Neuinstallation

Wenn Sie sicher sind, dass Sie alle wichtigen Dateien gerettet haben, können Sie die Neuinstallation einer Linux-Distribution Ihrer Wahl starten. Die bisherige Plattenaufteilung können Sie bei der Partitionierung übernehmen, Sie müssen die Linux-Root-Partition aber formatieren, um alle Spuren des alten Systems zu entfernen. Wählen Sie im Installer vor allem nicht die Upgrade- oder Aktualisierungsoption für die alte Linux-Version – selbst, wenn der Installer dies anbieten sollte – OpenSuse verhindert einen solchen Versuch (Abbildung 1).

Abbildung 1: Kein Cross-Upgrade: Der OpenSuse-Installer verweigert das Upgrade von Version 12.2 (32 bit) auf Version 12.3 (64 bit).

Hatten Sie bisher eine separate Partition für die Home-Verzeichnisse in /home, dann binden Sie diese auch im neuen System wieder unter /home ein und geben an, dass sie nicht (!) formatiert wird – die privaten Dateien bleiben dann erhalten, und Sie sparen sich die Rücksicherung im nächsten Schritt. Das vorher erstellte Backup ist trotzdem sinnvoll, weil bei einer Linux-Installation immer etwas schief gehen kann.

Private Daten zurück kopieren

Die folgenden Schritte sind nur nötig, wenn Sie keine separate Home-Partition verwenden und durch die Neuinstallation Ihre privaten Dateien gelöscht haben.

Öffnen Sie im frisch installierten System ein Terminalfenster und werden Sie darin über sudo su zum Administrator root; dazu ist die Eingabe des Root-Passworts (OpenSuse) bzw. Ihres eigenen Passworts (Ubuntu) nötig. Dann wechseln Sie mit cd /home in den Ordner, der die Home-Verzeichnisse enthält. Lassen Sie sich den Inhalt des Ordners mit ls -l anzeigen; Sie sollten dort einen Ordner finden, der Ihren Benutzernamen hat. Benennen Sie ihn mit dem mv-Kommando um:

mv name name.old

Falls Sie bereits mehrere Benutzerkonten angelegt haben, wiederholen Sie den Schritt für alle hier liegenden Ordner, so dass nur Verzeichnisse übrig bleiben, deren Namen auf .old enden.

Jetzt können Sie den USB-Stick anschließen und mit dem Kommando

tar xzf /media/STICK/Datei -C /

das gesicherte Archiv mit den Home-Verzeichnissen entpacken. (Die Option -C / am Ende sorgt dafür, dass das Archiv relativ zum Wurzelverzeichnis entpackt wird; ohne die Option würde im Arbeitsverzeichnis ein neuer Unterordner home entstehen.)

Prüfen Sie danach, dass die Home-Verzeichnisse wieder vorhanden sind und auch den richtigen Besitzern gehören – ist das nicht der Fall, verwenden Sie (für jedes Konto) das Kommando

chown -R name name

Dass hier name zweimal als Argument auftaucht, ist kein Fehler: Vorne steht es für Ihren Benutzernamen, hinten für den (identischen) Namen Ihres Home-Verzeichnisses. Prüfen Sie erneut mit ls -l, dass die Besitzverhältnisse stimmen. Wenn es nur ein Benutzerkonto gibt, sollte die Ausgabe wie in Abbildung 2 aussehen.

Abbildung 2: "ls -l" zeigt, dass das Home-Verzeichnis "name" dem gleichnamigen Benutzer "name" gehört.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Datensicherung mit Shell-Kommandos
    Für die Datensicherung können Sie komfortable Backupprogramme verwenden – doch die müssen Sie erst konfigurieren. Wenn es schnell gehen soll, reicht ein einziger Befehl in der Shell.
  • Backups ziehen mit Rsnapshot
    Rsnapshot legt inkrementelle Backups an, ohne den vorhandenen Speicherplatz zu sprengen. Ein Cronjob nimmt Ihnen die lästige Arbeit ab.
  • Sahnestückchen?
    Eine gute Idee, aber noch Platz für Feinschliff: Der Diskless-PC Linutop kombiniert feine Hardware mit einem noch nicht ganz ausgereiften Betriebssystem.
  • Auf DVD: Knoppix 6.1
    Traditionell erscheint zur CeBIT eine neue Version das Live-Linux-Systems Knoppix – so auch dieses Jahr. Auf unserer Heft-DVD finden Sie die aktuelle Version 6.1, die Sie booten und sofort einsetzen oder bei Bedarf auch auf Platte installieren können.
  • Daten sichern mit mintBackup
    Das clevere mintBackup sichert nicht nur Dateien, sondern auch eine Liste mit allen derzeit installierten Programmen.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2016: Sicher im Internet

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 0 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...