AA_PO-24348-123RF-Andrey_Zyk_123RF_-Funkturm_-_Icon_.jpg

© Andrey Zyk, 123RF

Kabellos drucken

WLAN-Drucker unter KDE einrichten

05.04.2013
Hardwareprobleme unter Linux sind heute eher Ausnahme als Regel. Das im Folgenden exemplarisch gelöste Problem mit einem Canon-Multifunktionsgerät erklärt auch die generelle Vorgehensweise beim Umgang mit Treiberproblemen unter Linux.

OpenSuse und Ubuntu/Kubuntu bieten eine umfassende Hardware-Unterstützung nebst in der Regel perfekt funktionierender Hardware-Erkennung, so dass Sie vermeintlich nicht unterstützte Hardware keinesfalls von einen Umstieg auf Linux abhalten sollte. Linux kann lediglich allerneuste Hardware nicht sofort bei deren Erscheinen unterstützen, weil die Gerätehersteller nicht immer die erforderliche Dokumentation in einer Form offenlegen, die den Linux-Entwicklern das schnelle Bauen eigener Kernel-Module ermöglicht.

Es gibt allerdings auch eine wachsende Anzahl von Hardware-Anbietern, die selbst Linux-Treiber entwickeln. Bei vielen Geräten funktionieren die Treiber für das jeweilige Vorgängermodell oder ein ähnliches Gerät des gleichen Herstellers recht gut; der unterstützt dann ggf. nur die neuesten Funktionen nicht. Besitzen Sie exotische Hardware-Komponenten, die Sie unter Linux unbedingt weiter nutzen müssen oder wollen, kann es trotzdem nicht schaden, sich vorab in den Kompatibilitätsdatenbanken von OpenSuse [1] oder Ubuntu [2] zu informieren.

USB-Drucker unter KDE

Drucker und die passenden Linux-Treiber einzurichten, ist schon seit Jahren genauso unproblematisch wie unter Windows. Einen großen Anteil daran hat das freie Drucksystem CUPS, das in erster Linie den Daemon zur Abwicklung der Druckaufträge sowie die Architektur zum Einbinden von Erweiterungen und Filtern (Treibern) bereitstellt. Daneben helfen diverse freie Treiberprojekte, darunter das unter der Obhut der Arbeitsgruppe OpenPrinting der Linux Foundation entwickelte, konfigurierbare Drucksystem Foomatic, das mit Hilfe von PPD-Dateien automatisch eine Konfiguration generiert, die es CUPS ermöglicht, die Daten optimal an den Drucker zu senden. Darüber hinaus wächst die Anzahl der Druckerhersteller, die native Linux-Treiber zur Verfügung stellen.

Um die Zusammenhänge selbst müssen Sie sich heute normalerweise nicht mehr kümmern. Das besorgt stattdessen das Druckerkonfigurationswerkzeug Ihres bevorzugten Desktops. Das Einrichten eines lokalen, etwa via USB angeschlossenen Druckers sollte jedem Einsteiger ohne Schwierigkeiten gelingen. KDE erkennt z. B. nach einem Klick auf Neuer Drucker normalerweise den angeschlossenen Drucker (Abbildung 1) und gibt Ihnen nach einem Klick auf Weiter wahlweise die Möglichkeit, einen freien Treiber aus der umfangreichen Datenbank auszuwählen oder den von Ihnen installierten herstellerspezifischen Treiber zu benutzen, indem Sie die passende PPD-Datei auswählen. Meist stehen für jedes Drucker-Modell sogar mehrere Treiberalternativen zur Verfügung, weil die vom Linux-Distributor gepflegte Treiberdatenbank auf mehreren Quellen basiert, auch wenn sie sich im Wesentlichen auf die Arbeit der Arbeitsgruppe OpenPrinting stützt. Dazu müssen Sie die Option PPD-Datei bereitstellen aktivieren und können dann mit Hilfe der Schaltfläche Durchsuchen die gewünschte PPD-Datei angeben, die in der Regel unter /usr/share/cups/model zu finden ist.

Abbildung 1: KDE erkennt via USB angeschlossene Drucker automatisch.

Herstellertreiber besorgen

Besitzen Sie dagegen einen der heute recht verbreiteten Drucker mit WLAN-Schnittstelle, z. B. eines der Modelle der Pixma-Reihe von Canon, funktioniert das Erkennen des Druckers über die WLAN-Schnittstelle nicht, ohne dass sie zuvor den von Canon zum Download angebotenen Treiber installieren, und auch das klappt nicht immer. Das Problem sind nicht die Treiber an sich, sondern das Registrieren des Anschlusstyps und des Geräts in der Treiberdatenbank. Im folgenden Beispiel verwenden wir einen Multifunktionsdrucker der Pixma-Reihe (MG5520), den wir über den eingebauten WLAN-Anschluss in Betrieb nehmen möchten. Den herstellerspezifischen Linux-Treiber für das Gerät finden Sie inzwischen ohne Umwege direkt über die Supportseiten von Canon für das ausgewählte Modell [3]. Wählen Sie hier bei Ihr Betriebssystem den Eintrag Linux (Abbildung 2). Umwege über japanische Canon-Webseiten (wie noch vor einigen Monaten) sind dazu nicht mehr erforderlich.

Abbildung 2: Canon gehört zu den Druckerherstellern, die eigene Linux-Treiber entwickeln.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Die richtigen Drucker für Linux-Nutzer – Ratschläge für den Druckerkauf
    Die Auswahl des richtigen Druckers hängt vor allem vom Einsatzzweck ab. Unter Linux jedoch auch davon, wieweit das Betriebssystem das jeweilige Modell unterstützt. Wir liefern Informationen und Entscheidungshilfen aus erster Hand.
  • Drucker einrichten mit System-config-printer
    Wenig spektakulär im ersten Auftritt, erweist sich das kleine Tool System-config-printer als wahrer Alleskönner im Umgang mit Druckern unter Linux.
  • Gemeinschaftsdruckerei
    Sie betreiben ein kleines Heimnetzwerk mit zwei oder drei Rechnern, aber nur einem Drucker? Dank Samba und CUPS sprechen Sie das Gerät von jedem Rechner aus an.
  • Drucker mit CUPS einrichten und im Netzwerk benutzen
    CUPS kann nicht nur dazu hergenommen werden, vom eigenen Rechner direkt auf den damit verbundenen Drucker zu drucken. Im heterogenen Netzwerk können Sie die Drucksuite auch verwenden, um Windows-Rechner mit einem Drucker an einem Linux-Rechner zu verbinden. Wir zeigen, wie das geht.
  • Zusätzlicher Druck
    Linux bietet – manchmal zeitlich verzögert – für nahezu alle aktuellen Drucker passende Treiber. Die verbleibenden Lücken schließt das Produkt Turboprint von Zedonet.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_04

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

PCLinuxOS Version 2014.08 "FullMonty" Umstellung auf deutsch
Karl-Heinz Welz, 19.12.2014 09:55, 3 Antworten
Hallo, liebe Community, ich bin 63 Jahre alt und möchte jetzt nach Jahrzehnten Windows zu Linux...
ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.