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© Draga Michaela Iatan, fotolia.com

Schwer verdauliche Äpfel

Linux-Zugriff auf Apples iPhone, iPad und iPod

05.04.2013
Die Mobilgeräte von Apple sind populär: Viele Anwender, die ansonsten auf freie Software und Linux schwören, besitzen ein iPhone, ein iPad oder einen iPod. Apple sieht leider nur den Betrieb am Mac oder Windows-PC mit iTunes vor.

Seit Android den Handymarkt erhobert, ist Apples iPhone nur noch eines von vielen guten Smartphones. Auch wenn im Netz noch heftige Diskussionen zwischen Apple- und Android-Anhängern laufen, verbindet die meisten Benutzer am Ende doch derselbe Wunsch: mit dem eigenen Gerät neben dem Telefonieren möglichst viele nützliche und lustige Dinge zu tun.

Fein raus ist dabei, wer einen Apple-Rechner mit OS X benutzt, denn Apple hat das iPhone fest in sein Ökosystem integriert und gibt Anwendern die Möglichkeit, nahezu jeden Konfigurationsparameter des Telefons aus iTunes heraus zu modifizeren. Ähnlich sieht es bei Windows-Nutzern aus, denn auch hier steht iTunes zur Verfügung und erlaubt die iPhone-Konfiguration. Aber wie verhält es sich unter Linux? Android-Telefone brauchen keine Verwaltungssoftware, denn sie setzen fast ausschließlich auf offene Standards wie das MTP-Protokoll zur Dateiübertragung. Deshalb lassen sie sich von Linux-Rechnern aus genauso gut ansprechen wie unter Windows oder OS X. Das iPhone mit seiner festen iTunes-Integration, also der Bindung an ein Tool, das auf Linux gar nicht portiert wurde, verursacht hier ein wenig Ärger. So gut wie ein Android-Gerät lässt sich ein iPhone leider nicht mit Linux verheiraten. Das heißt aber nicht, dass iPhones und Linux gar nicht zueinander finden – mit ein paar Tricks und Kniffen funktioniert die Zusammenarbeit.

Technischer Hintergrund

Zuvor darf allerdings ein kurzer Blick auf die technischen Grundlagen des iPhones nicht fehlen. Was macht ein iPhone so speziell und warum lässt es sich nicht so mit Linux kombinieren, wie es etwa bei Android-Smartphones möglich ist? Das liegt im Wesentlichen an den Protokollen und der Software, die das iPhone verwendet. Schon ein simpler Blick auf den Stecker macht deutlich, dass die Apple-Geräte anders sind. Der typische Apple-Dock-Connector und sein Nachfolger Lightning finden sich ausschließlich an iPhones, iPads und iPods, während die gesamte Android-Welt herstellerunabhängig auf Micro-USB schwört. Ähnlich verhält es sich in Sachen Software: iOS ist eine Eigenentwicklung von Apple, die praktisch keine offenen Schnittstellen für andere Programme unterstützt und so alles außer iTunes außen vor lässt. So genügt es bei einem iPhone zum Beispiel nicht, MP3-Dateien auf den Flash-Speicher des Gerätes zu kopieren, um sie im iOS-Audioplayer wiederzugeben. (So einfach geht es mit Android.) Denn iOS verwaltet die Lieder intern in einer Datenbank, deren Format nur iTunes von Haus aus lesen und schreiben kann.

Apple mag Open-Source-Entwicklern das Format dieser Datenbank auch nicht verraten: Betriebsgeheimnis. Wollen Entwickler eine Linux-Anwendung schreiben, die dieses Protokoll beherrscht, sind sie also auf das so genannte Reverse Engineering angewiesen. Dabei untersuchen Entwickler den Datenstrom zwischen iOS-Gerät und Computer und versuchen, daraus Rückschlüsse zu ziehen, um letztlich einen funktionierenden iTunes-Ersatz für Linux zu schaffen.

Und es geht doch

Wer schon ein iPhone besitzt oder plant, sich eines anzuschaffen, ist aber trotzdem nicht zwingend dazu verdammt, dieses ohne Anschluss an seinen PC zu betreiben. Die beiden Welten lassen sich wenigstens so weit verbinden, dass produktives Arbeiten mit dem iPhone möglich ist. Dazu gehört z. B. der gemeinsame Zugriff (von Telefon und PC) auf E-Mails, Kalender- und Kontaktdaten.

Die Konfiguration eines solchen Parallel-Setups ist vor allem mit Hilfe des Android-Entwicklers Google möglich – Apples wichtigster Konkurrent, wenn es um mobile Geräte geht. Ein Google-Account bietet Mailfunktionen, die sich über Standardprotokolle ansprechen lassen – und die beherrscht das iPhone als Client auch. Wer seine Mails bereits über Gmail abwickelt, ist darum fein raus. Denn dann genügt es, auf dem iPhone einen einen Gmail-Account einzurichten. Alle mit dem Zugang verknüpften Daten wie Kontakte und Kalender stehen danach am iPhone ebenso zur Verfügung. Der Trick funktioniert übrigens auch, wenn Sie eine eigene Domain mit Gmail einsetzen.

Auf der Desktopseite lässt sich ein Google-Mail-Account genauso nutzen, denn das Standardprotokoll IMAP spricht jeder aktuelle Mail-Client. Auch der Zugriff auf Kalender wird über diesen Umweg möglich – Google unterstützt das CalDAV-Protokoll, das iOS verwendet und das sich am Desktop über viele Clients ebenfalls nutzen lässt. (Wer Thunderbird als Mail-Client nutzt, kann die Erweiterung Lightning installieren: Das ist ein Kalender-Plug-in, das auch CalDAV beherrscht.)

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Kommentare
ganz so, wie beschrieben ist es nicht !!!
Ziergras (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juni 2014 11:01:29
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Seid IOS 7.0.6 funktioniert das libimobiledevice bei mir überhaupt nicht mehr, das Gerät ist zwar in der Geräteverwaltung sichtbar, aber lässt sich nicht einbinden.
Da es aber, wie bereits erwähnt VMware gibt, ist es kein Problem. So könnt Ihr IPAD to PCcopy von Xilisoft (Shareware) oder ITOOLS (kostenlos) verwenden. Das ITunes muss natührlich wegen der Datenbanken installiert werden. So lassen sich Videos und auch Musik ganz bequem über diesen beiden Programme syncronisieren.


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