Unter neuer Führung

Version 4.0 ist die erste Major-Release unter dem Namen LibreOffice. Dieser Namenswechsel ist erfolgt, weil vielen Entwicklern nach der Übernahme des Softwareriesen Sun durch Oracle Anfang 2010 die Zukunft der freien Büro-Suite OpenOffice ungewiss schien. OpenOffice existiert parallel zu LibreOffice weiter, doch alle großen Linux-Distributionen sind zu LibreOffice gewechselt. Mit gutem Grund, denn innerhalb dieses Forks (so nennt man Abspaltungen in der Software-Welt) geht die Entwicklung deutlich schneller voran. Bevor Sie die LibreOffice-4.0-Pakete von der EasyLinux-DVD einspielen, deinstallieren Sie die alte Version auf Ihrem System.

Allzu umfangreich fällt der Katalog der wichtigen Neuerungen dennoch nicht aus: Kommentare dürfen sich nun auf Textabschnitte beziehen, nicht mehr nur auf eine einzelne Textstelle. Die erste Seite eines Dokuments, oft eine Titelseite, erhält auf Wunsch keine Kopf- und Fußzeile mehr. Eingebettete Bilder soll die Software zügiger anzeigen. Die verwirrenden, nach dem Blättern auf eine neue Seite vor der endgültigen Anzeige eingeblendeten Platzhalter für kaputte Grafiken gehören also der Vergangenheit an.

Das Zeichenprogramm beherrscht jetzt abgerundete Linienenden. Die bedingte Formatierung in der Tabellenkalkulation, die eine Zahl beispielsweise rot anzeigt, wenn ihr Wert größer als 100 ist, lässt sich jetzt auch auf Datums- und Textwerte anwenden. Die Datenbankanwendung Base greift auch auf das Adressbuch des Mailprogrammes Thunderbird zu. Außerdem haben die Entwickler einige Importfilter verbessert oder neu hinzugefügt, was insbesondere die Zusammenarbeit mit Microsoft Office weiter verbessert.

Feinschliff statt Anbau

Dazu gesellen sich noch viele kleinere Verbesserungen und zahllose Bugfixes. Wem die Entwicklung von LibreOffice zu langsam geht, der sollte bedenken, dass sich OpenOffice vor einigen Jahren leider in Punkto Stabilität und Zuverlässigkeit in keinem besonders guten Zustand befand. Als die Open-Document-Foundation das Programm [7] übernahm, floss daher erst einmal viel Arbeit in Bereinigungen und Fixes.

Inzwischen hat sich die Verlässlichkeit gebessert. Das Programm startet jetzt sogar auf älteren Rechnern zügig. Mit der Priorität auf Bereinigung und Glättung lagen die LibreOffice-Entwickler nach Meinung der meisten Anwender goldrichtig, denn praktisch alle denkbaren Features sind ohnehin schon seit langem umgesetzt.

Nach einer Zeit des Stillstandes und der Neuorientierung scheint sich LibreOffice nun wieder auf einem guten Kurs zu befinden. Das ist auch wichtig für den Linux-Desktop, denn ohne eine Microsoft-Office-Alternative wären Migrationen zu Linux wie die der Münchner Stadtverwaltung [8] undenkbar.

Die Redaktion meint

Ohne LibreOffice wäre Linux keine ernsthafte Alternative für den Windows-Desktop. Das Erscheinen einer neuen Major-Version ist daher eine gute Nachricht für Anhänger des freien Betriebssystems.

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4 von 5 Sternen

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