Effizienter arbeiten mit Gimp

Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

Tipp: Muttermale, Hautflecken & Co. entfernen

Hautunreinheiten, kleine Verletzungen, Flecken und ähnlichen Dingen rücken Sie in Gimp mit dem Heilen-Werkzeug zu Leibe. Dieser Reparaturpinsel eignet sich ideal, wenn Sie keine größeren Veränderungen durchführen, sondern nur kleine Makel beheben möchten, denn das Werkzeug berücksichtigt die Struktur eines ausgewählten Bereichs. Sie aktivieren es über das Bildmenü Werkzeuge / Malwerkzeuge / Heilen oder die Taste [H]. Rufen Sie mit einem Doppelklick auf das Symbolbild die Werkzeugeinstellungen auf und konfigurieren Sie die Pinselspitze, Größe, Dynamik und Weiches Zeichnen.

Danach markieren Sie mit der Maus und gedrückter Strg-Taste den Bildbereich, dessen unschöne Stellen Sie kaschieren möchten. Der Mauszeiger erscheint nun als Fadenkreuzsymbol (Abbildung 1), und Sie führen nun Schritt für Schritt die Sanierungsarbeiten durch. Dazu klicken Sie einmal oder mehrmals mit der linken Maustaste auf die entsprechenden Stellen. Um die Arbeit zu erleichtern, experimentieren Sie mit den Pinselspitzen. Es kann sinnvoll sein, eine Spitze mit weichen Kanten zu wählen, die größer als der Reparaturbereich ist.

Abbildung 1

Abbildung 1: Mit Gimp führen Sie kleine Schönheitskorrekturen durch und verhelfen Fotomodellen zu einer porentief reinen Haut. Dabei unterstützt Sie das "Heilen"-Werkzeug.

Tipp: Pop-Art-Kunstwerke in Gimp erstellen

Mit Gimp gestalten Sie im Handumdrehen kreative Kunstwerke im Pop-Art-Stil, in leuchtenden Farben und mit Zeitungsdruck-Mustern. Die folgende Schritt-für-Schrittanleitung zeigt, wie's geht.

  1. Öffnen Sie das gewünschte Bild und erstellen Sie zwei Duplikate über das Bildmenü Ebene / Ebene duplizieren. Im Ebenenstapel sollten Sie das Ausgangsbild anschließend in dreifacher Ausführung sehen.
  2. Blenden Sie über einen Klick auf das Auge die beiden unteren Kopien aus und aktivieren Sie dann die oberste Ebene im Stapel. In dieser kehren Sie die Farben über das Bildmenü Farben / Invertieren um.
  3. Öffnen Sie den Dialog Gaußscher Weichzeichner über Filter / Weichzeichnen. Übernehmen Sie die Voreinstellung für den horizontalen und vertikalen Weichzeichnenradius (5) und bestätigen Sie über OK.
  4. Stellen Sie den Modus der Ebene über das gleichnamige Drop-down-Menü von Normal auf Abwedeln. Aktivieren Sie über das Auge die darunter liegende Ebene. Das Bild sollte nun wie eine Bleistiftzeichnung aussehen. Um die Kontraste der Kanten zu erhöhen, manipulieren Sie die Farbkurve (Farben / Kurven). Blenden Sie die Vorschau ein, um die Auswirkungen im Originalfoto zu sehen. Über OK bestätigen Sie die Änderungen.
  5. Fassen Sie die oberste Ebene im Stapel mit der darunter liegenden zusammen, indem Sie mit der rechten Maustaste darauf klicken und aus dem Kontextmenü Nach unten vereinen wählen.
  6. Jetzt entfernen Sie die Farben. Dazu öffnen Sie den Dialog Farbton / Sättigung aus dem Bildmenü Farben. Tragen Sie im Feld Sättigung den Wert -100 ein und bestätigen Sie mit OK. Kontrollieren Sie, dass der Ebenenmodus noch auf Abwedeln steht.
  7. Machen Sie die unterste Ebene per Klick auf das Auge sichtbar. Schieben Sie diese Ebene nun mit der Maus an die oberste Position. Als Modus suchen Sie aus dem Drop-down-Menü Überlagern aus.
  8. Legen Sie über die Tastenkombination [Umschalt]+[Strg]+[N] eine neue transparente Ebene an und schieben Sie sie mit der Maus an die zweite Stelle im Stapel. Als Modus wählen Sie Multiplikation aus. Das sorgt dafür, dass die Umrisszeichnung erhalten bleibt, wenn Sie Bereiche mit Farben ausmalen. Bei Bedarf können Sie natürlich weitere transparente Ebenen im Modus Multiplikation für die Malerarbeiten erzeugen. Das Ergebnis sollte wie in Abbildung 2 aussehen.

    Abbildung 2

    Abbildung 2: Setzen Sie den Ebenenmodus auf "Multiplikation", um die Umrisse der Zeichnung beim Ausmalen zu erhalten. Um die Übersicht zu verbessern, können Sie natürlich auch mehrere solcher Ebenen einrichten.

  9. Wenn Sie das Einfärben abgeschlossen haben, klicken Sie mit der Maus auf die oberste Ebene und rufen über Filter / Verzerren / Zeitungsdruck einen Filter auf, der die typischen Pop-Art-Strukturen erzeugt. Die Standardeinstellungen liefern bereits gute Ergebnisse. Optional passen Sie die Zellgröße im Bereich Auflösung an, um das Muster grober oder feiner zu gestalten (Abbildung 3).

    Abbildung 3

    Abbildung 3: Der Filter "Zeitungsdruck" rastert die Fotos und verpasst ihnen so den typischen Pop-Art-Look.

Tipp: Schärfe bis ins Detail

Möchten Sie verschwommene Fotos verbessern und nachträglich schärfen, nehmen Sie den Filter Unscharf maskieren aus dem Menü Filter / Verbessern zur Hilfe (Abbildung 4). Über die Schieberegler Radius, Menge und Schwellwert nehmen Sie die Feinjustierungen vor. Je nach Einstellung verschärfen Sie die Kanten im Bild, ohne jedoch den Bildkontrast zu steigern.

Abbildung 4

Abbildung 4: Sehr unscharfe Bilder schärfen Sie mehrmals nacheinander und experimentieren vorsichtig mit den Reglern "Radius", "Menge" und "Schwellwert".

Dabei legt Radius fest, wie viele Pixel das Zeichenprogramm im Schärfeumfeld in die Kontrasterhöhung einrechnet. Die Skala reicht von 0,1 bis 500. Ein hoher Radiuswert wirkt allerdings unnatürlich. Menge regelt die Stärke der Schärfung. Hier wählen Sie einen Wert zwischen 0,0 und 10.0. Auch hier sorgt ein zu hoher Wert dafür, dass das Ergebnis übertrieben wirkt. Mittels Schwellwert definieren Sie, wie unterschiedlich die Farben zweier Pixel sind und schärfen diese so, dass Gimp sie als Kanten betrachtet. Hier dürfen Sie einen Wert zwischen 0 und 255 aussuchen. So schützen Sie ähnliche Farben oder gleichmäßige Farbverläufe vor dem Schärfen.

Da sich die drei Faktoren gegenseitig beeinflussen, sollten Sie sich langsam herantasten und die Einstellungen nach und nach verändern. Die Vorschau im Dialog bietet Ihnen einen ersten Eindruck. Geringe Unschärfe im Bild beheben Sie beispielsweise mit einem kleinen Radius (Werte unter 10), einem moderaten Schwellwert von maximal 20 und einer Menge von weniger als 1,5. Einen allgemeingültigen Standard gibt es allerdings nicht, so dass Sie für die meisten Bilder eigene Lösungen finden müssen. Entspricht das Ergebnis Ihren Wünschen, schließen Sie den Vorgang über Klick auf OK ab.

Tipp: Gezielt Unschärfe einsetzen

Nachdem Sie im vorigen Tipps gelernt haben, wie Sie verschwommene Fotos schärfen, zeigen wir nun, wie Sie Unschärfe gezielt als Effektmittel verwenden und so Bildern nachträglich eine geringe Tiefenschärfe (auch Schärfentiefe genannt) geben. Das kann sinnvoll sein, um bestimmte Motive besonders hervorzuheben.

In der Fotografie kommt die Methode beispielsweise bei Makro- oder Portraitaufnahmen zum Einsatz. Dabei erscheint der Hintergrund möglichst unscharf, und der Fokus liegt somit auf dem Objekt oder einer Person im Vordergrund. Haben Sie dies bei der Aufnahme nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt, bearbeiten Sie das Foto einfach in Gimp:

  1. Öffnen Sie das Bild und aktivieren Sie im Werkzeugkasten die Freie Auswahl (Taste [F]). Überprüfen Sie in den Einstellungen des Werkzeugs, dass bei Modus die Optionen Aktuelle Auswahl ersetzen und Kanten glätten aktiviert sind. Um einen fließenden Übergang des geplanten Unschärfebereichs zu erzeugen, wählen Sie zusätzlich Kanten ausblenden und stellen hier einen Radius zwischen 10 und 15 % ein.
  2. Malen Sie einen Umriss um das Motiv, das Sie gerne hervorheben möchten. Danach drehen Sie das Ganze über Auswahl / Invertieren um, da Sie ja den umliegenden Bereich unschärfer machen wollen.
  3. Rufen Sie nun aus dem Menü Filter / Weichzeichnen / Weichzeichnen auf. Gimp wendet den Filter direkt und ohne Einstellungsmöglichkeiten auf den markierten Bereich an.

Sollte die Weichzeichnung zu moderat ausfallen, probieren Sie es mit dem Filter Gaußscher Weichzeichner, der Möglichkeiten zur Justierung bietet. Im entsprechenden Dialogfenster legen Sie die Stärke der Weichzeichnung von Hand fest. Experimentieren Sie ruhig mit den Radiuseinstellungen, bis das Ergebnis Ihnen gefällt.

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