Nahtloser Modus

Wie im vorigen Abschnitt erwähnt, bieten beide Systeme einen "nahtlosen Modus" an, der aber in jedem Fall die Installation der Gasterweiterungen erfordert. Ist dieser Modus aktiviert, erscheinen im Gast gestartete Programme herausgelöst aus dessen Desktop direkt in der Umgebung des Wirts. Um diese Funktion unter VMware zu aktivieren, genügt es, im Menü View den Eintrag Unity auszuwählen. Recht ähnlich funktioniert der nahtlose Modus von VirtualBox. Ihn aktivieren Sie bei laufendem Gastsystem über Anzeige / Nahtlosen Modus einschalten oder die Tastenkombination [Strg]+[L] (mit der rechten Strg-Taste).

Mit Windows 7 und älteren Versionen funktioniert dieses Feature in beiden Virtualisierern sehr gut, Windows 8 nutzt aber standardmäßig nicht mehr den Desktop, sondern die neue Kacheloberfläche – wenn Sie hier unter VirtualBox in den nahtlosen Modus wechseln, wird das Windows-System unbedienbar. Da es im Desktop-Modus von Windows 8 kein Startmenü mehr gibt, sind damit auch keine Programmaufrufe mehr möglich. Für Windows 8 ist der nahtlose Modus von VirtualBox darum in der aktuellen Version unbrauchbar.

Nutzen Sie den nahtlosen Modus Unity von VMware, schaltet das Programm in die Vollbildansicht, sobald Sie die Kacheloberfläche aktivieren. Wenn Sie dann wieder auf den Desktop zurück wechseln, erscheinen die Windows-Fenster auf dem Linux-Desktop. Außerdem blendet VMware nicht die (bei Windows 8 nutzlose) Startleiste ein, sondern erzeugt links oben ein eigenes Menü: Darüber können Sie auch unter Windows 8 die installierten Programme aufrufen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Über den nahtlosen Modus (Unity) von VMware Workstation erhalten Windows-8-Anwender sogar wieder ein brauchbares Startmenü – der Windows-Desktop hat es abgeschafft. Auf diesem OpenSuse-Desktop liegen zwei Windows-Explorer-Fenster.

Datenaustausch

Beim Datentausch punktet VMware mit einem wichtigen Feature: Es erlaubt das Kopieren von Dateien per Drag & Drop zwischen Gast und Wirt. So ziehen Sie Dateien beispielsweise einfach aus dem geöffneten Windows-Datei-Explorer auf den Desktop des Wirts oder umgekehrt aus Dolphin in den Windows-Explorer.

Eine weitere Möglichkeit des Datenaustausches bieten beide Programme mithilfe von gemeinsamen Ordnern. Unter VMware wechseln Sie dafür in den Settings zu den Options und darin in den Reiter Shared Folders. Hier aktivieren Sie zum einen die Funktion, zum anderen legen Sie fest, welche Verzeichnisse Sie im Gastsystem freigeben möchten.

Unter VirtualBox erreichen Sie die Einstellungen im Konfigurationsfenster des Gastes unter Gemeinsame Ordner. Beide Systeme binden die freigegebenen Verzeichnisse im Gast als Netzwerklaufwerk ein. Der Datenaustausch funktionierte problemlos.

Eine weitere Möglichkeit des Datenaustausches, die beide Systeme unterstützen, ist der Zugriff auf externe Datenträger, wie etwa USB-Sticks oder Wechselfestplatten. Unter VMware Workstation genügt es, den fraglichen Datenträger im laufenden Betrieb des Gastes einzustecken. Daraufhin erscheint eine Meldung, die darauf hinweist, dass er im System eingebunden werden könne. Haben Sie das Medium zuvor schon im Wirt gemountet, hängt VMware es aus und mountet es danach im Gast neu.

Ähnlich unkompliziert funktioniert prinzipiell das Einbinden der USB-Geräte unter VirtualBox. Ein Icon am Fuß des Gastsystems weist auf das angeschlossene Gerät hin. Klicken Sie es mit der rechten Maustaste an und aktivieren die Checkbox vor dem gewünschten Eintrag, hängt VirtualBox das Gerät im Gast ein; unter Linux ist es solange nicht mehr nutzbar. Beim Test mit OpenSuse 12.2 erkannte das Gastsystem allerdings einen angeschlossenen und für das Gast-Windows freigegebenen USB-Stick nicht.

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