die Standardpalette. Eine neue Tabelle können Sie so nicht erstellen und später auch nicht auf selbst angelegte Sammlungen zugreifen. Um eigene Farben und Paletten zu erzeugen, gehen Sie also am besten anders vor. Dazu erstellen Sie zunächst ein neues Zeichenobjekt. Aktivieren Sie die Symbolleiste Zeichnen, zum Beispiel über das Menü Ansicht oder per Klick auf der Icon Zeichenfunktionen anzeigen und ziehen Sie mit dem Werkzeug Standardformen ein beliebiges Objekt auf. Danach klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Fläche. Im folgenden Dialog wechseln Sie zum Register Farben (Abbildung 1).

Abbildung 1: Über den Dialog "Fläche" und dort den Reiter "Farbe" speichern und laden Sie Farbtabellen.

Hier haben Sie Zugriff auf die aktive Tabelle, normalerweise standard. Über die Schaltfläche mit dem Ordnersymbol öffnen Sie einen Dateiauswahldialog und laden eine andere Palette (Abbildung 2 ). Paletten sind XML-Dateien mit der Endung .soc und liegen im Home-Verzeichnis der Nutzer im versteckten Ordner ~/.config/libreoffice/3/user/config. Nutzen Sie bereits die neue LibreOffice-Version 4, ersetzen Sie im Programmpfad die 3 durch eine 4. Unter den angebotenen Paletten finden Sie auch die Tabelle standard.soc.

Abbildung 2: Per Klick auf das Ordnersymbol laden Sie eine andere Farbpalette.

Die eigene Mischung

Farben aus einer geladenen Palette aktivieren Sie entweder per Klick in ein Farbfeld der Tabelle oder über das Drop-down-Menü Farbe. Den Namen der ausgewählten Farbe erfahren Sie über das obere Feld oder per Tooltip, wenn Sie mit der Maus über eines der bunten Rechtecke fahren. Über den rechten Bereich des Dialogs komponieren Sie Ihre eigenen Farbtöne. Dazu wählen Sie links zuerst einen aus, der Ihrer Vorstellung am nächsten kommt. Die beiden bunten Rechtecke rechts zeigen diese nun an.

Suchen Sie aus dem Drop-down-Menü unter den Rechtecken nun das gewünschte Farbmodell aus. Bei RGB stellen Sie für jede der drei Farben Rot, Grün und Blau Werte zwischen 0 (Schwarz) und 255 (Weiß) ein. Entscheiden Sie sich für CMYK, erscheinen in den Feldern prozentuale Anteile für Cyanblau, Magenta, Geld und Schwarz. Hier sind Werte von 0 % (Weiß) bis 100 % (Schwarz) möglich. Alle Änderungen sehen Sie sofort im unteren Farbfeld (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das untere der beiden farbigen Rechtecke zeigt in einer Vorschau, wie sich Ihre Änderungen auf die gewählte Farbe auswirken.

Eine weitere Möglichkeit, eine neue Farbe zu erstellen, bietet die Schaltfläche Bearbeiten. Sie öffnet den Dialog Farbauswahl. Der untere Balken zeigt die ausgewählte Farbe aus der Palette. Mit der Maus können Sie nun im Balken rechts eine neue Nuance und dann mittig eine Schattierung aussuchen. Die linke Hälfte des Balkens zeigt eine Vorschau an. Im rechten Bereich können Sie gezielt Werte für RGB und CMYK anpassen. Zusätzlich beeinflussen Sie hier den Farbton (H = "Hue"), die Sättigung (S = "Saturation") und Helligkeit (B = "Brightness"). Ein Klick auf OK schließt diesen Dialog.

Beimischen und radieren

Bevor Sie eine neue Farbe in LibreOffice einsetzen können, speichern Sie sie. Sie haben die Wahl zwischen Hinzufügen und Ändern. Letzteres überschreibt die in der Tabelle aktivierte Farbe. An dieser Stelle noch einmal die Warnung: Einen solchen Vorgang können Sie nicht rückgängig machen. Daher ist es besser, über Hinzufügen die Tabelle zu ergänzen. Vergeben Sie einen eigenen Namen und bestätigen Sie über OK, taucht die neue Farbe am Ende der Tabelle als neues Kästchen auf.

Haben Sie eine ganze Sammlung eigener Farben gemischt, können Sie diese auch als eigene Palette abspeichern. Dazu klicken auf das kleine Symbol Farbtabelle speichern, das sich rechts neben dem Icon zum Öffnen von Tabellen befindet. Geben Sie der Palette einen Namen; die Endung .soc übernehmen Sie (Abbildung 4). Eine solche Tabelle können Sie sogar an andere Benutzer weitergeben, die Sie wie oben gezeigt laden.

Abbildung 4: Eigene Farbsammlungennn speichern Sie am besten als Palette/Tabelle ab.

Benötigen Sie einen Farbton nicht länger, wählen Sie ihn links in der Tabelle aus und klicken dann auf die Schaltfläche Löschen. Nachdem Sie die Sicherheitsabfrage bestätigt haben verschwindet die Farbe unwiederbringlich aus der Tabelle.

Glossar

RGB/CMYK

In der Dreifarbentheorie kann man fast alle Farben durch Mischen der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau nachbilden. Ähnlich funktioniert der RGB-Farbraum, der Farben über ihren Rotanteil R, den Grünanteil G und den Blauanteil B beschreibt. Da es darum geht, diese Farben zu addieren, spricht man von einem additiven Farbraum. Das CMYK-Farbmodell ist hingegen ein subtraktives Modell und bildet die technische Grundlage für den modernen Vierfarbdruck. CMYK steht für die drei Farbbestandteile Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key (als Farbtiefe). RGB- und CMYK-Farbräume sind geräteabhängig und benötigen daher ein Profil, um Farbtöne exakt zu beschreiben.

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