"libimobiledevice" hilft

Der IMAP-Umweg ermöglicht das effiziente Arbeiten mit E-Mails und Kalendern auf iOS-Geräten. Doch das ist nur ein ganz kleiner Teil der vielen Funktionen, die iOS-Geräte zur Verfügung stellen. Hinzu kommt, dass Besitzer von iOS-Geräten manchmal zwingend darauf angewiesen sind, dass ihr PC mit dem Mobilgerät ordentlich kommunizieren kann – zum Beispiel direkt nach dem Kauf des Geräts, wenn es um die erste Aktivierung geht. In solchen Fällen kommt die Software libimobiledevice zur Hilfe: Dabei handelt es sich um eine Programmbibliothek, welche die Kommunikation mit iPhone & Co. auch unter Linux erledigen kann.

Die gute Nachricht zuerst: Viele der grundlegenden Funktionen lassen sich mit libimobiledevice schon nutzen, sogar dann, wenn auf dem iOS-Gerät die aktuellen iOS-Versionen ihren Dienst verrichten. libimobiledevice liegt sämtlichen Distributionen bei, die EasyLinux unterstützt (Abbildung 1), kommt unter Umständen aber (je nach eingesetzer Distribution) in einer veralteten Version daher, so dass die Kooperation mit den allerneuesten iOS-Versionen nicht funktioniert. Sollte das der konkrete Fall sein, hilft nur das Warten auf ein Update.

Abbildung 1: Aktuelle Linux-Distributionen bringen die Bibliothek "libimobiledevice" mit; sie ist für das Zusammenspiel mit iOS notwendig.

Die Bibliothek libimobiledevice erlaubt neben der Aktivierung des iPhones auch den Zugriff auf den Flash-Speicher, als wäre das Gerät eine ganz normale USB-Festplatte. Der Clou ist, dass eine besondere Konfiguration für diese Funktion nicht notwendig ist: Wenn libimobiledevice in einer hinreichend aktuellen Version vorhanden ist, erkennen aktuelle Distributionen das iPhone automatisch und ermöglichen den Zugriff. Dann lässt sich das Apple-Handy z. B. über die USB-Tethering-Funktion auch als Modem nutzen, und das System bietet die Einrichtung eines neuen Netzwerkadapters an.

Das böse Thema Musik

Es bleibt schließlich die Frage, die für iPod-Benutzer noch wichtiger als für iPhone-Nutzer ist: Was ist mit Musik? Genau das ist der wunde Punkt der iOS-Integration in Linux, hauptsächlich wegen der bereits erwähnten Probleme mit der Musikdatenbank auf iOS-Systemen. Vereinzelt schaffen Entwickler es, in Anwendungen wie Rhythmbox oder Amarok Unterstützung für aktuelle Geräte mit iOS zu implementieren (die dafür benötigte Bibliothek heißt gpod), doch es dauert meistens nicht lange, bis Apple das von iTunes verwendete Protokoll erneut so verändert hat, dass die Linux-Anwendungen nicht mehr fehlerfrei (oder gar nicht mehr) funktionieren.

Der im Internet noch gelegentlich zu findende Tipp, die Musiksynchronisation via WLAN zu erledigen, funktioniert bei aktuellen Versionen auch nicht mehr zuverlässig, weil Apple die Lücke im WLAN-Protokoll von iOS ebenfalls geschlossen hat. Leider gibt es derzeit also keinen funktionierenden Weg, von Linux aus Musik auf ein Gerät mit der aktuellsten iOS-Version zu kopieren, so dass schlimmstenfalls der Umweg über eine virtuelle Maschine mit eigener Windows- und iTunes-Installation zu gehen ist: Das Durchschleifen von USB-Geräten funktioniert in aktuellen Versionen von VirtualBox und VMware problemlos.

Abbildung 2: Ältere Versionen von iOS, deren iTunes-Datenbank das Format der Version 3 oder kleiner nutzt, können Sie mit Anwendungen wie GtkPod befüllen. Wer ein neues Datenbankformat nutzt, kommt mit Linux derzeit nicht weiter.

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Kommentare
ganz so, wie beschrieben ist es nicht !!!
Ziergras (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juni 2014 11:01:29
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Seid IOS 7.0.6 funktioniert das libimobiledevice bei mir überhaupt nicht mehr, das Gerät ist zwar in der Geräteverwaltung sichtbar, aber lässt sich nicht einbinden.
Da es aber, wie bereits erwähnt VMware gibt, ist es kein Problem. So könnt Ihr IPAD to PCcopy von Xilisoft (Shareware) oder ITOOLS (kostenlos) verwenden. Das ITunes muss natührlich wegen der Datenbanken installiert werden. So lassen sich Videos und auch Musik ganz bequem über diesen beiden Programme syncronisieren.


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