Tipp: Objekte mit Fell und Haaren freistellen

Menschen- und Tierhaare mit Gimp freizustellen, ist im wahrsten Sinne des Wortes eine haarige Angelegenheit. In unserem Tipp erfahren Sie, wie Sie mit Hilfe des Kanalmixers und dem Farbwertedialog ein relativ genaues Ergebnis erzielen.

  1. Öffnen Sie das Bild mit dem freizustellenden Motiv über das Menü oder die Tastenkombination [Strg]+[O]. Erstellen Sie ein Duplikat der Hintergrundebene über Ebene / Ebene duplizieren im Bildmenü. Im Ebenenstapel befindet sich die Bildkopie an oberster Stelle. Die Hintergrundebene blenden Sie über das Auge-Symbol aus.
  2. Um sicherzustellen, dass Sie mit dem eben erzeugten Ebenenduplikat arbeiten, aktivieren Sie mit der Maus die oberste Ebene. Doppelklicken Sie auf den Namen, benennen Sie die Ebene in Monochrom um und bestätigen Sie dies mit [Eingabe].
  3. Nun kommt der Kanalmixer zum Einsatz. Diesen öffnen Sie über Farben / Komponenten / Kanalmixer im Bildmenü (Abbildung 1). Aktivieren Sie die Checkbox Monochrom und klicken Sie auf OK, um das Bild in Graustufen umzuwandeln. Jetzt sollte klar sein, warum wir hier mit einer Kopie arbeiten: Die Farbe des Originalbildes benötigen wir für spätere Arbeitsschritte, um das Endergebnis wieder koloriert auszugeben.

    Abbildung 1: Im Dialog "Kanalmixer" wandeln Sie das Bild in Graustufen um und arbeiten die Kontraste stärker heraus.
  4. Rufen Sie noch einmal den Dialog Kanalmixer auf. Dazu können Sie die Tastenkombination [Umschalt]+[Strg]+[F] verwenden, die den zuletzt verwendeten Filterdialog öffnet. Als Nächstes arbeiten Sie einen starken Schwarz-Weiß-Kontrast zwischen dem "haarigen" Objekt und dem Hintergrund aus. Mit den Reglern für die Kanäle Rot, Grün und Blau sorgen Sie dafür, dass sich das Hauptobjekt wie in Abbildung 1 möglichst stark vom Hintergrund abhebt. Das Endergebnis sollte ein relativ helles, fast weißes Hauptobjekt auf einem möglichst dunklen Hintergrund zeigen. Er erscheint nach diesem Bearbeitungsschritt meistens in einem dunklen Grau.
  5. Nun wandeln Sie mit Hilfe der Farbwertkorrektur das Grau in Schwarz um. Öffnen Sie dazu über Farben / Werte im Bildmenü den Dialog Farbwerte auf. Im Bereich Alle Kanäle sehen Sie drei Farbpipetten neben der Schaltfläche Automatisch. Da ein Klick auf diese nicht die gewünschte Wirkung zeigt, wählen Sie eine für den Hintergrund passende Farbpipette aus, in diesem Beispiel die ganz linke (Schwarz-Punkt wählen). Klicken Sie mit der Pipette auf den grauen Hintergrund, der sich nun dunkler färbt. Wiederholen Sie den Vorgang, bis sich der Hintergrund schwarz abhebt.
  6. Das Hauptobjekt, das sich nun gut vom Hintergrund abhebt, malen Sie komplett mit weißer Farbe aus (Abbildung 2). Markieren Sie über [Strg]+[A] das fertige monochrome Bild und kopieren Sie es über [Strg]+[C] in die Zwischenablage.

    Abbildung 2: Oben sehen Sie den starken Kontrastunterschied, unten das Endergebnis, nachdem Sie die Auswahl aus der Zwischenablage in die Ebenenmaske kopiert haben.
  7. Aktivieren Sie mit einem Mausklick die unterste Ebene und machen Sie diese über das Auge-Symbol wieder sichtbar. Legen Sie dann über das Kontextmenü der rechten Maustaste eine neue Ebenenmaske an. Im folgenden Dialog aktivieren Sie die oberste Checkbox Weiß (volle Deckkraft) und bestätigen die Auswahl über Hinzufügen.
  8. Der Ebenenstapel zeigt nun neben dem Ausgangsbild eine Ebenenmaske, in die Sie mit [Strg]+[V] den Inhalt der Zwischenablage einfügen. Dieser erscheint zunächst als Schwebende Auswahl. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Ebene verankern, um den kopierten Bereich in die Ebenenmaske zu integrieren.
  9. Im letzten Schritt deaktivieren Sie die oberste Ebene namens Monochrom über Klick auf das Auge. Das freigestellte Objekt der untersten Ebene sollte nun vor einem transparenten Hintergrund stehen. Über Ebene / Neue Ebene ([Umschalt]+[Strg]+[N]) erzeugen Sie eine neue Ebene. Positionieren Sie diese an unterster Stelle im Ebenenstapel und fügen Sie hier ein Hintergrundbild Ihrer Wahl ein.

Wie detailreich das Ergebnis aussieht, hängt davon ab, wie gut Sie die Kontraste herausgearbeitet haben. Gegebenenfalls arbeiten Sie mit dem Pinselwerkzeug und schwarzer Farbe die Haarkonturen etwas nach.

Tipp: Bildausschnitt von Fotos verändern

Wie ein Foto auf den Betrachter wirkt, entscheidet unter anderem der Bildausschnitt. Wenn Sie überflüssige Bereiche weglassen und sich auf das Wesentliche beschränken, dann entsteht vor allem bei Portraits der Eindruck von Nähe. Dieser Tipp zeigt, wie Sie die Bildaussage verstärken, indem Sie einen Ausschnitt hervorheben. Dazu öffnen Sie das gewünschte Bild in Gimp und aktivieren das Zuschneiden-Werkzeug ([Umschalt]+[C]) im Werkzeugkasten. Ein Doppelklick auf das Werkzeugsymbol öffnet die Einstellungen. Überprüfen Sie, ob die Option Hervorheben aktiv ist. Sobald Sie einen Ausschnitt im Bild markieren, dunkelt Gimp die anderen Bereiche ab (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit dem "Zuschneiden"-Werkzeug passen Sie den Bildausschnitt an und heben so einen Teil des Motivs hervor.

Möchten Sie die Seitenverhältnisse des Originalbildes beibehalten, so aktivieren Sie die Checkbox Fest neben dem Aufklappmenü Seitenverhältnis. Andernfalls entfernen Sie das Häkchen, um das Bild frei zuzuschneiden. Wir empfehlen, im Drop-down-Menü unter der Checkbox Hervorheben den Eintrag Goldener Schnitt oder Drittelregel auszuwählen, um Hilfslinien einzublenden, die dabei helfen, das Motiv auszurichten. Sind Sie mit dem Bildausschnitt zufrieden, klicken Sie abermals mit der linken Maustaste ins Bild oder drücken die Eingabetaste. Gimp verkleinert das Original nun und schneidet den markierten Ausschnitt aus.

Tipp: Farben, Helligkeit und Sättigung anpassen

Änderungen an den Farbtönen führen Sie relativ schnell über das Bildmenü Farben / Farbton/Sättigung durch. Im folgenden Dialog aktivieren Sie per Mausklick die zu bearbeitende Primärfarbe. Zur Auswahl stehen Rot, Magenta, Blau, Cyan, Grün und Gelb. Nachdem Sie einen oder mehrere gewünschte Farbtöne (oder Alle) angeklickt haben, ziehen Sie im unteren Bereich die drei Regler für Farbton, Helligkeit und Sättigung nach rechts oder links, bis das Ergebnis gefällt – Gimp zeigt im Originalbild, wie sich die Änderungen auswirken, wenn Sie die Checkbox Vorschau unten links aktiviert haben.

Die Einstellungen für eine oder mehrere Farben können Sie auch abspeichern, indem Sie neben dem Drop-down-Menü Einstellungen auf das Pluszeichen klicken. Geben Sie danach dem Schema einen Namen und bestätigen Sie mit OK. Um die gleichen Veränderungen an weiteren Bildern vorzunehmen, können Sie anschließend einfach das Schema aus dem Menü auswählen. Gefallen die neuen Einstellungen nicht, können Sie entweder gezielt die Änderungen für eine Farbe zurücksetzen (gleichnamige Schaltfläche unter den Schiebereglern) oder über Zurücksetzen ganz unten alle Anpassungen rückgängig machen.

Tipp: Einheiten für die Lineale ändern

Gimp kann mit vielen Maßeinheiten umgehen, darunter Pixel, Zoll, Zentimeter, Millimeter und so weiter. Welche Einheiten die Lineale (Menü Ansicht / Lineale anzeigen oder [Umschalt]+[Strg]+[R]) am oberen und linken Seitenrand der Bilder anzeigen, können Sie jederzeit über einen Klick auf die Schaltfläche mit der Maßeinheit am unteren Rand bestimmen.

Alternativ legen Sie eine Voreinstellung fest, die für alle neuen Bilder gilt. Dazu öffnen Sie aus dem Bildmenü Bearbeiten den Eintrag Einstellungen und wechseln links in die Abteilung Neues Bild. Im Bereich Bildgröße definieren Sie nicht nur die Standardbreite und -höhe für neue Bilder, sondern wählen auch aus dem Drop-down-Menü eine Standardeinheit aus (Abbildung 4). Diese Maße zeigen anschließend auch die Lineale an.

Abbildung 4: Die Einheit der Lineale legen Sie in den Gimp-Einstellungen fest oder schalten im laufenden Betrieb um.

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