Probestreifen

Dieses vom amerikanischen Fotografen Ansel Adams zunächst für die analoge Schwarzweißfotografie entworfene System teilt ein Bild in elf Helligkeitskategorien zwischen 100 Prozent Schwarz und 100 Prozent Weiß ein. Adams versuchte, die Wiedergabe dieser Helligkeitsabstufungen bei der Entwicklung der Schwarzweißfotos separat zu beeinflussen, so dass ein Bild mit perfektem Helligkeits- und Kontrastverlauf entstand.

Zum Glück lässt sich das Prinzip der separaten Beeinflussung der unterschiedlichen Bildschattierungen auf dem Computer nachstellen. Dann braucht man kein Wissen um das Verhalten von Silbersalzen mehr, und das Ergebnis liegt in Sekunden, nicht mehr Minuten vor, was das Ausprobieren deutlich erleichtert.

Was diese Funktion leistet, demonstriert ein Schnappschuss im Abendlicht mit automatischer Belichtung (Abbildung 3, links). Zwar hat die Kamera die Abendstimmung nicht durch zu starkes Aufhellen ruiniert, doch dafür verschwindet die Borke des knorrigen alten Baumes weitgehend im Dunkel.

Abbildung 3: Mit den Schiebereglern des Zonensystems erweitern oder komprimieren Sie Bildbereiche einer bestimmten Helligkeit. So komponieren Sie Licht und Schatten fast so frei wie ein Maler.

Aufgefächert

Das Zonensystem in Darktable schafft mit wenigen Mausklicks Abhilfe. In der Mitte zwischen den bearbeiteten Bildern ist seine Benutzeroberfläche zu sehen. Entscheidend ist der Grauwertestreifen unter der Miniaturabbildung – Schwarz und Weiß, sowie fünf dazwischenliegende Grauwerte. Wie im unterem Bereich des Graustreifens sichtbar, lässt sich die Breite der einzelnen grauen Felder mit der Maus verändern. Darktable verschiebt dann die Helligkeit der Bildbereiche, die diesem Grauton entsprechen.

Wenn Sie die Maus über eines der grauen Felder bewegen, hebt das Programm den korrespondierenden Bereich im Bild gelb hervor. So lässt sich ermitteln, dass die linken drei Felder von Schwarz bis Mittelgrau den gesamten Baum repräsentieren. Ziehen Sie diesen Bereich Richtung Weiß, hellt dies den Baum auf und vergrößert dessen Kontrastspanne (Abbildung 3, rechts). Die Rinde wirkt nun plastischer.

Um noch etwas an der Stimmung des Bilds zu feilen, ist mit dem übrigen Bildbereich genau das Gegenteil passiert: Sein Kontrastumfang wurde zugunsten des fahlen Himmels gestaucht, wie sich sich an der geringen Ausdehnung der Graufelder 4--8 erkennen lässt.

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