Windows-Shares unter Linux nutzen

Die erste Aufgabe besteht üblicherweise darin, von einem Linux-Host auf die Dateien zuzugreifen, die auf einem Windows-Rechner liegen. Von Vorteil ist dabei die Tatsache, dass unter Windows 8 Freigaben für die wichtigsten Ordner ab Werk eingerichtet sind; dazu gehören beispielsweise auch die persönlichen Ordner der Benutzer. Eine fertige Windows 8-Installation mit angelegtem Benutzer ermöglicht diesem den Zugriff auf seine Dateien ohne weiteres Zutun, vorausgesetzt, dass eventuelle Heimnetzgruppen wie beschrieben deaktiviert sind. So klappt der einfache Zugriff unter OpenSuse und Kubuntu:

  1. Starten Sie den KDE-Dateimanager Dolphin und klicken Sie oben links auf Netzwerk.
  2. Wenn Sie die IP-Adresse Ihres Windows-PCs kennen, klicken Sie rechts auf den Eintrag Netzwerk unmittelbar unter der Icon-Leiste – es steht danach remote:/ in der Adresszeile.
  3. Geben Sie die Adresse smb://Benutzer@IP/Freigabe ein, wobei Sie Benutzer durch Ihren Windows-Benutzernamen ersetzen, die echte IP-Adresse des Zielsystems eingeben und statt Freigabe den Namen der Freigabe eintragen. Das könnte z. B. Users/Benutzer sein, wobei auch hier Benutzer wieder durch den tatsächlichen Benutzernamen zu ersetzen ist. Drücken Sie dann [Eingabe]. Geben Sie Ihr Windows-Benutzerpasswort ein, im Anschluss erscheint der Inhalt der Freigabe im Dolphin-Fenster.
  4. Falls Sie die IP-Adresse des Windows-Systems oder den Namen der Freigabe nicht kennen, können Sie in Schritt 2 alternativ auf Samba-Freigaben klicken. Dann erscheint die Liste der Arbeitsgruppen, die das System gefunden hat. Wählen Sie die Arbeitsgruppe aus, zu der der Windows-Rechner gehört (das ist in der Standardkonfiguration Workgroup) und klicken Sie dann auf den Hostnamen des Windows-Rechners.
  5. Geben Sie Ihr Benutzerkennwort an – danach können Sie per Mausklick zwischen den verschiedenen Freigaben des Windows-Systems navigieren. Wenn Sie das Dolphin-Fenster schließen, ist das System wieder im gleichen Zustand wie vor dem Prozedere. (Ein Einhängen der Freigabe in das lokale Dateisystem ist nicht erfolgt.)

Freigaben dauerhaft einbinden

Der Zugriff über den KDE-Dateimanager Dolphin bietet einige Vorteile: Er ist leicht zu realisieren und bedingt keine Konfigurationsarbeit. Allerdings birgt diese Vorgehensweise auch ein Problem: Der Zugriff geschieht "virtuell" nur innerhalb von Dolphin – andere Anwendungen bleiben außen vor. Das muss nicht sein: Samba-Freigaben können Sie auch "mounten", also direkt in das Dateisystem integrieren, so dass die dort verfügbaren Daten allen Tools zur Verfügung stehen. Das kleine Werkzeug smb4k bietet ein praktisches GUI, um solch ein Setup zu erreichen.

So sorgen Sie mit smb4k dafür, dass Samba-Shares wie lokale Partitionen verwendbar sind – die Anleitung gilt in gleicher Weise für OpenSuse und Ubuntu:

  1. Installieren Sie über die Paketverwaltung das Paket smb4k. Starten Sie smb4k danach über den gleichnamigen Eintrag im K-Menü.
  2. Klicken Sie im smb4k-Hauptfenster unten auf Netzwerkumgebung. Hier sollte ein Eintrag für die Arbeitsgruppe, zu der Ihr Windows-System gehört, bereits vorhanden sein. Klicken Sie doppelt darauf, um die Suche nach PCs in diesem Netzwerk anzustoßen.
  3. Klicken Sie auf den Namen Ihres Windows-Rechners und melden Sie sich dann mit Ihrem Windows-Benutzernamen und Passwort am Windows-Rechner an. Sie sehen eine Liste der verfügbaren Freigaben (Abbildung 3).

    Abbildung 3: Mit "smb4k" greifen Sie unter Linux auf Samba-Freigaben zu.
  4. Klicken Sie doppelt auf die Freigabe, die Sie lokal einbinden möchten. Im Anschluss fragt das System Sie nach dem Administratorkennwort, smb4k legt dann im Ordner smb4k in Ihrem Home-Verzeichnis einen Unterordner an und hängt die Freigabe dort ein (d. h., es mountet sie an diese Stelle).
  5. Ab sofort erscheint die Freigabe auch in der Seitenleiste von Dolphin, wo sie per Mausklick direkt zugänglich ist. Aus anderen Anwendungen greifen Sie auf die Dateien zu, indem Sie als Pfad /home/Benutzer/smb4k/Name angeben, wobei Benutzer durch Ihren Linux-Benutzernamen und Name durch den Namen der Freigabe zu ersetzen ist.

Einen Haken hat die Sache noch: Wenn Sie smb4k beenden und Ihr Linux-System neustarten, wäre nach dem Neustart die eingehängte Freigabe verschwunden. Das lässt sich durch eine Konfigurationsänderung von smb4k umgehen:

  1. Rufen Sie in smb4k den Menüpunkt Einstellungen / Smb4k einrichten auf und wählen Sie links den Eintrag Freigaben aus.
  2. Setzen Sie einen Haken bei Vormals benutzte Freigaben beim Programmstart wieder einbinden und klicken Sie auf OK.

Ab sofort aktiviert smb4k die Freigabe bei jedem Programmstart – wenn Sie smb4k zu einem Autostart-Objekt in Linux machen, stehen die Freigaben künftig nach jedem Login zur Verfügung.

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