Leserbriefe

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Tesseract-Problem

[01/2013, Neue Software] Durch Zufall habe ich Eure Ausgabe 01/2013 in die Hände bekommen und den darin enthaltenen Bericht über das neue "Tesseract" auf Seite 12 gelesen. Schon lange habe ich nach einer guten OCR-Software für Linux gesucht, und ich glaube, dass Tesseract das Zeug dazu hat.

Also schnell auf meinem Rechner Installiert (Kubuntu 11.10) und los geht's… oder? Bei Versuchen mit tiff-Dateien von xsane wollte Tesseract die Datei einfach nicht erkennen und stürzte mit Fehlermeldungen ("Can't read this image type:text_image.tiff" und anderen) ab. Eine Google-Suche lieferte die Lösung des Problems: Die Datei darf nicht die Endung .tiff, sondern nur .tif haben. Das habt ihr aber in Eurem Bericht nicht erwähnt, und xsane vergibt eben die Dateiendung .tiff!

Ich denke, ein Anfänger kann sich daran schon die Zähne aus beißen, denn wer vermutet das schon?

Stefan Fuhrmann

Weniger Installationsanleitungen

[01/2013] Ich beobachte schon seit Langem, dass häufig Artikel über die Installation einer neuen Linux-Version erscheinen, obwohl sich eigentlich alles von selbst erklärt, wenn man mal die DVD eingelegt hat. Das könnte also zukünftig kürzer sein.

Was ich aber vermisse, ist eine Anleitung, wie man ein System retten kann, wenn es nicht mehr booten will. Bei OpenSuse gibt es da ja die Option failsafe, die auf die Shell führt. Vielleicht könnten Sie da Neulingen mal Schritt für Schritt eine Rettungsaktion vorschlagen. Oft hilft es ja schon, wenn man sich richtig einloggt und (wenn man nicht mehr weiter kommt) die richtigen Befehle für einen "geordneten Rückzug" eingibt, ohne dass man die meist noch vorhandene Stabilität des Systems antastet. Für den mit Unix Vertrauten mögen das Binsenweisheiten sein, aber es geht eben auch um viele Neue, die wir für die Linux-Gemeinde gewinnen wollen.

Wolfgang Müller

EasyLinux: EasyLinux ist u. a. auch für Neueinsteiger gedacht, die keine älteren Ausgaben von EasyLinux verfügbar haben; darum gibt es zu jeder neuen Linux-Distribution auf DVD immer auch einen Installationsartikel, der keine Vorkenntnisse voraussetzt. Für Stammleser sind diese Artikel nur eingeschränkt nützlich, aber wir hoffen ja immer, mit der Zeitschrift auch bisherige Windows-Benutzer dazu zu bringen, Linux auszuprobieren.

Die Systemreparatur ist ein schwieriges Thema, weil es beliebig viele Möglichkeiten gibt, sich das System zu zerschießen, und entsprechend auch sehr viele Methoden für die Reparatur. Allein schon für Ihr Beispielproblem "nicht mehr booten" kann es diverse Ursachen geben, etwa einen überschriebenen Bootmanager, einen Fehler beim Update auf eine neuere Kernel-Version oder den Einbau einer zusätzlichen Festplatte.

Wir setzen hier mehr auf der Vorbeugen-Ansatz, so hatten wir im letzten Heft z. B. Tipps zum Distributions-Upgrade (und den Problemen, die dabei mit proprietären Grafikkartentreibern auftreten können). Ansonsten empfehlen wir regelmäßige Datensicherungen, damit nach einem Totalausfall die persönlichen Daten da sind, was Linux-Einsteigern eine Neuinstallation des Systems erlaubt.

Natürlich ist gerade bei Linux die Idee, bei einem Fehler neu zu installieren, merkwürdig, weil sich ein Linux-System viel besser als z. B. ein Windows-System reparieren lässt – aber dafür sind meist stark fortgeschrittene Kenntnisse nötig. In unseren normalen Artikeln (außerhalb der Shell-Tipps bzw. der Rubrik Guru-Training) verzichten wir ja auf den Einsatz von Shell-Befehlen, und wer mit der Konsole nicht umgehen kann, hat nur geringe Chancen, ein defektes System zu reparieren.

Hier hilft nur, zum Linux-Experten zu werden – die dafür nötigen Kenntnisse können wir aber in EasyLinux nicht vermitteln; mit unseren Shell-Themen bereiten wir den Boden für vertieftes Arbeiten mit den Kommandozeilen-Tools, was dann Anwender nach ausreichend Training auch langfristig in die Lage versetzt, solche Problemlösungen anzugehen.

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