Gnome Wave Cleaner – Spezialprogramm zur Audiorestorierung

Gnome Wave Cleaner, ein Programm zum Entklicken von Schallplattenaufnahmen, fällt nach dem Start zunächst durch eine altbackene Benutzeroberfläche auf. Da jedoch die Leistung des Programms stimmt und es ohnehin keine gleichwertige Linux-Alternative gibt, kann man sich mit diesem Defizit arrangieren.

Es gibt audiophile Zeitgenossen, die sich immer noch nicht für die ihrer Meinung nach kalt und spröde klingende CD erwärmen können. Sie ziehen die Vinylscheibe vor – trotz oder gerade wegen des anhaltenden Prasselgeräuschs im Hintergrund, das seine Liebhaber an ein behagliches Kaminfeuer erinnert.

Doch wenn ein Kratzer in der Platte eine Piano-Passage verhagelt, wird es selbst eingefleischten Anhängern der Analogtechnik zu viel. Wer seine Schallplattensammlung digitalisiert, wünscht sich daher früher oder später ein Programm, das solche Störgeräusche herausfiltert. Leider ist der meistgenutzte freie und generell sehr potente Wave-Editor Audacity [5] dafür nicht besonders gut gerüstet. Es gibt unter Linux lediglich ein Spezialprogramm für diese Aufgabe, den Gnome Wave Cleaner [6] (Abbildung 5).

Vintage pur

Das Programm wirkt beinahe so antiquiert wie die Vinyltechnologie selbst: An den ohne Icons gestalten Datei-Öffnen-Dialog aus der Mitte des letzten Jahrzehnts muss man sich erst wieder gewöhnen. Beim Bearbeiten warnt das Programm manchmal vor einem gefährlich hohen Resourcenverbrauch und davor, dass die geplante Bearbeitung lange dauern wird. Doch dabei orientiert es sich an der typischen Ausstattung eines Rechners aus dem Jahr 2005. Die Software liest außerdem ausschließlich unkomprimierte Wave-Dateien ein, keine MP3s oder gar neuere Komprimierungsformate.

Außerdem schreibt das Programm, um die Rechnerressourcen zu schonen, alle Änderungen ohne Zwischenzuspeichern direkt in die Wave-Datei – eine bei der heutigen RAM-Ausstattung überflüssige Optimierung. Zwar speichert der Gnome Wave Cleaner Undo-Daten in einer separaten Datei, mit der sich alle durchgeführten Änderungen selbst nach einen Programmabsturz noch zurücknehmen lassen. Dennoch ist es ratsam, vor der Bearbeitung ein Backup anzulegen.

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