Foomatic-Treiber

Neben dem von Hersteller zur Verfügung gestellten Treiber in Form der unter /usr/share/cups/model installierten PPD-Datei können Sie den Drucker in fast allen Fällen auch mit einem Treiber der Foomatic-Datenbank betreiben. Klicken Sie dazu in der KDE-Druckereinrichtung auf Neuer Drucker, wählen Sie den Anschlusstyp Andere mit der URI Ihres WLAN-Druckers in der Form cnijnet:/Mac-Adresse und navigieren Sie auf der Folgeseite bei der Auswahl Wählen Sie einen Drucker aus der Datenbank zum gewünschten Hersteller, im Beispiel Canon, und klicken Sie erneut auf Weiter. KDE bietet Ihnen dann auf Basis seiner Datenbank (die wie erwähnt größtenteils auf Modellen der umfangreichen Foomatic-Datenbank beruht, aber auch andere Treiberquellen, wie z. B. Gutenprint-Treiber berücksichtigt) eine umfangreiche Liste an Modellen an. Navigieren Sie dann zu dem Modell, welches Ihrem am nächsten kommt, in der Regel ein Vorgängermodell der gleichen Baureihe. Eventuell enthält die Treiberdatenbank sogar das exakte Modell.

Die Datenbank bietet in der Regel mehrere passende Treiber zur Auswahl an, etwa einen Foomatic-Gutenprint-Treiber oder den CUPS-Gutenprint-Treiber. Hier müssen Sie experimentieren und selbst herausfinden, welcher Treiber die besten Ergebnisse liefert. Das bezieht sich weniger auf das Drucken bzw. auf die Druckqualität, sondern auf die angebotene Anzahl an Wartungs- und Diagnosefunktionen oder die Unterstützung spezieller Druckereigenschaften, wie zusätzliche Papierschächte oder Duplexdruck. Sinnvoll ist es, zunächst den als "empfohlen" gekennzeichneten Treiber zu benutzen.

Abbildung 11: Die Foomatic-Teiberdatenbank hält meist mehrere Treiberalternativen parat.

Leider unterstützen die Linux-Treiber im Vergleich zu den Windows-Treibern manche Wartungsfunktionen, wie das Reinigen der Druckköpfe, nicht immer optimal. Möchten Sie in einem solchen Fall den vollen Umfang der Servicefunktionen nutzen, kommen Sie nicht umhin, den Drucker auch unter Windows zu installieren, etwa in einer virtuellen Maschine, einer Parallelinstallation oder auf einem zweiten Rechner im lokalen Netzwerk. Dank WLAN-Aschluss funktioniert das sogar ohne langwieriges Umstöpseln von USB-Kabeln.

Drucken im Netz

Wollen Sie Ihren jetzt lokal funktionierenden und über WLAN angeschlossenen Drucker auch anderen Arbeitsplätzen bzw. anderen Benutzern im Netz zur Verfügung stellen, haben Sie dazu unter KDE mehrere Möglichkeiten. Zum Einem können Sie die geschilderte Prozedur auf jedem PC wiederholen, denn ein Drucker mit WLAN-Anschluss ist ein Netzwerkdrucker. Alternativ können Sie den Linux-Rechner auch selbst zum Print-Server machen, indem Sie den Drucker zum Verwenden im Netz freigeben. Das geht im KDE-Systemeinstellungen-Modul Drucker einrichten über den Eintrag Server-Einstellungen: Aktivieren Sie je nach Bedarf und Geschmack die gewünschten Optionen, auf jeden Fall die beiden ersten Freigegebene Drucker auf anderen Rechnern anzeigen und Drucker freigeben, die mit diesem Rechner verbunden sind (Abbildung 12). Ob Sie eine Einrichtung über das Netzwerk zulassen oder Benutzern erlauben möchten, neben den eigenen, alle Druckaufträge abzubrechen, müssen Sie selbst entscheiden. Aktivieren Sie dann die jeweiligen Optionen. Das Drucken über das Internet sollten Sie hingegen in der Regel nicht erlauben, es sei denn, Sie benötigen diese Funktion.

Abbildung 12: Die KDE-Druckereinrichtung erlaubt auf einfache Weise das Freigeben von Druckern.

Die Zugriffsregeln selbst legen Sie im Reiter Regeln des jeweiligen Druckers fest. Hier können Sie einzelnen Benutzer wahlweise explizit von der Benutzung des Druckers ein- oder ausschließen. Da die Option Drucken zulassen für alle außer diesen Benutzern der Voreinstellung entspricht, dürfen aus Sicht von KDE standardmäßig alle Benutzer drucken. Die Option Windows Printer via Samba setzt die Freigabe des Druckers über einen Samba-Server voraus, der standardmäßig nicht eingerichtet ist.

Installieren Sie den Drucker auf einem weiteren PC als Netzwerkdrucker mit einem Klick auf Neuer Drucker in der KDE-Druckereinrichtung, tauchen im Dialog Anschluss wählen auf verschiedene Optionen für den Zugriff auf die Druckerwarteschlange am ersten Linux-PC auf.

Auch wenn die ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema Druckertreiber etwas anderes suggeriert, ist das Installieren von Druckern bzw. Druckertreibern und Linux im Regelfall leicht – Schwierigkeiten wie beim geschilderten Einrichten eines WLAN-Druckers sind die absolute Ausnahme.

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