Home / EasyLinux / 2013 / 02 / Linux-Zugriff auf Apples iPhone, iPad und iPod

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

AA_PO-3877-Fotolia-Draga_Michaela_Iatan-apple10.jpg

© Draga Michaela Iatan, fotolia.com

Schwer verdauliche Äpfel

Linux-Zugriff auf Apples iPhone, iPad und iPod

05.04.2013 Die Mobilgeräte von Apple sind populär: Viele Anwender, die ansonsten auf freie Software und Linux schwören, besitzen ein iPhone, ein iPad oder einen iPod. Apple sieht leider nur den Betrieb am Mac oder Windows-PC mit iTunes vor.

Seit Android den Handymarkt erhobert, ist Apples iPhone nur noch eines von vielen guten Smartphones. Auch wenn im Netz noch heftige Diskussionen zwischen Apple- und Android-Anhängern laufen, verbindet die meisten Benutzer am Ende doch derselbe Wunsch: mit dem eigenen Gerät neben dem Telefonieren möglichst viele nützliche und lustige Dinge zu tun.

Fein raus ist dabei, wer einen Apple-Rechner mit OS X benutzt, denn Apple hat das iPhone fest in sein Ökosystem integriert und gibt Anwendern die Möglichkeit, nahezu jeden Konfigurationsparameter des Telefons aus iTunes heraus zu modifizeren. Ähnlich sieht es bei Windows-Nutzern aus, denn auch hier steht iTunes zur Verfügung und erlaubt die iPhone-Konfiguration. Aber wie verhält es sich unter Linux? Android-Telefone brauchen keine Verwaltungssoftware, denn sie setzen fast ausschließlich auf offene Standards wie das MTP-Protokoll zur Dateiübertragung. Deshalb lassen sie sich von Linux-Rechnern aus genauso gut ansprechen wie unter Windows oder OS X. Das iPhone mit seiner festen iTunes-Integration, also der Bindung an ein Tool, das auf Linux gar nicht portiert wurde, verursacht hier ein wenig Ärger. So gut wie ein Android-Gerät lässt sich ein iPhone leider nicht mit Linux verheiraten. Das heißt aber nicht, dass iPhones und Linux gar nicht zueinander finden – mit ein paar Tricks und Kniffen funktioniert die Zusammenarbeit.

Technischer Hintergrund

Zuvor darf allerdings ein kurzer Blick auf die technischen Grundlagen des iPhones nicht fehlen. Was macht ein iPhone so speziell und warum lässt es sich nicht so mit Linux kombinieren, wie es etwa bei Android-Smartphones möglich ist? Das liegt im Wesentlichen an den Protokollen und der Software, die das iPhone verwendet. Schon ein simpler Blick auf den Stecker macht deutlich, dass die Apple-Geräte anders sind. Der typische Apple-Dock-Connector und sein Nachfolger Lightning finden sich ausschließlich an iPhones, iPads und iPods, während die gesamte Android-Welt herstellerunabhängig auf Micro-USB schwört. Ähnlich verhält es sich in Sachen Software: iOS ist eine Eigenentwicklung von Apple, die praktisch keine offenen Schnittstellen für andere Programme unterstützt und so alles außer iTunes außen vor lässt. So genügt es bei einem iPhone zum Beispiel nicht, MP3-Dateien auf den Flash-Speicher des Gerätes zu kopieren, um sie im iOS-Audioplayer wiederzugeben. (So einfach geht es mit Android.) Denn iOS verwaltet die Lieder intern in einer Datenbank, deren Format nur iTunes von Haus aus lesen und schreiben kann.

Apple mag Open-Source-Entwicklern das Format dieser Datenbank auch nicht verraten: Betriebsgeheimnis. Wollen Entwickler eine Linux-Anwendung schreiben, die dieses Protokoll beherrscht, sind sie also auf das so genannte Reverse Engineering angewiesen. Dabei untersuchen Entwickler den Datenstrom zwischen iOS-Gerät und Computer und versuchen, daraus Rückschlüsse zu ziehen, um letztlich einen funktionierenden iTunes-Ersatz für Linux zu schaffen.

Und es geht doch

Wer schon ein iPhone besitzt oder plant, sich eines anzuschaffen, ist aber trotzdem nicht zwingend dazu verdammt, dieses ohne Anschluss an seinen PC zu betreiben. Die beiden Welten lassen sich wenigstens so weit verbinden, dass produktives Arbeiten mit dem iPhone möglich ist. Dazu gehört z. B. der gemeinsame Zugriff (von Telefon und PC) auf E-Mails, Kalender- und Kontaktdaten.

Die Konfiguration eines solchen Parallel-Setups ist vor allem mit Hilfe des Android-Entwicklers Google möglich – Apples wichtigster Konkurrent, wenn es um mobile Geräte geht. Ein Google-Account bietet Mailfunktionen, die sich über Standardprotokolle ansprechen lassen – und die beherrscht das iPhone als Client auch. Wer seine Mails bereits über Gmail abwickelt, ist darum fein raus. Denn dann genügt es, auf dem iPhone einen einen Gmail-Account einzurichten. Alle mit dem Zugang verknüpften Daten wie Kontakte und Kalender stehen danach am iPhone ebenso zur Verfügung. Der Trick funktioniert übrigens auch, wenn Sie eine eigene Domain mit Gmail einsetzen.

Auf der Desktopseite lässt sich ein Google-Mail-Account genauso nutzen, denn das Standardprotokoll IMAP spricht jeder aktuelle Mail-Client. Auch der Zugriff auf Kalender wird über diesen Umweg möglich – Google unterstützt das CalDAV-Protokoll, das iOS verwendet und das sich am Desktop über viele Clients ebenfalls nutzen lässt. (Wer Thunderbird als Mail-Client nutzt, kann die Erweiterung Lightning installieren: Das ist ein Kalender-Plug-in, das auch CalDAV beherrscht.)

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

3023 Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2014_02

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...