Neue Software

Software

28.12.2012
Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise. (Teil 2/2)

LiVES – Videoeditor (nicht nur) für Performance-Künstler

Der in Ausgabe 3/2012 vorgestellte Videoeditor Kdenlive [1] bestach durch eine ausgefeilte Benutzeroberfläche. Das kann man von LiVES [2], einem Programm mit vergleichbarem Leistungsumfang, nicht behaupten. Dennoch bietet das Tool so viele nützliche Funktionen, dass sich ein Blick darauf lohnt.

Nutzloses Bling Bling: Zwischen dem oberen Fensterdrittel und dem Hauptwerkzeug eines jeden Videoeditors, der Zeitleiste, liegt ein bunter, aber funktionsloser symbolischer Videostreifen mit den Buchstaben "LIVES". Das untere Drittel des Fensters belegt ein Textfenster mit Log-Meldungen, die im Fehlerfall nützlich sein mögen, jedoch allzu sehr von der Arbeit ablenken (Abbildung #).

Abb. #: Ein Klick auf "Expanded View" befreit das LiVES-Fenster von gleichermaßen störenden wie nutzlosen Fensterabschnitten.

Ein Klick auf den Button Expanded View oder [D] verbirgt den Videostreifen und das Textfenster; damit wirkt die Programmoberfläche deutlich aufgeräumter.

LiVES benötigt den Videoabspielprogramm Mplayer, den das Paket aber automatisch als Abhängigkeit von der Heft-DVD mit installiert. Um alle Effekte nutzen zu können, richten Sie noch das Plugin-Paket mit dem eigentümlichen Namen "frei0r" ein.

Zwei Seelen

Beim Start fragt das Programm nach einem Verzeichnis für temporäre Dateien, die schnell auf etliche GByte anwachsen. Bei der folgenden Frage nach dem Audiosystem ist für die meisten Benutzer pulse audio player die richtige Wahl. Als letzten Schritt entscheiden Sie, ob LiVES im Single-Track-Modus (Clip Edit) oder als Multitrack-Editor starten soll. Sie dürfen nach dem Start jederzeit zwischen den Programmzuständen umschalten.

Im Single-Track-Modus beschneiden Sie einzelne Videodateien, im Multitrack-Modus montieren Sie mehrere Video- und Auditracks zu einem Clip zusammen. Das Programm bringt etwa 15 Übergangseffekte für das Ein- und Ausblenden und 90 normale Videoeffekte mit. Ein Colorselect-Filter, mit dem sich die Aufnahme eines Nachrichtensprechers vor einer blauen Wand in eine beliebige Kulisse montieren lässt, ist allerdings nicht dabei.

Alles LiVE(S)

In Punkto Bedienungskomfort kann LiVES nicht mit dem viel handlicheren Kdenlive mithalten, doch dafür punktet das Programm mit einigen Alleinstellungsmerkmalen: Zum Beispiel das Ladan von Youtube-Clips direkt in das Projekt. Voraussetzung für letzteres ist das Kommandozeilenprogramm Youtube-dl, das sowohl OpenSuse als auch Kubuntu mitbringen. Sehr praktisch wäre auch der Import direkt von DVD – allerdings hat er im Test nicht funktioniert. Darüber hinaus zapft LiVES auf Wunsch Firewire-Kameras und Videokarten an.

Ganz besonders zeichnet sich die Software durch seine Funktionen für Video-Jokeys (besser bekannt als Video-Performance-Künstler) im Menü VJ aus: Im Single-Track-Modus fügt LiVES während des Abspielens in Echtzeit Videoeffekte hinzu. Offensichtlich verdankt das Programm dieser Funktion sogar seinen Namen. Standardmäßig sind die Tasten [Strg]+[1] bis [Strg]+[9] dafür vorbelegt, [Strg]+[0] schaltet alle Effekte aus. Für eindrucksvolle Live-Performances bindet das Programm sogar einen Joystick und ein Midi-Keyboard für die Steuerung der Videowiedergabe und der Effekte ein.

Der Dirigent heißt Jack

Da bei Live-Performances Bild und Ton meist eine Einheit bilden, synchronisiert die Software seine Wiedergabe außerdem auf Wunsch mit dem Soundserver Jack. So gelingt es, Video und Audiosignale aus fast allen Musikprogrammen (Sequencern wie Rosegarden [3], Wave-Editoren wie Audacity [4] oder Drum-Computern wie Hydrogen [5]) auf die Zehntelsekunde genau mit dem Bild synchron zu halten.

Das ist nicht nur bei Performances nützlich: Auch beim Erstellen eines Musikvideos ist es ein großer Vorteil, wenn Sequencer, Drumcomputer und Videoeditor per Jack-Synchronisation quasi live zusammenspielen, denn dann lassen sich in allen drei Programmen jederzeit Einzelheiten anpassen. Andere Videoeditoren erfordern es dagegen, den ganzen Audiotrack vor der Arbeit am Videoclip in eine nicht mehr veränderbare Wave-Datei abzumixen.

Die Redaktion meint

Ein bisschen Politur an der Oberfläche könnte dem Videoeditor LiVES nichts schaden. Allerdings besitzt das Programm mit seinen Live-Videoeffekten für Performance-Künstler und der Jack-Audio-Synchronisation ein bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Kid3 – Audio-Tag-Editor mit Internet-Anbindung

Drei Dinge machen eine übersichtliche Musiksammlung aus: Vollständiges Tagging der Dateien, einheitlich Dateinamen sowie eine konsistente Gruppierung der Dateien in Unterordnern. Der Audio-Tag-Editor Kid3 schafft per Knopfdruck auf allen diesen Ebenen Ordnung.

Schon in der letzten Ausgabe der Software-News war das Anreichern der in Musikdateien gespeicherten Infos wie Künstler-, Band-, oder Albumname mit Informationen aus dem Internet Thema. Die damals vorgestellte Software Datacrow [1] erwies sich als sehr leistungsfähig, aber etwas sperrig in der Bedienung. Die Benutzeroberfläche von Kid3 (Abbildung #) [2], einem Tag-Editor für die Formate MP3, Ogg/Vorbis, FLAC, MPC, APE, MP4/AAC, MP2, Speex, TrueAudio, WavPack, WMA, WAV und AIFF, ist dagegen sehr übersichtlich gestaltet.

Abb. #: Der Tag-Editor hat hier die Tags eines Musikstücks aus Dateiname und Orderstruktur erschlossen. Der umgekehrte Weg, das Benennen der Dateien nach den eingebettetem Tags funktioniert ebenso gut. Sind die Informationen unvollständig, ersparen Online-Dienste das manuelle Eingeben.

Das Programm ist durchgängig und fehlerfrei deutsch lokalisiert, auch ein deutsches Handbuch lässt sich unter Hilfe / Handbuch zu Kid3 aufrufen. Die Hilfe-Buttons in den Dialogfeldern führen direkt zu den passenden Handbuchkapiteln.

Keine Einbahnstraße

Kid3 passt entweder die Dateinamen den eingebetteten Tags an oder erzeugt Tags aus dem Dateinamen. Der Arbeitsablauf ist einfach: Öffnen Sie mit dem Menü Datei einzelne Musikdateien oder Verzeichnisse. Wählen Sie in der Dateiliste links eine Musikdatei aus. Enthält die Musikdatei bereits eingebettete Informationen (Tags) zu Album, Künstler oder Genre, so zeigt Kid3 diese in den Feldern Tag 1 und Tag 2 an.

Dass die eingebetteten Informationen manchmal, vor allem bei MP3-Dateien, zwei Mal erscheinen, liegt daran, dass ein älterer und ein neuerer Standard zum Einbetten der Tags existiert. Viele Musikdateien enthalten daher aus Kompatibiltätsgründen zwei Tag-Sätze. Falls einer der Sätze vollständigere Daten enthält, so kopieren Sie die Einträge mit dem Button Von Tag 1 nach Tag 2, mit Von Tag 2 in die andere Richtung.

Wie in fast jedem Tag-Editor dürfen Sie in Kid3 die Felder, für die mehrere Songs den gleichen Inhalt teilen, in einem Arbeitsschritt editieren. Wählen Sie alle Dateien eines Albums und bearbeiten Sie die Felder Album, Interpret und Stil, dann überträgt die Software die Änderungen auf alle Dateien.

Dienstbare Geister

Fehlen die Tags ganz oder zum Teil, versuchen Sie zuerst, ob die in Kid3 verfügbaren Online-Dienste TrackType.org, Discogs, Amazon, MusicBrainz-Album oder MusicBrainz-Fingerprint Ihnen das Eintippen ersparen. Markieren Sie dazu die Dateien eines Albums in der Dateiliste und wählen sie einen Dienst unter Datei / Importieren. In die beiden Textfelder links neben dem Suchen-Button im sich öffnenden Dialog gehören Internet und Albumname.

Wählen Sie, sofern die Suche erfolgreich war, einen Treffer in der Liste weiter unten aus. Sie gelangen dann in das Importieren-Dialogfeld, das eine Vorschau zeigt, welche Werte die Online-Suche für die Tags jedes einzelnen Musikstücks ergab. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, übernehmen Sie die Werte mit OK, oder klicken Sie auf Abbrechen und versuchen es mit einem anderen Online-Dienst.

Besonders zuverlässig arbeitet die Online-Datenquelle MusicBrainz-Fingerprint, die einen akustischen Fingerabdruck für die Suche an den Server sendet. So lassen sich sogar Daten zu Musikstücken ermitteln, von denen Sie weder Interpret oder Albumname kennen.

Form und Inhalt im Einklang

Die dritte Haupfunktion der Software neben dem manuellen Tag-Editor und dem Anzapfen der Webdienste ist die Synchronisation von Dateiname und den in den Tags eingebetteten Informationen: Jeder Musikdienst setzt Künstler, Album und Stückname anderes zu einem Dateinamen zusammen. Wer seine Vinylscheiben-Sammlung digitalisiert hat, hat die Stücke vielleicht erst einmal nach einem Schema wie Genre/Künstler/Album/Stückname.flac im Dateisystem abgelegt und sich um die Tags nicht weiter gekümmert. Damit funktioniert das Abspielen auf dem Computer ganz gut, doch der Android-Player auf dem Handy wählt die Musikstücke ausschließlich auf Basis der Tags aus.

Die beiden Format-Textfelder oberhalb des Tag-Editors verarbeiten Steuerzeichen der Form %{tagname}. Das Feld mit dem Pfeil nach oben lädt Informationen aus den Tags in das Dateisystem "hoch", das mit dem Pfeil nach unten lädt sie dagegen aus dem Dateinamen "herunter" in die Tags der Musikstücke.

Alle Steuerzeichen zeigt ein Popup, dass sich beim Berühren der Felder mit der Maus öffnet. Beim Analysieren des Dateinamens tragen Sie Leerzeichen oder Bindestriche zwischen die Steuerzeichen genau so ein, wie sie im Dateinamen vorkommen. Von: Tag 1 oder Von: Tag 2 erzeugt einen neuen Dateinamen aus Tagsatz 1 oder 2. Mit Extras / Verzeichniss umbenennen erzeugt Kid3 Verzeichnishierarchien, zum Beispiel nach dem Schema Genre/Künstler/Album.

Die Redaktion meint

Der Tag-Editor für Musikdateien Kid3 bündelt viel Leistung unter einer übersichtlichen Programmoberfläche. Wer eingebettet Tags und Dateinamen in Einklang bringen möchte, schafft dies mit diesem Programm in wenigen Mausklicks. Zahlreiche Online-Datenquellen ersparen in vielen Fällen das Eintippen von Band-, Albumname und Titel.

Bewertung

5 von 5 Sternen

Sentinella – Desktop-Monitoring-Programm

Viele Zeitgenossen finden kaum etwas herausfordernder als Warten. Ein bisschen leichter fällt es mit Sentinella, das Netzwerk und CPU des Rechners überwacht und Bescheid gibt, wenn ein Download oder eine Rechenaufgabe abgeschlossen sind. Auf Wunsch fährt es auch gleich den Rechner herunter.

Zeitersparnis nennen die Entwickler als wichtigsten Nutzeffekt ihrer Desktop-Überwachungssoftware Sentinella [1]. Sie spielen darauf an, dass der Nutzer, solange ein Vorgang wie ein Download oder das Komprimieren eines Videos auf dem Rechner läuft, doch meist gebannt auf den Fortschrittsbalken blickt, obwohl er eigentlich Besseres zu tun hätte. Aber bei den meisten Anwendungen bekommt der Benutzer eben nicht gleich mit, wenn ein Vorgang endet während sich das Fenster im Hintergrund befindet.

Sentinella überwacht die Systemzustände CPU-Auslastung, verwendeter Speicher und Netzverkehr. Unter- oder überschreitet einer dieser Werte einen einstellbaren Grenzwert für eine ebenfalls konfigurierbare Zeitspanne, so löst dies eine Aktion aus. Dabei kann es sich um einen einfachen Alarmton handeln, der zum Beispiel ertönt, wenn ein CPU-Intensiver Arbeitsschritt oder der Download einer großen Datei abgeschlossen ist.

Einfach mal abschalten

Die Software kann auch den Rechner herunterfahren, in den Bereitschafts- oder Suspend-Modus versetzen, einen beliebigen Konsolenbefehl ausführen oder ein Programm beenden, wenn eine festgelegte Bedingung eintritt. Für das Beenden eines Programms wählen Sie dieses mit Hilfe des praktischen KDE-Taskmanagers aus (Abbildung #). Zumindest bei grafischen Programmen zeigt dieser das zum Programm gehörige Icon an, sodass Sie das zu beendende Programm schnell finden. Wenn das nicht reicht, tippen Sie den Beginn des Programmnamens in die Schnellsuchleiste ein.

Abb. #: Sentinella überwacht CPU- und Netzlast sowie die Speicherbelegung. Damit kriegt das Programm das Ende von rechenintensiven Prozessen oder Downloads recht zuverlässig mit.

Mit Hilfe des KDE-Taskmanagers wählen Sie auch Programme, deren Beenden eine Aktion auslösen soll. Beispielsweise überwachen Sie so, ob das Mailprogramm noch läuft und starten es automatisch neu, wenn es abstürzen sollte.

Bei Konsolenprogrammen bedeutet das Beenden des Programms keinen Absturz, sondern dass die Software ihre Aufgabe beendet hat. Der KDE-Taskmanager zeigt Konsolen-Prozesse ebenso an wie normale Desktop-Programme, sie lassen sich also ebenfalls als Basis für Sentinella-Aktionen auswählen. Endet zum Beispiel ein Ffmepg-Prozess, so ist das Komprimieren eines Videos entweder abgeschlossen oder fehlgeschlagen. Auf jeden Fall arbeitet die Software ohne Eingreifen des Anwenders nicht weiter, Sentinella darf daher den Rechner herunterfahren.

Indizienbeweis

Bei grafischen Programmen gibt es keinen so untrüglichen Hinweis, dass eine Aufgabe beendet ist. Wenigstens bei rechenintensiven Vorgängen ist es ein halbwegs verlässliches Indiz, wenn die Systemlast über einen gewissen Zeitraum die von der Desktopumgebung verursachte Grundlast nicht mehr übersteigt.

Das KDE-Programm Ksysguard oder die Gnome-Anwendung Gnome-System-Monitor helfen dabei, die Größe dieses Hintergrundrauschens herauszufinden, sodass Sie den Auslöser in Sentinella auf einige Prozent darüber ansetzen können. Die Wartezeit bis zum Auslösen der Aktion sollten Sie nicht zu gering auswählen, denn während Programme Daten zwischenspeichern, verursachen sie ebenfalls für einige Sekunden eine geringere CPU-Last, obwohl sie ihre Aufgabe noch nicht erledigt haben.

Auch Downloads aus dem Internet stocken manchmal für ein paar Minuten und laufen danach zügig weiter. Sie sollten den Rechner daher erst herunterfahren, wenn sich mindestens zehn Minuten nichts mehr tut. Wenn sich das Ende eines Prozesses weder aus Speicherbelegung, CPU-Last oder Netzverkehr zuverlässig erschließen lässt, so bleibt in Sentinella noch die Uhrzeit als Auslöser.

Ohne Risiko kein Gewinn

Es ist klar, dass das automatisierte Herunterfahren des Rechners oder Beenden eines Programms immer das Risiko eines Datenverlustes birgt: Was vor dem Beenden nicht auf der Festplatte gespeichert ist, geht verloren. Die Gefahr, dass die Software das ganze System beschädigt, besteht allerdings nicht: Das Programm beendet KDE, Gnome oder LXDE genau so geordnet, wie beim manuellen Abmelden.

Manche KDE-Programme melden der Desktopumgebung, dass ungesicherte Daten vorliegen und unterbinden damit das Abmelden. Wenn der Haken für Erzwingen bei den Aktionen Herunterfahren und Neustarten gesetzt ist, bricht Sentinella die Aktion auch dann ab.

Die Redaktion meint

Für eine Desktop-Monitoring-Software wie Sentinella gibt es viele praktische Anwendungsfälle: So spart es zum Beispiel Strom, wenn der Rechner nach Abschluss einer lang dauernden Videokomprimierung oder eines Downloads automatisch herunter fährt. Mit Hilfe von Obergrenzen für die Ressourcenauslastung beendet Sentinella Programme, bevor sie das ganze System lahmlegen.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Soundconverter – einfach zu bedienender Audio-Konverter

Das Audioformat Ogg ist besser als MP3, doch der neue Opus-Codec legt beim Verhältnis Qualität/Dateigröße noch ein Quäntchen drauf. Soundconverter komprimiert in alle diese Formate und zusätzlich in das verlustfreie Flac. Mit unkomprimierten Wave-Dateien geht die Software natürlich auch um.

MP3, Ogg, Flac, Opus und unkomprimierte Wav-Dateien: Auch bei Musikdateien gibt es inzwischen unübersichtlich viele Dateiformate. Ogg komprimiert besser als MP3, dafür spielen es die wenigsten MP3-Player ab. Flac-Dateien klingen genau wie das Original (verlustfreie Komprimierung), doch sie sind deutlich größer als MP3s. Der erst seit Sommer fertige Opus-Standard bietet das mit Abstand beste Verhältnis von Dateigröße und Klang.

Es gibt also einige Gründe, warum man in der Praxis mehrere Audio-Dateiformate braucht. Soundconverter (Abbildung #) [1] ist eine schlicht gehaltene Anwendung, die Audio-Dateien zwischen den genannten Formaten umwandelt. Wählen Sie unter Edit / Einstellungen das Zielformat und die Klangqualität. Dann brauchen Sie nur noch die zu konvertierenden Dateien öffnen und auf Umwandeln klicken.

Abbildung 1: Alle wichtigen Funktionen, keine zu viel: Soundconverter wandelt in und aus den Formaten MP3, Ogg, Flac und Wav. Seit der letzten Version kennt es auch den neuesten und leistungsfähigsten Codec Opus.

Platzwahl

In der Standardeinstellung behält die Software Speicherort und Dateiname des Originals bis auf die neue Dateiendung bei. Ist der Haken bei Delete original File gesetzt, löscht das Programm die Ausgangsdatei. Statt den ursprünglichen Dateinamen zu verwenden, erzeugt Soundconverter auf Wunsch auch einen neuen aus den in die Musikdatei eingebetteten Tags.

Wer die konvertierten Dateien nicht im ursprünglichen Verzeichnis ablegen möchte, wählt in den Einstellungen einen anderen Ordner aus. Auf Wunsch erstellt die Software automatisch Unterordner, welche die Dateien zum Beispiel nach Album oder Interpret gruppiert. Wie beim Dateinamen dürfen auch dabei alle weiteren Tags, wie zum Beispiel das Erscheinungsjahr zum Einsatz kommen.

Wählen Sie unter How to name Files den Eintrag Benutzerdefiniertes Dateinamenschema aus. Wenn Sie den Mauszeiger über das Feld Filename pattern bewegen, zeigt Soundconverter alle verfügbaren Platzhalter wie {Track} oder {Title} an, die Sie dann zum gewünschten Pfad und Dateinamen kombinieren.

Eine Frage des Formats

Da Sie nun mit einem Mausklick sämtliche Dateien in die fünf gängigen Audio-Dateiformate verwandeln können, bleibt nur noch die Qual der Wahl des richtigen Formats. Bis auf Wav (unkomprimiert) und Flac (verlustfrei komprimiert) handelt es sich bei den angesprochenen Dateiformaten um verlustbehaftete Komprimierung, bei der für das Ohr schwer wahrnehmbare Klangkomponenten verloren gehen, was dafür die Dateigröße um den Faktor 20 oder mehr verringert. Je nach gewählter Bitrate ist der Qualitätsverlust mehr oder weniger hörbar, bei guten Komprimierungsverfahren (Ogg oder Opus) und ausreichender Qualitätseinstellung aber nur mit teuren Kopfhörern zu ermitteln.

Solange noch genug Platz auf der Platte zur Verfügung steht, ist Flac das beste Format, das bei einer Platzeinsparung um die 50 Prozent den Originalklang unverändert konserviert. Flac-Dateien lassen sich daher nachträglich immer noch ohne zusätzliche Abstriche in wesentlich kleinere Dateien mit verlustbehafteter Komprimierung (MP3, Ogg und Opus) umwandeln. Bei vielen Dateien dauert dieser Vorgang ein Weile, doch Soundconverter müssen Sie dabei nicht überwachen.

Eine erneute Komprimierung bereits verlustbehaftet komprimierter Dateien führt dagegen immer zu weiteren Qualitätseinbußen, egal, welchen Codec (Kurzform für Encoder/Decoder) und welche Qualitätseinstellung sie verwenden. Nur in Ausnahmefällen erscheint es daher sinnvoll, bereits komprimierte Dateien noch einmal zu komprimieren: Wenn der MP3-Player Ogg-Musikdateien nicht abspielt, bleibt ihnen schließlich nichts anderes übrig.

Quantensprung

Verlustbehaftetes Komprimieren basiert auf komplexen Modellen des menschlichen Ohrs. Diese, und damit auch die Komprimierungsverfahren, wurden seit Aufkommen des MP3-Formats im Jahr 1992 wesentlich verfeinert. Der nagelneue Opus-Standard stellt einen großen Qualitätssprung beim Verhältnis von Dateigröße und Klangqualität dar.

Die Redaktion meint

Mit Soundconverter in der neuesten Version nutzen Sie bereits das leistungsfähige Opus-Format für Audiodateien. Der Opus-Codec (libopus0) liegt ebenfalls als Paket bei.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Galculator – Erweiterbarer Bildschirm-Taschenrechner

Auch heute weiß noch jeder, wie ein Taschenrechner funktioniert. Galculator ist die wohl beste Taschenrechner-Software – schon weil sie einen Modus integriert, der den klassischen Taschenrechner hinter sich lässt und die umständlichen Mausklicks auf die Tasten erspart.

Inzwischen liegt der gute, alte Taschenrechner bei den meisten Computer-Anwendern vergessen in einer Schublade. Wenn er dann doch einmal gebraucht wird, zum Beispiel um ein paar Sinus-Werte oder Quadratwurzeln zu berechnen, sind nicht selten die Batterien entladen.

Ein alter Bekannter

Galculator (Abbbildung #) [1] holt die altbekannte Taschenrechnerfunktionalität und -optik auf den Computer-Desktop. Natürlich sind Tabellenkalkulationen wie LibreOffice Calc für Rechnungen mit vielen Posten besser geeignet, als ein Taschenrechner mit seinem auf eine Zahl beschränkten Display. Doch für ein paar einfache Rechnungen fühlt sich seine gewohnte, simple Bedienung immer noch unübertroffen intuitiv an.

Abb. #: Taschenrechner-Emulationen wie Galculator sind viel einfacher zu bedienen als Tabellenkalkulationen. Darum nutzen sie viele Computeranwender gerne für Berechnungen mit einer begrenzten Anzahl an Faktoren.

Das Programm kennt drei Modi. Die einfache Ansicht (Ansicht / Standard Modus) präsentiert die Grundrechenarten, die Quadratwurzel ist schon das höchste der Gefühle. Mit Ansicht / Wissenschaftlicher Modus wechselt die Anwendung in den wissenschaftlichen Rechnermodus. Dort stehen trigonometrische Funktionen, Logarithmus, Fakultät und alle weiteren für wissenschaftliche Taschenrechner gebräuchlichen Rechenarten bereit.

Der wissenschaftliche Modus versteht neben dem dezimalen das hexadezimale, oktale und binäre Zahlensystem. Auch die Winkeleingabe in klassischen Grad, Winkelmaß und Neugrad unterstützt das Programm. Bitweise Logikfunktionen gibt es ebenfalls.

Zwar lassen sich Zahlen und die Grundrechenarten direkt über die Computertastatur eingeben. Für alle anderen Rechenfunktionen müssen Sie mit der Maus auf eine Taste im Programmfenster klicken. Das ist umständlich und fehlerträchtig.

Computergerecht

Der Notationsmodus Formeleingabe durchbricht daher die Taschenrechner-Metapher mit einer Eingabezeile, in die Sie Formeln wie sqrt(sin(4.8)+5) am Stück mit der Computertastatur eintippen. Wenn Sie die Abkürzungen für die wissenschaftlichen Rechenfunktionen noch nicht kennen, dürfen Sie für den Anfang zusätzlich die Taschenrechner-Tastatur benutzen.

In seinem dritten Ansicht-Modus Paper Mode löst sich Galculator ganz vom anschaulichen, aber umständlich zu bedienenden Konzept, einen Taschenrechner optisch nachzubilden: Hier gibt es nur noch die Eingabezeile aus dem Formeleingabe-Modus. Der beim Ausblenden der Taschenrechnertastatur freigewordene Platz im Anzeigefenster dient nun zur Anzeige der bisher ausgeführten Berechnungen (Abbbildung #), die sich so auch noch nachträglich auf Fehler prüfen lassen.

Abb. #: Galculator kann auch anders: Im "Paper Mode" tippen Sie eine ganze Formel ausschließlich mit der Computer-Tastatur ein. "Taschenrechner" kann man das nicht mehr nennen, doch auf dem Computer geht die Arbeit so viel schneller von der Hand.

Sowohl die bereits eingegebenen Formeln als auch deren Ergebnisse lassen sich mit einem Doppelklick in die Eingabezeile zurückholen. Allerdings ist danach die Eingabezeile erst nach einem weiteren Mausklick darauf aktiv, so dass Kolonnenrechnungen in diesem Modus zur Sysiphus-Aufgabe geraten.

Ausbaufähig

Wem der mitgelieferte Funktionsumfang nicht genügt, definiert unter Einstellungen eigene Funktionen und Konstanten. Diese erreichen Sie dann im wissenschaftlichen Modus über die Tasten kon und fun mit Hilfe eines Dropdown-Felds. Auch der Formeleingabe-Modus versteht die benutzerdefinierten Erweiterungen. Den Wechsel zwischen den Modi, Winkeleinheiten, Zahlen-, und Notationssystemen beschleunigt Galculator mit Tastatur-Shortcuts, die Sie auch in den Menüpunkten finden.

Die Redaktion meint

Ein moderner Computerprozessor läuft mit der für einen Taschenrechner geforderten Rechenleistung bestimmt nicht heiß. Dennoch ist der antiquierte Hardware-Taschenrechner für kleinere Berechnungen nach wie vor handlich – auch, wenn es sich dabei um ein Computerprogramm handelt, das Optik und Funktion auf dem Bildschirm nachstellt.

Galculator hat der Redaktion besser gefallen, als das KDE-Pendant Kcalc [2]: Es lässt sich um eigene Rechenfunktionen und Konstanten erweitern. Der Formeleingabe-Modus ist ein praktisches Mittelding zwischen einer Tabellenkalkulationen und den für die Computertastatur nur bedingt geeignete Taschenrechner-Nachbildungen.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Weitere fünf Programme aus den Software-News finden Sie im Artikel "Software-News (1/2)".

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