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Zehn Jahre EasyLinux

EasyLinux feiert Jubiläum

09.07.2013
Zehn Jahre EasyLinux: Mit Ausgabe 06/2003 ging es los, damals noch im Monatsrhythmus. Das ist ein Grund zu feiern, und auch ein Grund zurück zu blicken. Was hat sich in den letzten zehn Jahren geändert, was ist geblieben? Begleiten Sie uns auf einer kleinen Zeitreise!

Man merkt ja gar nicht, wie die Zeit vergeht – diesen klassischen Satz haben Sie bestimmt schon oft gehört, und so abgedroschen er auch klingt: Er stimmt. Vor einigen Monaten ist mir aufgefallen, dass EasyLinux im Juni zehn Jahre alt geworden ist. Zehn Jahre, in denen mich das Heft begleitet hat (oder ich das Heft), und ich möchte die Gelegenheit nutzen, einmal persönlich Bilanz über die vergangenen zehn Jahre zu ziehen.

Die Planungen für EasyLinux hatten 2002 begonnen: Der Verlag hatte ja bereits 2000 als Ergänzung zum Linux-Magazin die neue Zeitschrift LinuxUser auf den Markt gebracht, und diese deckte alle Anwenderthemen, vom Einsteiger bis zum fortgeschrittenen Linux-Benutzer ab. Doch wir hatten bemerkt, dass viele Leser mit den Artikeln im LinuxUser nicht zurecht kamen, weil dafür zu viel Vorwissen nötig war. 2002 war zudem wieder eines der Jahre, in denen es hieß: Jetzt macht Linux auf dem Desktop den großen Sprung. Also entwickelten wir ein neues Konzept für eine Einsteigerzeitschrift. Name: EasyLinux, Startauflage: 100.000 Exemplare, ein Monatsheft, das richtig groß werden sollte.

Noch vor der Erstausgabe ging es mit zwei Sonderheften los: den EasyLinux Starter Kits 1 (Abbildung 1) und 2 mit aktuellen Linux-Distributionen (Red Hat Linux 8.0 und SuSE Linux 8.1).

Abbildung 1: Die erste Zeitschrift mit dem Namen "EasyLinux" war das Starter Kit Nummer 1 mit Red Hat Linux 8.0. Sie ist Anfang 2003 erschienen.

Das Titelthema der Erstausgabe 06/2003 hieß "Neue Linux-Software", und es ging in den Schwerpunktartikeln darum, wie man Software installiert. Das Heft hatte 100 Seiten, keine Datenträger und kostete nur 3,50 Euro – bei einer erwarteten großen verkauften Auflage waren niedrige Preise möglich. In der euphorischen Linux-Aufbruchstimmung hatten wir den Markt aber nicht richtig eingeschätzt, und so blieben wir auf den meisten gedruckten Heften sitzen.

Nach zwei Jahren stellten wir das Konzept um: EasyLinux hatte jetzt eine Heft-DVD und eine Heft-CD, mit Ausgabe 06/2005 gab es also erstmals die bis heute beibehaltenen Updates. Davor hatten wir speziell für EasyLinux zusammengestellte Pakete über den Download-Bereich unserer Webseite angeboten; schauen Sie mal rein [7], da finden Sie noch die alten Downloads.

LaTeX

Kurz nach der Gründung von EasyLinux hatten wir ein ehrgeiziges Projekt: Wir wollten den Layout-Prozess auf LaTeX [5] umstellen. Wer LaTeX kennt, weiß, dass dieses Programm zwar exzellent gesetzte Bücher erzeugen kann, aber kein Desktop-Publishing-Programm ist; so kann es z. B. keinen Text um frei geformte Objekte umfließen lassen. (Wenn Sie LaTeX nicht kennen: Die Aussprache ist "Latech", nicht "Latex", denn der letzte Buchstabe ist ein griechisches Chi und kein X.)

Unsere Idee war, mit einem reduzierten Layout, das nur einige wenige Anordnungen von Bildern auf den Seiten zulässt, den kompletten Herstellungsprozess mit freier Software zu erledigen – denn klassisch verwenden alle Zeitschriften eines der zwei großen kommerziellen Programme Adobe InDesign und QuarkXPress.

Ansatzweise hat das auch funktioniert; ein LaTeX-Entwickler hatte uns eine hübsche Dokumentvorlage gebastelt, die Seiten in einem ähnlichen Layout erzeugte, wie wir es 2003 im Heft verwendeten (Abbildung 2). Aber bei Software-Entwicklungsprojekten gilt der Satz: "Für die letzten 10% braucht man 90% der Entwicklungszeit." Und so wurde die Arbeit leider nie fertig, obwohl mir persönlich das Projekt sehr am Herzen lag: Mit inzwischen 20 Jahren LaTeX-Erfahrung wusste ich schon damals, dass LaTeX wunderschönen Schriftsatz beherrscht. Außerdem hätten wir damit die technischen Probleme lösen können, die QuarkXPress und InDesign verursachen: Jede neue Version verwendet ein Dateiformat, das zu früheren Versionen inkompatibel ist, so dass man schon nach ein paar Jahren alte Artikel nicht mehr öffnen kann (oder die alte Programmversion weiter verwenden muss – so machen wir es), während sich auch 20 oder 30 Jahre LaTeX-Dateien problemlos mit aktuellen Softwareversionen verarbeiten lassen.

Abbildung 2: Unser LaTeX-Projekt war schon recht weit fortgeschritten: Rechts die Eingabedatei im LaTeX-Format, links die damit erzeugte PDF-Datei. Das damalige EasyLinux-Layout war schon recht gut umgesetzt.

Vom Monats- zum Quartalsheft

Zu Ausgabe 08/2006 haben wir die Häufigkeit geändert, mit der EasyLinux erscheint: Seitdem gibt es nur noch alle drei Monate eine neue Ausgabe. Dieser Schritt war nötig, weil sich für das Monatsheft am Kiosk nicht mehr genug Käufer fanden, und in vielen Verlagen betrachtet man eine solche Reduzierung der Hefte pro Jahr als Anfang vom Ende. Aber seit der Umstellung sind fast sieben Jahre vergangen, und ein Ende von EasyLinux ist zum Glück nicht in Sicht (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die EasyLinux-Jahrgänge 2003--2012 passen in sechs Stehsammler. Wie groß ist Ihre Kollektion?

Mit der Umstellung war auch der Abschied von einem veralteten Datenträger verbunden: Bis Heft 07/2006 lagen dem Heft eine DVD und eine CD bei, im Quartalsheft haben wir Ihnen stattdessen immer zwei DVDs angeboten, denn die Zahl der Leser, die kein DVD-Laufwerk hatten, war ausreichend gesunken.

Der nächste Schritt bei den Datenträgern dürfte die Einführung einer Heft-Blu-ray-Disk sein, aber im Moment ist das noch nicht interessant: Die meisten Rechner haben kein Blu-ray-Laufwerk, und die Kosten für die Produktion einer Blu-ray-Disk sind noch viel zu hoch. Aber das galt anfangs genauso für DVDs.

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