Verzeichnisstruktur

Warum enthält das Wurzelverzeichnis / gar keine Windows-Verzeichnisse und stattdessen die bereits erwähnten Linux-typischen Einträge /usr, /bin etc.? Alle Cygwin-Tools sehen die Laufwerks- und Verzeichnisstruktur von Windows durch eine Brille – das Verzeichnis, das Sie bei der Installation angegeben haben (im Beispiel: C:\cygnus) betrachten die Tools dabei als Wurzelverzeichnis /. Das hat den Vorteil, dass sich die Unix-Dateien an den richtigen Stellen (etwa Programme in /bin und /usr/bin) befinden, ohne dass diese Verzeichnisse auch aus Windows-Sicht im Hauptverzeichnis liegen müssten. Alle "normalen" Windows-Verzeichnisse sind nur über die bereits erwähnten Pfadangaben /cygdrive/c/ usw. verfügbar.

Die Shell-Variable $PATH enthält neben den Verzeichnissen, in denen sich die Cygwin-Tools befinden, auch die Standardverzeichnisse, die Dienstprogramme von Windows enthalten. So starten Sie z. B. durch Eingabe von cmd den Standard-Kommandointerpreter (und verlassen ihn wieder mit exit). exit ist übrigens auch der richtige Befehl, um die Bash-Shell zu beenden; alternativ drücken Sie [Strg]+[D].

Take Command und TCC/LE

Wer komfortabel mit der Windows-Shell cmd.exe, aber auch mit der neueren PowerShell und der Bash arbeiten will, kann das 99 US-Dollar teure Programm Take Command [2] kaufen: Es wird seit ca. 20 Jahren entwickelt und ist Nachfolger der alternativen DOS-Shell 4DOS, die in den 80er Jahren als Alternative zur Standard-Shell command.com diente.

Take Command ordnet rund um mehrere über Tabs erreichbare Shells noch zwei Dateimanagerbereiche an, die z. B. Drag & Drop eines Dateipfads in die Shell erlauben (Abbildung 4). Das Programm dient dabei nicht nur als besseres Terminalfenster für cmd.exe, sondern bringt mit der Take Command Console (TCC) auch eine aufgebohrte Version dieses Programms mit, die zahlreiche zusätzliche Programme und Shell-Variablen kennt, was vor allem das Erstellen von Shell-Skripten erleichtert. Die Größe der Terminalschrift ändern Sie bequem über das Mausrad bei gedrückter Strg-Taste.

Abbildung 4: Take Command bietet eine komfortable Oberfläche für die klassische Windows-Shell, unterstützt aber auch die Bash. Zu den Windows-Kommandos gibt es Hilfeseiten.

Eine abgespeckte Version von Take Command ist unter dem Namen TCC/LE [3] gratis erhältlich: In dem Paket befindet sich die gegenüber cmd.exe erweiterte Shell TCC, die auch in Take Command zum Einsatz kommt. Sie bringt aber die bekannten Einschränkungen des normalen Shell-Fensters mit und arbeitet z. B. nur mit 80 Zeichen Breite (Abbildung 5). Für alle von TCC/LE angebotenen Shell-Befehle gibt es ausführliche Hilfeseiten, die sich im Windows-üblichen Hilfe-Browser öffnen.

Abbildung 5: Die "Take Command Console" (TCC/LE) bietet nur den klassischen 80 x 25-Zeichen-Modus, kennt aber deutlich mehr Befehle.

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