Löschen und erzeugen

Mit gdisk können Sie bestehende Partitionen nicht in der Größe verändern; dafür benötigen Sie parted (siehe unten). Aber Sie können nicht länger benötigte Partitionen löschen und im frei gewordenen Bereich neue erzeugen. Bei neu gekauften Platten, die in der Regel MBR-partitioniert sind, können Sie auch eine neue Partitionstabelle erzeugen:

  • Mit o löschen Sie die bestehende Partitionierung vollständig und legen eine neue GPT-Tabelle (sowie einen Protective MBR) an. gdisk fragt dann nach, ob Sie das wirklich tun wollen; antworten Sie darauf mit Y – auch dieser Schritt wird erst ausgeführt, wenn Sie die Änderungen später mit w sichern.
  • Über n erstellen Sie eine neue Partition. Interaktiv sind nun ein paar Fragen zu beantworten, zunächst geht es um die Nummer der anzulegenden Partition (zwischen 1 und 128); gdisk schlägt selbständig die nächste freie Nummer vor, so dass Sie hier einfach [Eingabe] drücken. Eine Abfrage zu primären, erweiterten oder logischen Partitionen (wie bei fdisk) gibt es hier nicht, weil GPT diese Konzepte ja nicht kennt. Weiter geht es mit Anfang und Ende der neuen Partition. Den Vorschlag für den Anfang sollten Sie in der Regel übernehmen; dadurch bleiben später keine Lücken. Das Ende der Partition können Sie gdisk selbst berechnen lassen, indem Sie eine Größe in der Form +100M (für 100 MByte) oder +20G (für 20 GByte) angeben. Es fehlt noch die Angabe des Partitionstyps; die Vorgabe ist hier 8300 (Linux filesystem) – mit L lassen Sie sich an dieser Stelle alle bekannten Typen ausgeben. Bauen Sie eine komplett neue Platte auf, die auch bootfähig sein soll, ist z. B. der Typ ef00 (EFI System) wichtig, denn UEFI-Systeme benötigen zum Booten immer eine separate EFI-Partition, die 100 bis 300 MByte groß sein sollte.
  • Mit d werden Sie Partitionen wieder los. Wenn Sie Partitionen "in der Mitte" löschen, bleiben Lücken – Sie können später über das Kommando s (sort) dafür sorgen, dass diese Lücken verschwinden. Dadurch ändern sich aber die Gerätedateinamen von Partitionen, die nun weiter nach vorne rücken (z. B. von /dev/sda7 auf /dev/sda6).

Nach jedem Änderungsschritt sollten Sie mit p überprüfen, ob das Programm so gearbeitet hat, wie Sie es sich vorgestellt haben. Schritte rückgängig zu machen, ist zwar nicht möglich, aber bei unpassenden Ergebnissen können Sie jederzeit mit q die Bearbeitung abbrechen und neu starten. Wollen Sie die Änderungen auf die Platte schreiben, geben Sie w ein. Damit beenden Sie gdisk auch im Anschluss.

Tabelle 1 zeigt die wichtigsten Kommandos, die gdisk und fdisk anbieten, im Vergleich – für gleiche Aufgaben nutzen Sie meist das gleiche Kommando.

Tabelle 1: Befehle in "fdisk" und "gdisk"

Funktion fdisk gdisk
Partitionsnamen ändern c
Partition löschen d
Detailinformationen zu Partition i
Partitionstypen anzeigen l l
Hilfe m ?
Neue Parition erzeugen n n
Neue Partitionstabelle erzeugen o o
Aktuelle Tabelle anzeigen p p
Abbruch (ohne Änderungen) q q
Partitiontyp ändern t t
Geänderte Tabelle schreiben w w
Experten-Optionen x x

parted

Das Standardtool für die Bearbeitung von GPT-Partitionstabellen ist parted, das neben GPT- auch klassische MBR-Partitionstabellen kennt. Bevor Sie sich in erste Tests mit dem Programm stürzen, ist eine Warnung angebracht: Anders als fdisk führt parted Kommandos, die Änderungen an der Platte bewirken, sofort aus. In fdisk kann man problemlos mit den diversen Kommandos herumspielen und sich immer wieder mit p den aktuellen Stand ausgeben lassen; erst ein w schreibt dort die geänderten Daten in die Partitionstabelle. Bei parted ist das nicht der Fall. Darum sollten Sie das Tool nur vorsichtig nutzen.

Es empfiehlt sich, zum Experimentieren eine leere externe Platte anzuschließen oder ein leeres Image zu erzeugen: Wenn Sie genug Platz auf der Platte haben, können Sie z. B. über

dd if=/dev/zero of=/tmp/testdisk.img bs=1G count=5

eine 5 GByte große leere Datei erzeugen und diese dann mit

parted /tmp/testdisk.img

öffnen. (Für diese Tests sind nicht mal Root-Rechte nötig; als normaler Anwender starten Sie parted durch Angabe des vollen Pfads /usr/sbin/parted.) In einem ersten Schritt bereiten Sie das Image dann vor:

(parted) mklabel gpt

Danach können Sie loslegen und z. B. neue Partitionen in dieser Imagedatei erzeugen. parted kann diverse weitere Tools verwenden, um neue Partitionen auch gleich geeignet zu formatieren, z. B. als Ext3- oder Ext4-Datenträger.

Wenn Sie mit parted neue Partitionen erzeugen, gibt sich das Programm etwas unkomfortabel, weil es nach exakten Anfangs- und Endadressen fragt und keine Vorschläge unterbreitet. Die meisten Anwender setzen darum auf das Tool gparted, das ein Frontend für parted mit grafischer Oberfläche ist.

Interessant ist die Arbeit mit parted aber z. B., wenn Sie detaillierte Informationen zur Partitionierung erhalten möchten, denn es gibt nicht nur alle vorhandenen Einträge in der Tabelle aus, sondern schaut auch in jede Partition hinein und versucht, das Dateisystem zu ermitteln, mit dem diese formatiert wurde. Abbildung 3 zeigt die Beispielausgabe für eine GPT-Festplatte, die im Dual-Boot-Betrieb mit Windows 8 und Linux eingerichtet wurde.

Abbildung 3: Anders als "gdisk", kann "parted" auch anzeigen, mit welchen Dateisystemen die Partitionen formatiert wurden.

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