Editoren: Emacs und Vim

Auch die Texteditoren Emacs und Vim, die ganz andere Bedienkonzepte als die unter Windows üblichen Editoren verfolgen, sind für Windows erhältlich.

Auf der Vim-Downloadseite [4] finden Sie die Windows-Version des Editors vim, den viele Linux-Anwender verwenden, weil er auf praktisch jedem Linux- (und allgemeiner Unix-) System vorinstalliert ist: Der Download-Link gvim73_46.exe bringt einen Installer auf den Windows-Desktop, der auf die übliche Weise arbeitet. Entscheiden Sie sich bei der Konfiguration des Installationsumfangs für alles (Full).

Auf dem Desktop landen schließlich mehrere Icons, darunter gVim 7.3 und gVim Easy 7.3 – wählen Sie von diesen beiden immer das erste, um den Editor zu starten (Abbildung 6); die Easy-Variante kennt den mit [Esc] erreichbaren Kommandomodus nicht und lässt sich nur über die Menüs steuern, sie hat also mit dem echten vi nur wenig gemeinsam.

Abbildung 6: Gvim bietet unter Windows klassisches Unix-Feeling beim Editieren von Dateien.

Auch Emacs, unter den klassischen Unix-Editoren die Alternative zu vi, gibt es als Windows-Paket: Um es zu installieren, laden Sie von der Emacs-Webseite [5] das aktuellste emacs-...-bin-i386.zip-Paket herunter und entpacken es über den Explorer. Das ausführbare Programm emacs.exe liegt im Unterordner \emacs-24.3\bin; hier finden Sie auch ein kleines Installationsprogramm (addpm.exe), das eine Kachel für die Startseite erzeugt.

Beim ersten Start von Emacs (und auch beim ersten Aufruf von addpm.exe) erscheint unter Windows 8 eine Warnung (Abbildung 7) – wenn Sie hier einfach auf OK klicken, startet das Programm nicht. Stattdessen klicken Sie auf Weitere Informationen und bestätigen dann im folgenden Dialog den Start mit Trotzdem ausführen. Dann öffnet sich ein Emacs-Fenster, und Sie können wie gewohnt mit dem Editor arbeiten (Abbildung 8).

Abbildung 7: Beim ersten Aufruf einer Anwendung aus dem Emacs-Zip-Archiv müssen Sie deren Start erlauben.
Abbildung 8: Emacs arbeitet unter Windows genau wie die Linux-Version.

SSH mit Putty

Schließlich stellen wir noch kurz das SSH-Programm Putty [6] vor: Wenn Sie unter Windows eher per Remote-Login auf einen Linux-PC im lokalen Netz zugreifen als die Shell-Tools direkt auf der Windows-Maschine ausführen wollen, dann ist Putty auf jeden Fall eine Empfehlung wert (Abbildung 9). Es benötigt keine weiteren Tools oder Bibliotheken und erlaubt die komfortable Verwaltung mehrerer SSH-Zugänge (zu verschiedenen Rechnern).

Abbildung 9: Putty ist ein SSH-Client, mit dem Sie sich auf Linux-PCs mit aktiviertem SSH-Server einloggen können.

Mit den vorgestellten Tools rüsten Sie unter Windows 8 alles nach, was dort fehlt; so können Sie das Fensterbetriebssystem, das in der aktuellen Version (außer im Desktop-Modus) gar keine Fenster mehr kennt, fast mit gewohntem Linux-Komfort bedienen. Übrigens funktionieren alle vorgestellten Programme auch unter älteren Windows-Versionen, wie XP, Vista und Windows 7.

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