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Doppelte Bits

Von 32 nach 64 Bit

05.04.2013
Wer von einem 32-Bit-Linux auf eine 64-Bit-Version umsteigen möchte, muss neu installieren. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie diese Aufgabe ohne Datenverlust bewältigen.

Die neuen UEFI-Rechner dürften die 32-Bit-Versionen der Linux-Distributionen in naher Zukunft obsolet machen; die 64-Bit-Varianten sind inzwischen so vollständig, dass ein Umstieg problemlos ist. Nur sehr alte Rechner besitzen noch einen 32-Bit-Prozessor, auf dem kein 64-Bit-Linux läuft.

Die gute Nachricht für alle Umsteiger von 32- auf 64-Bit-Linux ist, dass persönliche Daten, wie etwa Office-Dokumente, Bilder oder die Musiksammlung, nicht von dieser Änderung betroffen sind: Lediglich das Betriebssystem selbst und die Anwendungsprogramme müssen auf 64 Bit umgestellt werden, sie unterstützen aber anschließend die gleichen Dateiformate wie vorher, und alle auf der 32-Bit-Version installierten Linux-Programme gibt es auch als 64-bittige Variante.

Die schlechte Nachricht ist, dass Sie nicht einfach über den Upgrade-Modus des Installationsprogramms aktualisieren können – wenn Sie z. B. auf Ihrem Rechner aktuell mit OpenSuse 12.2 in der 32-Bit-Version arbeiten und künftig die auf der Heft-DVD enthaltene OpenSuse-Version 12.3 in 64 Bit nutzen möchten, ist das nur über eine Neuinstallation (mit Formatieren, also Überschreiben der bisherigen Linux-Partition) möglich. Der erste Schritt vor dem Wechsel ist darum ein Backup Ihres Home-Verzeichnisses.

Private Daten sichern

Am einfachsten ist die Sicherung der privaten Daten auf einem USB-Stick. Diese gibt es günstig schon mit bis zu 64 GByte Speicherplatz, was für die meisten Anwender ausreichen sollte. Wir verwenden für alle Schritte Shell-Befehle, weil Sie damit schneller die Aufgaben bewältigen als etwa mit dem Dateimanager Dolphin. Für Lösungen, die grafische Tools einsetzen, finden Sie in der letzten EasyLinux-Ausgabe (Heft 01/2013) eine Reihe von nützlichen Artikeln: Dort war Datensicherung das Titelthema [1,2].

Schließen Sie den USB-Stick an und finden Sie heraus, in welchem Verzeichnis das System ihn einbindet; das wird ein Unterordner von /media sein, im Folgenden gehen wir davon aus, dass der Ordner /media/STICK heißt. Ersetzen Sie also in allen Schritten STICK durch den korrekten Ordnernamen. (Linux verwendet die Datenträgerbezeichnung des USB-Sticks als Name für das neu erzeugte Unterverzeichnis.)

Öffnen Sie mit [Alt]+[F2] ein Terminalfenster und melden Sie sich darin als Administrator root an, indem Sie sudo su und dann Ihr Passwort (Ubuntu) bzw. das Root-Passwort (OpenSuse, meist mit dem eigenen Passwort identisch) eingeben.

Prüfen Sie zunächst, ob die Daten auf den Stick passen:

du -sm /home
df -h /media/STICK

Wenn der Platz ausreicht, sichern Sie alle Home-Verzeichnisse in einer Archivdatei, die Sie direkt auf den Stick schreiben:

tar czf /media/STICK/home-backup.tgz /home

Paketliste sichern

Falls Sie auf Ihrem bisherigen System aufwendig sehr viele Programme nachinstalliert haben, lohnt es sich eventuell, die Paketliste zu sichern. Auf Debian-basierten Systemen (z. B. Ubuntu/Kubuntu, Linux Mint und Knoppix) klappt das mit folgendem dpkg-Aufruf (siehe auch Tipps 2 und 3 auf Seite 93 dieser Ausgabe):

dpkg --get-selections > Dateiname

OpenSuse verwendet das RPM-Paketformat, hier geben Sie

rpm -qa > Dateiname

ein, um eine Paketliste zu erstellen. Die so erzeugte Datei sollten Sie dann ebenfalls auf den USB-Stick kopieren.

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