Shell-Sitzung

Nach dem Start sehen Sie ein Fenster, das zunächst nicht wesentlich anders als Windows' Standard-Kommandozeile aussieht: 80 x 25 Zeichen, schwarzer Hintergrund, weiße Schrift. Das Fenster lässt sich in der aktuellen Cygwin-Version aber beliebig in Höhe und Breite verändern (was mit cmd.exe nicht möglich ist). Anstelle des sonst unter Windows üblichen C:\-Prompts erscheint die Linux-typische Eingabeaufforderung $ mit vorangestelltem Hinweis auf das Arbeitsverzeichnis. In diesem Fenster können Sie weitestgehend mit den gleichen Befehlen arbeiten, die Sie auch unter Linux in einem Terminalfenster verwenden. Ist Ihnen die Terminalschrift in der Voreinstellung zu klein, können Sie das schnell ändern: [Strg]+[+] und [Strg]+[ ] vergrößern bzw. verkleinern die Schrift.

Die Bash gaukelt Benutzern unter Windows übrigens eine typische Linux-Verzeichnisstruktur ohne Laufwerksbuchstaben vor: Alle Cygwin-Dateien liegen in Verzeichnissen wie /usr, /bin, /var etc., Home-Verzeichnisse der Benutzer in /home. Wer nach den Daten auf den Windows-"Laufwerken" C:, D: usw. sucht, wird erst auf den zweiten Blick fündig: Diese Laufwerke spricht Cygwin über /cygdrive/c/, /cygdrive/d/ usw. an. Die klassischen Laufwerksbuchstaben können Sie aber trotzdem verwenden: Mit cd c: wechseln Sie genauso ins Hauptverzeichnis von C: wie mit cd /cygdrive/c.

Ihr Home-Verzeichnis /home/benutzername ist darum nicht mit dem Windows-eigenen Home-Verzeichnis C:\Users\benutzername identisch – um bei Bedarf schnell aus dem Cygwin-Home-Verzeichnis in den Windows-Ordner wechseln zu können, ist es hilfreich, mit ln eine symbolische Verknüpfung (einen Symlink) anzulegen: Dazu geben Sie in der Shell

ln -s /cygdrive/c/Users/benutzername winhome

ein. Geben Sie dann (mit dem Cygwin-Home-Verzeichnis als Arbeitsverzeichnis) später das Kommando cd winhome (oder aus einem beliebigen Ordner heraus cd ~/winhome) ein, landen Sie direkt im Windows-Home-Verzeichnis, das die gewohnten Unterordner (Bilder, Eigene Dateien etc.) enthält.

Kommandos, die unter Linux eine mehrfarbige Ausgabe erzeugen können, tun dies auch hier: Geben Sie etwa ls -l --color / ein, zeigt die Shell das Root-Verzeichnis aus Sicht der Cygwin-Tools mit farbig formatierten Einträgen an.

X-Server

Um den X-Server zu starten, klicken Sie die Kachel Xwin Server an, wodurch auch automatisch ein xterm-Fenster erscheint; im Test startete es allerdings minimiert: Suchen Sie in der Windows-Taskleiste nach dem Symbol, das ein X und ein T enthält; per Klick darauf wird das Fenster sichtbar.

Wenn Sie bereits ein Cygwin-Terminalfenster geöffnet haben, können Sie den X-Server auch nachträglich über das Kommando startxwin aufrufen. Schließen Sie alle X-Fenster, bleibt der X-Server trotzdem aktiv, und ein weiterer Aufruf von startxwin schlägt fehl (weil bereits ein X-Server läuft). Um in dieser Situation wieder ein xterm-Fenster auf den Desktop zu bekommen, geben Sie im Cygwin-Termin die Befehle

export DISPLAY=:0
xterm &

ein.

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